Noten-Tipps 2018/02

Beethoven und Offenbach


(nmz) -
Ludwig van Beethoven: Streichquartett in Es op.127. Urtext, Herausgegeben von Jonathan Del Mar. Bärenreiter Stimmenausgabe BA 9029, Studienpartitur TP 929 +++ Jaques Offenbach: Cancan aus Orpheus in der Unterwelt, bearbeitet von Thomas Stapf für Streicher oder sinfonische Besetzung ad lib. Musikverlag Andrea Wiegand, TM 1743, ISMN 979-0-2059-1743-2
Ein Artikel von Eckart Rohlfs

Ludwig van Beethoven: Streichquartett in Es op.127. Urtext, Herausgegeben von Jonathan Del Mar. Bärenreiter Stimmenausgabe BA 9029, Studienpartitur TP 929

Das erste der sechs späten Quartette Beethovens verlangt eine besondere Zuwendung. Ihr kommt der Herausgeber, der englische Musikwissenschaftler Jonathan Del Mar nach, indem er die Kenntnisnahme des getrennt erschienen Kritischen Kommentars nachdrücklich empfiehlt; denn darin fände man die komplizierte Quellenlage mit den entsprechenden Deutungen für die Interpretation dieses Quartetts dargelegt. Und selbst diese gäben noch keine totale Gewissheit für die Lesarten der vorliegenden Ausgabe. Der einführende Text des Herausgebers  (englisch/deutsch) beschreibt Beethovens Arbeits- und Lebensumfeld mit den kompositorischen Konsequenzen in der knappen Schaffens­periode 1824/25 bis 1826, in der immerhin die sechs späten Streichquartette op. 127 bis 135 entstanden sind. Im Vorwort werden all jene Details zur Diskussion gestellt, die sich direkt auf die Auszeichnung des Notenbildes auswirken. So reicht ein Blick auf das superklare Druckbild von Partitur und Stimmen, um das Ineinandergreifen weltweit verstreuter Quellen und deren subtile Auswertung für diese Edition einschätzen zu können, vom Beet­hoven-Haus in Bonn bis zu den eingebrachten praktischen Erfahrungen und Einsichten des hinzugezogenen Endellion String Quartets. Wer sich mit der Interpretation des Quartetts beschäftigt, kommt an dieser neuen Urtextausgabe von 2017 nicht vorbei.

Jaques Offenbach: Cancan aus Orpheus in der Unterwelt, bearbeitet von Thomas Stapf für Streicher oder sinfonische Besetzung ad lib. Musikverlag Andrea Wiegand, TM 1743, ISMN 979-0-2059-1743-2

Mit seiner infernalen Cancan-Musik aus der Schlussszene der Operette „Orpheus in der Unterwelt“ wirbelte vor 160 Jahren Jacques Offenbach die Pariser Varietés-Gesellschaft gehörig durcheinander. Dieses „wohl berühmtestes Beispiel eines künstlerisch stilisierten Cancan“, ist nach wie vor ein populärer Reißer und Noch-Attraktion im Pariser Varietés Moulin Rouge. Der Allroundmusiker Thomas Stapf hat nun diesen rasanten französischen Schautanz in seiner graden 2/4-Taktart, Spieldauer 3 Minuten, in eine relativ einfache bis mittelschwierige und somit praktikable Instrumentation gepackt.

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