Dystopische Ausblicke in schlichter Eleganz

Der JukeBoxx NewMusic Award 2021 geht an Patricia Martínez für ihre Arbeit „Vida“


(nmz) -
Zum siebten Mal haben die Chris­toph und Stephan Kaske Stiftung und die neue musikzeitung den JukeBoxx NewMusic Award ausgeschrieben. Der mit 3.500 Euro dotierte Preis richtet sich an Komponistinnen und Komponisten, Künstlerinnen und Künstler im Bereich der klassischen Gegenwartsmusik ­(E-Musik) und Medienkunst. Der JukeBoxx NewMusic Award 2021 geht an die argentinische Komponistin Patricia Martínez für ihre Komposition „Vida“ (2020/21), ein binaurales, visuelles und immersives Werk, das aus Anlass der gro­ßen Waldbrände in Brasilien im Jahr 2019 entstand.
Ein Artikel von ak/nmz

Martínez will damit anregen, über die Einflüsse des Menschen auf den heutigen Planeten Erde, aber auch über eine posthumane Welt neu nachzudenken. Die Musik entstand durch Aufnahmen von natürlichen Klängen und deren elektronische Verarbeitung. Die Visuals steuerte Luis Paris bei. Sein Beitrag zu „Vida“ ist eine Fortsetzung seiner Serie von Installationen unter dem Titel „Frequen­cies“. Verschiedene Frequenzen ergeben unterschiedliche Landschaften und Horizonte. Martínez’ visuelle Musik verändert die Bilder durch den Klang: Stille bedeutet Leere und Dunkelheit. Stille kann aber auch zu Licht und Natur führen.

Patricia Martínez überzeugte die Jury durch ihre Spielart engagierter Videokunst, in der sie „aktuelle Umwelt- und soziologische Themen anspricht. Die Arbeit besticht durch Konsistenz, Bild-Rhythmus und schlichte Eleganz. Das exakt komponierte Ineinanderwirken von Musik und Bild-Animation schafft ein eigenständiges Werk. Man würde sich wünschen, ‚Vida‘ als hochauflösende Projektion in großen Räumen zu erleben.“

Patricia Martínez (AR/ES) ist Komponistin, interdisziplinäre Künstlerin und Performerin. Ihre Arbeiten wurden bei den Donaueschinger Musiktagen, dem Festival ACHT BRÜCKEN, den Darmstädter Ferienkursen, den ISCM World Music Days, dem IRCAM Forum, in der Polnischen National­oper und im Gewandhaus aufgeführt. Sie erhielt Kompositionsaufträge vom Lucerne Festival und dem SWR Experimental Studio.

 

 

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