Künstleraustausch Nr. 2 – Tonkunst der Gegenwart

Ein Abend mit dem Münchner Flötentrio


(nmz) -
Die gute Idee, im Rahmen des Tonkünstlerverbands einen gegenseitigen Besuch mit einem damit verbundenem Konzertabend zu veranstalten, wurde in München und Bayreuth auch in die Tat umgesetzt. Nach dem Konzert des Duos Anja Weinberger (Flöte) und Marina Palmer Wulf (Klavier) in München mit Werken zeitgenössischer Künstler erfolgte der Gegenbesuch in Bayreuth.
Ein Artikel von Hans Schmidt-Mannheim

Im großen Orgelsaal der Hochschule für evangelische Kirchenmusik gas­tierte das Münchner Flötentrio mit Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter, sowie Eva Schieferstein am Klavier.
Sechs Werke zeitgenössischer Komponisten standen auf dem Programm, darunter eine Uraufführung. Das hohe Niveau der Interpreten bot den zahlreichen Zuhörern (darunter viele Jugendliche) einen abwechslungsreichen Einblick in die Tonkunst der Gegenwart. Gespannt war man natürlich auch auf die „Scena dírritazione“ für zwei Flöten und Klavier von Peter Kiesewetter. Als Erläuterung wurde von den Interpreten ein Streit unter Eheleuten genannt.

In der Tat: Ständig wechselnde Waffen (hier Flöten) ließen eine solche Deutung glaubhaft erscheinen. Die Auseinandersetzung war recht lebhaft und zog sich ein wenig in die Länge. Im Gegensatz dazu bot die Pianistin das Werk „Insuyu“ von Robert Delanoff in einer lyrischen, meditativen Wiedergabe, die beim Hörer mannigfaltige und angenehme Impressionen freisetzte.

Auf dem Programm standen weiterhin Werke von Roland Leistner-Mayer, Dorothee Eberhardt und Nikolaus Brass, mit durchaus ähnlichen Stilmitteln in Töne gesetzt. Bemerkenswert jedoch die „Mouvements“, vier Miniaturen für zwei Flöten, gerade erst vollendete Stücke in einer ganz eigenen Schreibweise.
 Michael Starke, Kompositionsschüler von Helmut Bieler und aktiver Musiklehrer, hat nach eigener Aussage ein „Lied über Musik“ geschrieben. Wesentlich ist ihm dabei der vom Hörer zu erspürende „Ausdruck“. Diese Vorgabe war bei der Interpretation durch die engagiert spielenden Solisten Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter hör- und erlebbar.

Ein solcher Künstleraustausch macht Mut zu weiteren Projekten dieser Art.

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