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Alle Artikel kategorisiert unter »Robert Künzli«

„Von wegen Metaphysik“ – „Tristan und Isolde“ am Staatstheater Hannover

18.09.18 (Dieter David Scholz) -
Friedrich Nietzsche nannte den „Tristan“ mit gutem Grund Wagners“ Opus metaphysicum“. Egal, ob man diese Charakterisierung des „inkommensurablen“ Werks auf den Text oder die Musik bezieht: In beiden Fällen straft die Hannoversche Neuproduktion Nietzsche Lügen, denn regielich banaler, musikalisch weltlicher hat man den „Tristan“ selten erlebt. „Weltlich“ durchaus nicht negativ gemeint, denn was ist schon gegen Triebe und Liebe, Kraft und Sinnlichkeit zu sagen?

Bernd Mottl findet in Hannover eine radikale Lösung für den „Fliegenden Holländer“ von Richard Wagner

12.02.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die Grundproblematik in Richard Wagners 1841 entstandener, 1843 uraufgeführter Oper, mit der der Komponist den traditionellen „Opernstil“ überwinden wollte, ist bekannt und es gibt bei keiner einzigen Inszenierung ein Missverständnis darüber, dass hier weder der Holländer die Senta irgendwie liebt, noch Senta den Holländer: die Partner sind immer Projektionen für eine seelische Sehnsucht, nämlich die nach Erlösung, was ja fortan Wagners Lebens- und Werkthema werden sollte.

(K)ein Würfel zum Einschlafen – Richard Wagners „Walküre“ in Dessau

28.09.14 (Joachim Lange) -
Der erste Akt der „Walküre“ ist bei den Fans populär und spielt sich eigentlich von selbst. Zwischen den Sturmböen des Vorspiels und Siegmunds „Wes Herd dies auch sei“, bis hin zum inzestuösen „So blühe denn Wälsungenblut“ der Wotanssprößlinge Siegmund und Sieglinde fühlt sich noch jeder Wagnerfan wohl. Wenn es gut geht, auf der Stuhlkante. In Dessau war das nicht ganz so.

Rattengift bleibt Rattengift –„Lady Macbeth von Mzensk“ auf hohem musikalischem Niveau am Anhaltischen Theater in Dessau

30.03.14 (Joachim Lange) -
Nein, sympathisch ist sie nicht diese Ekaterina Ismailowa aus dem Mzensker Bezirk. Sie mischt ihrem Schwiegervater Rattengift unter die Pilze. Was selbst dann nicht geht, wenn der ein ausgemachtes Miststück ist. Als sie von ihrem Ehemann mit ihrem Geliebten überrascht wird, muss auch der Angetraute dran glauben und wird im Keller entsorgt. Diese sprichwörtliche Leiche stinkt bei der Hochzeit mit ihrem Sergej so zum Himmel, dass selbst der versoffenste Knecht es bemerkt und die dämlichste Polizei aktiv werden muss. Als auf dem langen Fuß-Marsch in die sibirische Verbannung Sergej ihr die roten Wollstrümpfe für seine neue Flamme abluchst, muss auch die dran glauben und beim finalen Selbstmord mit ins Wasser, das so tief und dunkel wie ihre Seele ist.
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