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Alle Artikel kategorisiert unter »Ute Schalz-Laurenze«

Kritische Stimme in freier Rede

27.08.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Seine Stimme wird fehlen. Der Musikjournalist Hartmut Lück ist nach kurzer Krankheit am 4. Juli in Bremen gestorben.

Szenisch zu wenig: Vincenzo Bellinis „Norma“ an der Staatsoper Hamburg

12.03.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Nach zum Teil stehenden Ovationen für die Sängerinnen Marina Rebeka und Diana Haller nach der Premiere von Vincenzo Bellinis „Norma“ an der Staatsoper Hamburg gab es Buhrufe für die südkoreanische Regisseurin Yona Kim. Und das nach einer Aufführung, die sich am Ende psychologisch ungemein fokussierte und unter die Haut ging. So stellte sich die Frage nach dem Warum?

Wer sind wir? – Begeisternde Premiere einer neuen Tanztruppe „of curious nature“ in Bremen

01.03.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Ein Riesenprojekt, das die Choreographen Helge Letonja (Bremen) und Felix Landerer (Hannover) mit zahlreicher Hilfe erfolgreich zu Ende führen konnten: die Gründung einer neuen Tanztruppe mit TänzerInnen aus dem ganzen norddeutschen Raum, die sich „of curious nature/TanzRAUM Nord“ nennt und gestern Abend im kleinen Haus eine überwältigende Premiere feiern durfte.

Unvereinbarkeit der Welten – Dvořáks „Rusalka“ in Oldenburg begeistert

17.02.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Antonín Dvořáks Meisterwerk, das 1901 uraufgeführte „lyrische Märchen“ „Rusalka“ zählt zu den häufig gespielten Opern nicht nur wegen seiner fabelhaft sensiblen und mitreißenden Musik, sondern vor allem auch wegen seinen vielfältigen Deutungsmöglichkeiten für die Regie. In Oldenburg ist Lesart zu sehen, die uns auf der einen Seite das hilflose Traumwesen Rusalka zeigt, auf der anderen Seite das pralle und luxuriöse Leben der Menschen am Hof des Prinzen. Ute Schalz Laurenze berichtet.

Die furchtbare innere Welt – Wolfgang Rihms „Jakob Lenz“ in Bremen

03.02.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die Kammeroper des jungen Wolfgang Rihm reißt in der Bremer Inszenierung von Marco Štorman mit, sie mache die Zuschauer*innen zu betroffenen Zeugen. Claudio Otelli in der Rolle des Lenz bietet eine überragende Leistung, findet unsere Kritikerin Ute Schalz-Laurenze.

Alles ist Spaß auf Erden! Calixto Bieito inszeniert Verdis Falstaff in Hamburg

22.01.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Immer wieder: was für ein Werk! Giuseppe Verdis „lyrische Komödie“ „Falstaff“ ist das Ende und der Gipfel seines einzigartigen Musiktheaterschaffens. Er war 80 Jahre alt, als die Oper 1893 an der Mailänder Scala mit triumphalem Erfolg uraufgeführt wurde, 24 ernste Opern lagen hinter ihm und die letzte – Otello – vor sechzehn Jahren. Jetzt hatte die Oper Premiere an der Staatsoper Hamburg und für mich ist das Buhgewitter, in dem Regisseur Calixto Bieito am Ende stand, unverständlich.

Wie eine Feuerschmiede – Nicola Hümpel inszeniert „Der Barbier von Sevilla“ an der Staatsoper Hannover

19.01.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
1816, das Uraufführungsjahr von Gioachino Rossinis „Der Barbier von Sevilla“, ist auch in Rom keineswegs ein gemütliches Jahr. Die napoleonischen Kriege waren vorbei, in die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden mischte sich die zensurscharfe Restauration. Michael Talke bot in Bremen vor vier Jahren eine Aufführung, in der er die Menschen in einem beispiellosen Egoismus zeigte und gleichzeitig der Absurdität und der Komik freien Lauf ließ. Dieses Stück einer Frau anzuvertrauen, die sich in ihren preisgekrönten Performances und Installationen viel mit Musik beschäftigt, war eine gute Idee der Staatsoper Hannover.

Entführung in andere Welten – Igor Levits Brahms ist in Bremen angekommen

14.12.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
Das kann man heute noch verstehen, wie sehr das Uraufführungspublikum in Hannover 1859 und erst recht die Menschen im selben Jahr im konservativen Leipzig verstört waren über das erste Klavierkonzert des 25jährigen Johannes Brahms. Die lange Orchestereinleitung wuselt und tobt in tiefen Lagen geradezu spröde und zornig vor sich hin und man hat lange keine Chance, den Solisten zu hören, denn er wuselt irgendwann mit in diesen „schreiendsten Dissonanzen“ und diesem „Würgen und Wühlen“, wie ein Uraufführungskritiker schrieb. Dem Konzert wurde wie auch 22 Jahre später dem zweiten vorgeworfen, es sei kein Solokonzert, sondern eine Sinfonie mit obligatem Klavier. Nun gab es in Bremen mit der Deutschen Kammerphilharmonie unter der Leitung von Paavo Järvi und dem 1987 geborenen Ausnahmepianisten – der etwas abgedroschene Begriff muss hier verwendet werden – Igor Levit wenige Tage nach dem Auftritt in der Hamburger Elbphilharmonie drei Aufführungen, die genau das zur Tugend erhoben und auf das Genaueste ausführten. Man erwischte sich sogar bei dem Gedanken „Schade, dass man nicht mehr von ihm hört“, auch wenn dieser Wunsch am Verstehen des originellen Werkes vollkommen vorbeigeht.

Szenen einer Ehe mit Verdis „Un Ballo in Maschera“ in Oldenburg

09.12.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
Oft haftet in Operninszenierungen die Verlegung in die heutige Zeit etwas angestrengt Gewaltsames an, auch wenn die Ergebnisse in der Regel auch viel Spannung haben. Nicht so beim Deutschlanddebüt der griechischen Regisseurin Rodula Gaitanou, die jetzt Giuseppe Verdis Schmerzensoper „Un ballo in Maschera“ in die Jetztzeit und darüber hinaus in das Milieu der Mafia versetzte.

Tobende Emotionen – Händels „Alcina“ am Theater Bremen

11.11.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
In Georg Friedrich Händels 1735 entstandenem „dramma per musica“ „Alcina“ geht die heidnische Zauberin Alcina unter: ihre abgelegten Liebhaber hat sie auf einer verlassenen Insel in Tiere, Pflanzen oder Steine verwandelt und nun hat sie sich in ihr neuestes Opfer Ruggiero wirklich verliebt. Der Regisseur Michael Talke macht in seiner viel bejubelten neuen Inszenierung am Theater Bremen ein anderes Fass auf. Welches, erklärt unsere Kritikerin Ute Schalz-Laurenze.
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