11 Fragen an Augustin Hadelich


(nmz) -
Der deutsch-amerikanische Violinist konzertiert als Solist und Kammermusiker weltweit. „Der Mann mit dem vielleicht schönsten Geigenton“ (Fono Forum) ist einer der großen Geiger, international für seinen „prächtigen Ton“ (New York Times), seine „poetische Tonsprache“ (Washington Post) und seine „flinke Brillanz“ (The New Yorker) gelobt. Höhepunkt einer Vielzahl von Preisen ist 2016 ein Grammy für seine Aufnahme von Henri Dutilleux‘ Violinkonzert mit dem Seattle Symphony Orchestra. Er spielt auf der Stradivari „Ex-Kiesewetter” von 1723. Im Frühjahr dieses Jahres erschien sein aktuelles Album mit den Violinkonzerten von Brahms und Ligeti.
Ein Artikel von Augustin Hadelich

Welche Musik macht Sie stark?
Wenn ich das Tschaikowsky-Konzert spiele und nach fünf Minuten, nach immer schnelleren und akrobatischeren Passagen, endlich den großen Höhepunkt erreiche und das Orchester triumphal das Hauptthema spielt. Das ist ein tolles Gefühl!

Bei welcher Musik werden Sie schwach?
Bei Schubert-Liedern – zum Beispiel „An die Musik”, oder Lieder aus „Die schöne Müllerin“ und „Winterreise“. Lange bevor ich mit dem Geigen anfing, hörte ich meine Familie im Wohnzimmer diese Lieder am Klavier spielen und singen – die ersten Töne, die ich je hörte. Diese Musik berührt mich besonders.

Bei welcher Musik stellen Sie sofort das Radio ab?
Bei Pop-Musik aus den 90ern – pophistorisch eine schlimme Zeit!

Mit welcher Melodie sollte Ihr Handy klingeln?
4’33” von John Cage – leider ist mein Handy meistens auf stumm geschaltet!

Wenn Sie „König von Deutschland“ wären, was würden Sie als Erstes tun?
Ich würde Hintergrundmusik verbieten, zum Beispiel in Hotels, Fahrstühlen und Bahnhöfen.

Wie hieß Ihre erste Schallplatte?
Ich bekam erst mit neun Jahren einen Platten- und CD-Spieler, vorher hörte ich keine Geiger, außer in Konzerten. Von Freunden erhielt ich eine Plattensammlung mit den großen Violinkonzerten in Aufnahmen von David Oistrach. Sein Klang und seine gefühlvollen Interpretationen beeindruckten mich sehr.

Welches ist Ihr Lieblingslied von den Beatles?
„Eleanor Rigby” – ich mag das Geigensolo!

Auf wen oder was können Sie am ehesten verzichten?
 Kartoffeln.

Welches Musikstück erinnert Sie an das erste Rendezvous, an den ersten Kuss?
Das C-Dur Violinkonzert von Joseph Haydn.

Woran starb Mozart?
Schwer zu sagen, schließlich wurde er, wie ich aus unterschiedlichen Quellen entnehme, sowohl von Salieri als auch von den Freimaurern vergiftet, hatte Syphilis und Streptokokken und außerdem noch Blei- und Quecksilbervergiftung. Sowas überlebt selbst Mozart nicht!

Welche Musik soll zu Ihrer Beerdigung erklingen?
Fragen Sie mich doch bitte in 80 Jahren nochmal danach.

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