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Alle Artikel kategorisiert unter »Ute Schalz-Laurenze«

Ein großer Preis für das Strauss‘sche Erotikmonster – Gespräch mit dem Bremer Bassisten und Träger des Theaterpreises „Der Faust“ Patrick Zielke

05.12.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Den renommierten und damit begehrten Theaterpreis „Der Faust“ gibt es seit 2006. Er wird jährlich in allen Theatersparten wie Schauspiel, Regie, Oper, Bühnenbild, Kinder- und Jugendtheater, Tanz und natürlich für Rollenporträts in Schauspiel und Oper vergeben. Schon einige Male gab es Nominierungen für Bremer Produktionen bzw. Sänger*innen: 2017 war es Sängerin Nadine Lehner für ihre Kundry, Opernregisseur Paul Georg Dittrich für Wozzeck, 2019 gewann ihn dann Birgit Freitag vom Kinder und Jugendtheater für ihr Stück „Für Vier“.

Ein einsamer Dialog – Francis Poulencs „La voix humaine“ am Theater Bremen

13.10.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wen würde die Verzweiflung einer verlassenen Frau und ihren Kampf um die Rückkehr ihres Geliebten heute noch über eine Stunde lang interessieren? Denn das ist der einzige Inhalt der 1959 uraufgeführten „Oper“ des französischen Komponisten Francis Poulenc, seinem letzten Bühnenwerk nach einem Text von Jean Cocteau.

Kritische Stimme in freier Rede

27.08.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Seine Stimme wird fehlen. Der Musikjournalist Hartmut Lück ist nach kurzer Krankheit am 4. Juli in Bremen gestorben.

Szenisch zu wenig: Vincenzo Bellinis „Norma“ an der Staatsoper Hamburg

12.03.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Nach zum Teil stehenden Ovationen für die Sängerinnen Marina Rebeka und Diana Haller nach der Premiere von Vincenzo Bellinis „Norma“ an der Staatsoper Hamburg gab es Buhrufe für die südkoreanische Regisseurin Yona Kim. Und das nach einer Aufführung, die sich am Ende psychologisch ungemein fokussierte und unter die Haut ging. So stellte sich die Frage nach dem Warum?

Wer sind wir? – Begeisternde Premiere einer neuen Tanztruppe „of curious nature“ in Bremen

01.03.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Ein Riesenprojekt, das die Choreographen Helge Letonja (Bremen) und Felix Landerer (Hannover) mit zahlreicher Hilfe erfolgreich zu Ende führen konnten: die Gründung einer neuen Tanztruppe mit TänzerInnen aus dem ganzen norddeutschen Raum, die sich „of curious nature/TanzRAUM Nord“ nennt und gestern Abend im kleinen Haus eine überwältigende Premiere feiern durfte.

Unvereinbarkeit der Welten – Dvořáks „Rusalka“ in Oldenburg begeistert

17.02.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Antonín Dvořáks Meisterwerk, das 1901 uraufgeführte „lyrische Märchen“ „Rusalka“ zählt zu den häufig gespielten Opern nicht nur wegen seiner fabelhaft sensiblen und mitreißenden Musik, sondern vor allem auch wegen seinen vielfältigen Deutungsmöglichkeiten für die Regie. In Oldenburg ist Lesart zu sehen, die uns auf der einen Seite das hilflose Traumwesen Rusalka zeigt, auf der anderen Seite das pralle und luxuriöse Leben der Menschen am Hof des Prinzen. Ute Schalz Laurenze berichtet.

Die furchtbare innere Welt – Wolfgang Rihms „Jakob Lenz“ in Bremen

03.02.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die Kammeroper des jungen Wolfgang Rihm reißt in der Bremer Inszenierung von Marco Štorman mit, sie mache die Zuschauer*innen zu betroffenen Zeugen. Claudio Otelli in der Rolle des Lenz bietet eine überragende Leistung, findet unsere Kritikerin Ute Schalz-Laurenze.

Alles ist Spaß auf Erden! Calixto Bieito inszeniert Verdis Falstaff in Hamburg

22.01.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Immer wieder: was für ein Werk! Giuseppe Verdis „lyrische Komödie“ „Falstaff“ ist das Ende und der Gipfel seines einzigartigen Musiktheaterschaffens. Er war 80 Jahre alt, als die Oper 1893 an der Mailänder Scala mit triumphalem Erfolg uraufgeführt wurde, 24 ernste Opern lagen hinter ihm und die letzte – Otello – vor sechzehn Jahren. Jetzt hatte die Oper Premiere an der Staatsoper Hamburg und für mich ist das Buhgewitter, in dem Regisseur Calixto Bieito am Ende stand, unverständlich.

Wie eine Feuerschmiede – Nicola Hümpel inszeniert „Der Barbier von Sevilla“ an der Staatsoper Hannover

19.01.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
1816, das Uraufführungsjahr von Gioachino Rossinis „Der Barbier von Sevilla“, ist auch in Rom keineswegs ein gemütliches Jahr. Die napoleonischen Kriege waren vorbei, in die Sehnsucht nach Ruhe und Frieden mischte sich die zensurscharfe Restauration. Michael Talke bot in Bremen vor vier Jahren eine Aufführung, in der er die Menschen in einem beispiellosen Egoismus zeigte und gleichzeitig der Absurdität und der Komik freien Lauf ließ. Dieses Stück einer Frau anzuvertrauen, die sich in ihren preisgekrönten Performances und Installationen viel mit Musik beschäftigt, war eine gute Idee der Staatsoper Hannover.

Entführung in andere Welten – Igor Levits Brahms ist in Bremen angekommen

14.12.19 (Ute Schalz-Laurenze) -
Das kann man heute noch verstehen, wie sehr das Uraufführungspublikum in Hannover 1859 und erst recht die Menschen im selben Jahr im konservativen Leipzig verstört waren über das erste Klavierkonzert des 25jährigen Johannes Brahms. Die lange Orchestereinleitung wuselt und tobt in tiefen Lagen geradezu spröde und zornig vor sich hin und man hat lange keine Chance, den Solisten zu hören, denn er wuselt irgendwann mit in diesen „schreiendsten Dissonanzen“ und diesem „Würgen und Wühlen“, wie ein Uraufführungskritiker schrieb. Dem Konzert wurde wie auch 22 Jahre später dem zweiten vorgeworfen, es sei kein Solokonzert, sondern eine Sinfonie mit obligatem Klavier. Nun gab es in Bremen mit der Deutschen Kammerphilharmonie unter der Leitung von Paavo Järvi und dem 1987 geborenen Ausnahmepianisten – der etwas abgedroschene Begriff muss hier verwendet werden – Igor Levit wenige Tage nach dem Auftritt in der Hamburger Elbphilharmonie drei Aufführungen, die genau das zur Tugend erhoben und auf das Genaueste ausführten. Man erwischte sich sogar bei dem Gedanken „Schade, dass man nicht mehr von ihm hört“, auch wenn dieser Wunsch am Verstehen des originellen Werkes vollkommen vorbeigeht.
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