Klangfarben und Tonmalerei

Konzert zum 70. Geburtstag von Horst Lohse


(nmz) -
Wenn ein Komponist familiäre Kontakte zur Bildenden Kunst hat, ist es nicht verwunderlich, in seinen Werken Bezüge zwischen Musik, Malerei und Grafik zu finden.
Ein Artikel von Hans Schmidt-Mannheim

Der Tonkünstlerverband Bayreuth und die Protagonisten der Reihe „Zeit für Neue Musik“ – Helmut Bieler und Wolfram Graf – widmeten dem Jubilar einen Konzertabend, der ausschließlich Kammermusikwerken von Horst Lohse gewidmet war. Die Interpreten boten ein abwechslungs- und farbenreiches Programm, das dem hohen Qualitätsanspruch der Kompositionen in jeder Hinsicht gerecht wurde. Titel wie „Tor zur Tiefe“ (Hommage à Paul Klee) oder „Vogeldenkmal in Auflösung“ (nach einer Radierung von Caspar Walter Rauh) beflügelten die Vorstellungskraft des Publikums. In der Tat wurden Klangbilder lebendig, welche durch die suggestive Kraft der Flöte (Barbara Wunsch) und die Anschlagskultur der Pianisten (Helmut Bieler, Wolfram Graf) die Imaginationsfähigkeit der Zuhörer anregten. Hohe Konzentration erforderte die Interpretation von „The Spirits of the Dead“ nach Edgar Allan Poe von der vorzüglichen Sopranistin (Irene Kurka) und dem Solohornisten (Wilfried Krüger). Der konzentrierte Abend mit einem kleinen Ausschnitt aus dem umfangreichen Schaffen von Horst Lohse weckte die Lust, weitere und neue Kompositionen des vitalen Siebzigers zu erleben. Dank sei wieder der Klaviermanufaktur Steingraeber & Söhne abgestattet, mit deren Unterstützung ein angemessener Rahmen für diese Jubiläumsfeier gegeben war.

Das könnte Sie auch interessieren: