Der TKV Baden-Württemberg hat einen neuen Vorstand

zur Mitgliederversammlung vom 12. Juni 2021


(nmz) -
In der Mitgliederversammlung, die am Samstag, 12. Juni, im Kursaal in Bad Cannstatt in Präsenzform stattfinden konnte, wurde turnusgemäß ein neuer Vorstand gewählt. Die scheidenden Vorstände, die zum Teil viele Jahre ihr Vorstandsamt bekleidet hatten wurden mit großem Dank verabschiedet: Prof. Peter Buck, der viele Jahre den Jugendwettbewerb als Referatsleiter betreut hat, Ekkehard Hessenbruch, der mit viel Ausdauer das Thema der musikalischen Bildung bearbeitet hat und Christoph Wyneken, der für die Orchester-, Ensemble- und Jugendarbeit verantwortlich war. Für Mitglieder, die unsere Vorstandschaft nicht persönlich kennen, portraitieren wir hier alle gewählten amtierenden Vorstandsmitglieder.

Vorstandsvorsitzender:

Cornelius Hauptmann
Geb. 1951, Konzert- und Opernsänger, Vorstandsvorsitzender des Tonkünstlerverbandes Baden-Württemberg seit 2012, Präsident des DTKV e.V. von 2014 bis 2021, Mitglied der Vorstände im Landesmusikrat, Stiftung „Singen mit Kindern“, Internationale Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart, Freunde des „Musikpodium Stuttgart“ und andere. Durch die bisherigen Aufgaben in diversen Verbänden bin ich gut mit Kultur- und Musikverbänden vernetzt und bin gerne noch einmal für den Vorstand unseres Verbandes tätig, um mit Energie die Folgen des Pandemiegeschehens besonders für die Musikausübenden abzumildern und uns u.a. bei den politischen Entscheidungsträgern Gehör zu verschaffen.

Stellvertretende Vorstandsvorsitzende:

Anja Schlenker-Rapke
Ich bin in Baden-Baden freiberuflich als Dipl.-Gesangspädagogin, Chorleiterin und Feldenkraislehrerin tätig. Seit 2015 gehöre ich dem Vorstand als Beisitzerin an und widme mich dem Ressort „Honorarstandards“. Im Rahmen dieser Aufgabe stehe ich in ständigem Austausch mit den Mitgliedern und mein Anliegen ist es, durch stetige Weiterentwicklung und Anpassung der Honorarempfehlung die wirtschaftliche Situation aller Kolleginnen und Kollegen zu verbessern. Für unseren Berufsstand einzutreten, die Musik im Land zu stärken, ist eine Herzensangelegenheit. 2020 wurde ich als Vertreterin des DTKV in den Vorstand des Trägervereins der Bundesakademie Trossingen und für den Pädagogischen Förderkreis des TKV Baden-Württemberg in das Präsidium des Landesmusikrates gewählt.

Beisitzer*innen:

Rainer Bürck
Ich bin freiberuflicher Pianist, Komponist und Klavierpädagoge. Seit meiner Wahl in den Landesvorstand des DTKV-BW im Jahr 2018 bin ich für das Referat „Konferenz der Regionalvorsitzenden“ zuständig. Daneben habe ich mich für die Petition „G9 jetzt! – Baden-Württemberg“ engagiert, weil das achtjährige Gymnasium den Schülerinnen und Schülern zu wenig Zeit lässt für wichtige außerschulische Aktivitäten wie das Musizieren. Über die weitere Tätigkeit im Landesvorstand freue ich mich sehr.

Johanna Ehlers
Ich bin Kontrabass-Studentin an der HMDK Stuttgart, seit einigen Jahren (hochschul-)politisch aktiv und setze mich gerne für die Interessen von Menschen ein. In zwei Amtszeiten als AStA-Vorsitzende habe ich dafür viele Erfahrungen sammeln können und bin seit einiger Zeit auf Landesebene tätig als Sprecherin der Landesstudierendenvertretung Baden-Württemberg. Es ist mir ein Anliegen, mich nicht nur für Studierende, sondern auch ausdrücklich für Künstler:innen zu engagieren, da ich denke, dass dies in der Politik immer wieder notwendig ist. Ich freue mich über die Wahl zur Beisitzerin.

Verena Forner
Ich freue mich sehr, erneut für das Referat „Öffentlichkeitsarbeit, Printmedien, Internet und Social Media“ als Beisitzerin des Vorstands gewählt worden zu sein, weil ich die Arbeit unseres Verbandes hoch schätze und gerne Teil dieses Vorstands bin. Gerade in Pandemie-Zeiten ist es wichtig, einen starken Verband hinter sich zu wissen! Ich begrüße es sehr (als frischgebackene Mama), dass die Vorstandssitzungen auch weiterhin per Zoom stattfinden können oder man sich zuschalten kann, um so Zeit und Reisekosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Durch mein abgeschlossenes Schulmusikstudium an der Musikhochschule Trossingen, meine Tätigkeit als Komponistin und Texterin im Pop-Bereich und meinen Beruf als Live-Musikerin (Sängerin/Pianistin) bin ich breit gefächert aufgestellt.

Annique Göttler
Die Musikbranche – und ganz besonders die klassische Musikbranche – steht vor großen Veränderungen. Durch technischen Fortschritt wurden neue Möglichkeiten für musikalische Bildung sowie neue Bühnen für Kunst und Kultur geschaffen. Nun ist es an der Zeit, diese Möglichkeiten auch zu nutzen.
Als klassische Pianistin beobachte ich seit einigen Jahren, wie das Interesse und das Verständnis von klassischer Musik zunehmend schwinden. Das liegt aus meiner Sicht vor allem daran, dass die Konzentration auf einer Zielgruppe liegt, deren Durchschnittsalter mittlerweile im Rentenalter liegt und gleichzeitig zu wenig junge Menschen in Deutschland an klassische Musik herangeführt werden. Dabei hätten wir heute die Möglichkeiten, durch das Internet und die Sozialen Medien viele Jugendliche für Musik und das „Selbst-Musizieren“ zu begeistern. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das fehlende Interesse für klassische Musik an mangelnder Information auf diesen Plattformen liegt und nicht etwa daran, dass es dafür keinen Bedarf gäbe.

Ich konnte in meiner bisherigen Laufbahn einige Einblicke in die klassische Musikwelt gewinnen und mitverfolgen, wie sich die Welt drumherum aktuell verändert. Es ist meiner Meinung nach äußerst wichtig, dass sich auch die Musikwelt mit der Zeit mitentwickelt und sich den technischen Fortschritt zu Nutzen macht. Ich freue mich, Teil dieser Weiterentwicklung sein zu dürfen und die Zukunft für Musiker und Musikerinnen in Baden-Württemberg mitzugestalten.

Uwe Django Hödl
Ich bin als Big-Band-Leiter an der Schule für Musik, Theater und Tanz (SMTT) Sindelfingen, am FILUM Filderstadt und an der Universität Tübingen tätig. Außerdem als Posaunist in verschiedenen Ensembles und als Posaunenlehrer. Seit 2017 habe ich an Sitzungen zum Thema „Honorarstandards“ unter Leitung von Anja Schlenker-Rapke teilgenommen. Die festgestellten Probleme sind nicht verschwunden. Darum freue ich mich, mein Engagement innerhalb dieses Tätigkeitsfeldes bzw. für andere Aufgaben dem Landesvorstand des Tonkünstlerverbandes Baden-Württemberg zur Verfügung zu stellen.

Antonina Preuß
Ich bin in Heidelberg als freiberufliche Geigen- und Klavierpädagogin tätig und trete als Solistin, in kammermusikalischen Besetzungen und anderen Cross-Over Projekten im In- und Ausland auf. Mit meiner Kollegin Martina Heinstein zusammen haben wir ein musikpädagogisches Familienprogramm entwickelt und produzieren einen Familienpodcast „Das kleine Klassikmonster will’s wissen…“. Seit Jahren bin ich Mitglied im Tonkünstlerverband Baden-Württemberg und habe mich aktiv an der Verbandsarbeit beteiligt. Unter anderem als Delegierte bei Bundesdelegiertenversammlungen oder als Kassenprüferin.

Prof. Hans-Peter Stenzl
Seit vielen Jahren zeichne ich im Vorstand verantwortlich für die künstlerisch-pädagogische Konzeption unserer alljährlichen Fortbildungskurse an der Bundesakademie in Trossingen. Nach dem Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres waren diese Kurse vom 11. bis 14. Juni eine der ers­ten Möglichkeiten, unter der Anleitung hochkarätiger Dozentinnen und Dozenten wieder live Musik zu machen und mit Kolleginnen und Kollegen in einen lebendigen Austausch zu treten. Wer dabei war, wird diese befreienden und beglückenden Erfahrungen so schnell nicht vergessen.

Nun, ein Jahr später, stehen wir an einem ähnlichen Punkt. Aber wir dürfen zuversichtlich hoffen, dass dank fortschreitender Testungen und Impfungen in den nächsten Monaten große Schritte in Richtung Normalität gegangen werden können. Und ich bin mir sicher, dass der Bedarf an den Qualifikationen, Kenntnissen und Fertigkeiten, die unsere Mitglieder anzubieten haben, dann nicht kleiner sein wird als zuvor – ganz im Gegenteil: Musik, Musikunterricht und musikalische Aktivitäten werden derzeit besonders schmerzlich vermisst, ihr elementarer Wert für unsere Gesellschaft wird so klar und von so vielen gesehen wie vielleicht noch nie zuvor.

Diesen Weg in eine neue, kunstbezogene Zukunft möchte ich als Chance auch in meinem Referat mitgehen und mitgestalten, in enger Verknüpfung meiner Tätigkeiten als Künstler, Hochschullehrer und eben im Tonkünstlerverband.

 

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