Einstieg ins Quartettspiel

Leichtes bis Mittelschweres aus vier Jahrhunderten


(nmz) -
Eva-Maria Neumann: Fo(u)r Strings. 20 leichte bis mittelschwere Stücke für Streichquartett. Für einen gelungenen Einstieg in das Quartettspiel. Breitkopf & Härtel, Partitur und Stimmen, Heft 1 (152 Seiten) DV 31105. Werke von J. S.Bach (Gib dich zufrieden und sei stille, Menuett BWV 812); B. Bartók (Zwei Lieder aus „Für Kinder“); M.-A.Charpentier (Prélude – Marche en Rondeau); E. Grieg (Der junge Mann op. 17/2); G. F. Händel (Sarabande mit Variationen HWV 437); F. Mendelssohn Bartholdy (Allegro ma non troppo op. 72/1); E.-M. Neumann (Hexentanzplatz, Hommage à Bartók); R. Schumann (Ein Choral op. 68/4); G. Ph. Telemann (Concerto D-Dur TWV 40:202)
Ein Artikel von Regine Schultz-Greiner

Wie in ihrer Violinschule artikuliert Eva-Maria Neumann mit ihrer Sammlung „Four Strings“ einen höheren Anspruch an Spieler*innen und Unterrichtende. Mag die vorliegende Zusammenstellung auf den ersten Blick auch als Blattspiel-Material geeignet scheinen, wird beim genaueren Studium deutlich, dass andere Ziele im Blick sind. In den Hinweisen des Vorworts kommt deutlich eine Leistungsorientierung zum Ausdruck, mit der sich auch die Auswahl der Stücke begründen lässt. Diese geben besonders gute Gelegenheit, in Quartettformation gemeinsam an Intonation zu arbeiten, beispielsweise in zwei Chorälen von Schumann und Bach, oder an der Perfektionierung des Zusammenspiels, wofür sich selbstverständlich alle ausgewählten Stücken anbieten.

Hier gibt Neumann aber deutlich über diesen Gemeinplatz hinausreichende konkrete Arbeitsaufträge: Jede*r Spieler*in soll in der Lage sein, funktionierende Einsätze zu geben, Bogeneinteilung sollte zwischen allen Ensemblemitgliedern diskutiert und abgestimmt werden. Die eigene Stimme muss vor der Quartettprobe geübt sein, und dabei sollte sich eine musikalische Vorstellung vom Ganzen formen – durch Singen der eigenen Stimme, bei Überlegungen zu Fingersätzen und Bogenstrichen. Ergänzt werden Neumanns Aufträge an ein Quartett durch historische und  stilistische Informationen und Probenhinweise zu den einzelnen Stücken.

Im ersten Band sehen wir Kompositionen aus vier Jahrhunderten, darunter besonders erwähnenswert Telemanns Konzert für 4 Violinen in D oder Bartóks 2 Stücke für Kinder für Streichquartett bearbeitet, gefolgt von Neumanns Eigenkomposition „Hommage à Bartók“. Neumanns Werkauswahl und Bearbeitungen sorgen für gleichmäßig hohe Forderungen an alle vier Stimmen und erhalten dabei gleichzeitig die klassischen Funktionen der Instrumente im Quartettsatz.

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