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Alle Artikel kategorisiert unter »Ute Schalz-Laurenze«

Die verlorene Ehre eines Egozentrikers – Verdis „Rigoletto“ am Staatstheater Oldenburg

11.02.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
Giuseppe Verdis 1851 entstandene Erfolgsoper „Rigoletto“ zählt seit der Uraufführung zu den meist gespielten Opern weltweit. Konjunktur hat sie vor allem in Norddeutschland: Mascha Pörzgen 2003 in Oldenburg, Andrej Woron 2005 in Bremen, Michael Talke 2015 in Bremen, Woron erneut 2017 in Bremerhaven. 2017 gab es in Hannover eine opern air-Produktion, die 25.000 BesucherInnen anzog. Und nun schon wieder: Hinrich Horstkotte, der oft und auch hier sein eigener Kostümbildner ist, inszenierte am Staatstheater Oldenburg.

Die Seele auf dem Ton – Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“ am Theater Bremen

31.01.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
Seit dreißig Jahren gab es in Bremen Gaetano Donizettis „Lucia di Lammermoor“ (1835) nicht mehr. Dabei ist das „Dramma tragico“ die berühmteste „Bel Canto“-Oper überhaupt, gehört also irgendwo in jeden ambitionierten Spielplan. Das geht aber nur, wenn man die drei Hauptrollen wirklich besetzen kann, wie es jetzt in Bremen fabelhaft gelungen ist. Mit Nerita Pokvytyté als Lucia, Birger Radde als Enrico und Hyojong Kim als Edgardo singen im Bremer Ensemble herausragende Bel Canto-Stimmen. Bel Canto: die italienische Gesangstechnik, die heute wieder das A und O aller Gesangkunst ist, verlangt, dass die Seele auf dem Ton liegt.

Die Gehirnwäsche der Erziehung – „Die Zauberflöte“ an der Staatsoper Hannover

15.01.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
Nicht wenige Regisseure haben gesagt, dass Mozarts „Die Zauberflöte“ das schwerste Stück überhaupt sei. Wo sind wir und wer sind die Protagonisten: die Frage stellt sich immer wieder neu. Es gehört zum 1791 entstandenen Stück, der „Oper aller Opern“, dass sie nicht beantwortbar ist, dass immer offen bleiben muss, ob es sich um Märchenposse oder Götterritual, um Volksstück oder Mysteriendrama, um Matriarchat gegen Patriarchat, um Absolutismus gegen Aufklärung (mit durchaus zweifelhaften Fortschrittsversammlungen) oder auch um eine Parabel übers Erwachsenwerden handelt.

Strukturelle Skulpturen – Kristian Bezuidenhout spielt mit dem Freiburger Barockorchester alle Klavierkonzerte Beethovens

23.12.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Hat die Musik Ludwig van Beethovens etwas mit der französischen Revolution zu tun? Natürlich, das wissen wir und das kriegen wir auch nahezu immer zu hören. Dass es aber auch eine ganz andere Seite dieses rebellierenden Komponisten geben kann, das haben wir jetzt in zwei vollkommen ausverkauften sensationellen Konzerten vom Freiburger Barockorchester in Freiburg erfahren.

„Es wird Schreckliches geschehen“ – Richard Strauss' „Salome“ in Hannover

25.11.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Salome“ von Richard Strauss: großartig in tausend Farben 1905 komponierte Musik für eher abstoßendes Thema nach Oscar Wilde. Die 16jährige judäische Prinzessin Salome verliebt sich in den Propheten Jochanaan und fordert aus Rache, weil der sie nicht will, seinen Kopf auf einer Silberschüssel. Das gewährt ihr der von Rom eingesetzte Tetrach Herodes, der ihr hörig ist und in ihrer Schuld steht, weil sie für ihn getanzt hat.

Anna-Sophie Mahler inszeniert Antonín Dvořáks lyrisches Märchen „Rusalka“ in Bremen

13.11.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Natürlich ist es längst üblich, den Weg der Nixe Rusalka aus der Wasser- in die Menschenwelt tiefenpsychologisch zu verstehen: Antonín Dvořáks 1901 uraufgeführte Oper, die tschechische Variante des Undinenthemas, erzählt von Rusalkas Sehnsucht, eine andere zu sein, ein Mensch zu werden, weil sie sich in den badenden Prinzen verliebt hat.

Die Emanzipation der Gilda – Verdis „Rigoletto“ in Bremerhaven

07.11.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Einen Andrej Woron-Rigoletto hat es 2005 in Bremen gegeben, einen anderen (Regie: Mascha Pörzgen) 2003 in Oldenburg. Die unsterbliche, 1851 komponierte Oper hat Konjunktur, vor zwei Jahren hat sie in Bremen Michael Talke inszeniert, Oldenburg bereitet einen neuen Rigoletto vor und jetzt war eine weitere Inszenierung von Woron in Bremerhaven zu sehen.

Der revolutionäre Ohrenputzer

31.10.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
In den letzten Jahren ist es still um ihn geworden, und doch war er immer da, der Schweizer Komponist Klaus Huber, der jetzt im Alter von 92 Jahren in Perugia gestorben ist. Bis zum Schluss besuchte er Konzerte, vor allem auch die der Kompositionsklasse der Hochschule für Künste in Bremen.

Konstanze zwischen zwei Männern – Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ am Staatstheater Oldenburg

17.10.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wolfgang Amadeus Mozarts Singspiel „Entführung aus dem Serail“ hat bei den interessantesten Regisseuren Konjunktur, die noch immer zu wachsen scheint. Kein Wunder, die Frage nach der Liebe ist ort- und zeitlos und sie es wird immer bleiben. Und da Mozart nie Antworten, sondern immer nur Fragen komponiert hat, kann ein Stück wie die „Entführung“, in die wir als maulende Kinder eher mitgeschleppt wurden, nie erschöpft sein.

Revolutionärer Ohrenputzer – Zum Tod von Klaus Huber

03.10.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
In den letzten Jahren ist es still um ihn geworden, und doch war er immer da, der Schweizer Komponist Klaus Huber, der jetzt im Alter von 92 Jahren in Perugia gestorben ist. Die zukunftsweisende Schönheit seiner sensiblen Musik ist ebenso da wie seine kompromisslose Haltung einer „Ästhetik des Widerstands“ (auf den Romantitel von Peter Weiss hat er sich immer wieder bezogen). Für sein Lebenswerk hat er 2009 den höchsten deutschen Kunstpreis erhalten, den mit 200.000 € dotierten Ernst von Siemens Preis. „Ich versuche“, hat er einst gesagt, „in der Musik, die ich mache, das Bewusstsein meiner Zeitgenossen, die wie wir alle zu schlafenden Komplizen weltweiter Ausbeutung geworden sind, hier und jetzt zu erreichen, zu wecken“.
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