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Alle Artikel kategorisiert unter »Boris Michael Gruhl«

Wer lügt hat Recht! Carl Maria von Webers „Die drei Pintos“ an der Prager Staatsoper

14.01.12 (Boris Michael Gruhl) -
Als Carl Maria von Webers scherzhafter Oper in drei Aufzügen „Die drei Pintos“, am 20. Januar 1888 in Leipzig uraufgeführt wurde, war der Komponist schon über 60 Jahre tot. Er hatte die Arbeit an dem Werk 1820 begonnen, vier Jahre später beendet, aber nicht vollendet. Webers Witwe soll das Manuskript an Giacomo Meyerbeer mit der Bitte um Vollendung gegeben haben, der ließ das Material liegen, später ging es zurück an Webers Nachfahren. Enkel Carl von Weber lernte in Leipzig Gustav Mahler kennen, der hier von 1886 bis 1888 Kapellmeister war. Mahler hat das Werk vollendet, behutsam, eigentlich ganz im Sinne Webers. Aber doch hier und da, insbesondere bei der Orchestrierung, kann man doch etwas von seinen Klangvorstellungen ahnen.

Wie hoch einer kleiner Vogel fliegen und wie tief er singen kann: Uraufführung der Comic-Oper „Jakub Flügelbunt“ an der Semperoper in Dresden

16.12.11 (Boris Michael Gruhl) -
Jakub, der kleine Vogel fliegt zu früh aus dem Netz zu hoch fliegt er auch. Er stürzt ab, bricht sich den Flügel, er ist unglücklich. Es folgt, wie fast immer in märchenhaften Geschichten, ein sehr heiterer Reifungsprozess. Der junge Vogel wird erwachsen, besteht den großen Waldlauf der Tiere, den ausgerechnet der Igel initiiert hat, führt witzige Dialoge mit Igel, Eule, Eichhörnchen und findet am Ende seine große Liebe. Das ist Magdalena Rotenband. Sie sammelt für ihn eine Unmenge bunter Federn, reißt sich selber für ihn die besten aus, jetzt ist der gebrochene Flügel geheilt, bunt ist er dazu, also steht dem gemeinsamen Höhenflug ins Glück nichts mehr im Wege. Das ist kurz beschrieben der Inhalt der Oper „Jakub Flügelbunt … und Magdalena Rotenband oder: Wie tief ein Vogel singen kann“.

Nazis mögen keinen Karneval: Wagners Jugendstreich „Das Liebesverbot“ zur Eröffnung des sanierten Theaters in Meiningen

12.12.11 (Boris Michael Gruhl) -
Alles ist von edlem Maß und elegantem Farbton. Die Gestaltung des Zuschauerraumes im berühmten Meininger Theater ist den ursprünglichen Entwürfen des Theaterherzogs Georg II. wieder angepasst worden. Für mehr als 23 Millionen Euro wurde das Theater nicht nur saniert, es ist jetzt auch mit modernster Bühnentechnik ausgestattet. Dafür wurde sogar das Rückportal des Bühnenhauses verschoben, somit ergeben Haupt- und Hinterbühne eine Spielfläche die das gleiche Maß hat wie die der Berliner Staatsoper. Eine Hubzylinderdrehbühne mit doppeltem Kranz wurde eingebaut, deren Möglichkeiten kommen in den Premieren anlässlich der Wiedereröffnung in überreichem Maß zur Anwendung.

Himmel, Hölle, Dudelsack! In Görlitz spielt „Schwanda der Dudelsackpfeiferpfeifer“ auf

27.11.11 (Boris Michael Gruhl) -
Es geht los und es macht Spaß. Den ersten Takten der Ouvertüre mit geheimnisvollem Grollen folgt schon der rhythmische, tänzerische Gestus. Motive tschechischer Folklore werden immer wieder gebrochen von schmetternden oder kichernden Einwürfen der Blechbläser. Melancholie mischt sich mit Übermut. Sehnsuchtsschmachten wie im Kino wird mit neutönerischen Anklängen aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts versponnen.

Hier zählt das Interesse, nicht die Garderobe – Das 20. Festival „George Enescu“ in Bukarest

06.09.11 (Boris Michael Gruhl) -
Das ist ein Jubiläumsfestival und das Publikum, vornehmlich sehr jung, kommt in Scharen. Manche Veranstaltungen beginnen mit Verspätung, der Andrang ist so groß, kein Platz soll leer bleiben, und beim Gastspiel des Ballet National de Chileno im riesigen Nationaltheater stehen die Interessenten an den Seiten und sitzen auf den Stufen.

Für den „Ring“ muss man reif sein: Der Regisseur Hansgünther Heyme und das Projekt Ring „2013“ in Ludwigshafen und Halle

27.08.11 (Boris Michael Gruhl) -
Es war ein Auftakt wie man sich ihn nur wünschen kann. Im November letzten Jahres feierte Richard Wagners Oper „Das Rheingold“, das Vorspiel zur Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ Premiere am Theater im Pfalzbau Ludwigshafen. Der Start für die erste Aufführung von Wagners Monumentalwerk im Bundesland Rheinland-Pfalz überhaupt und dazu, auch das einmalig und erstmalig in der Rezeption dieses Werkes, war der Beginn einer „deutsch-deutschen“ Gemeinschaftsproduktion dieses deutschen Ausnahmewerkes mit der Oper in Halle an der Saale.

Gewitterfront und Götterfunken: HK Gruber und Beethoven zur Eröffnung des Musikfestivals Grafenegg

24.08.11 (Boris Michael Gruhl) -
Gewitterfront über Grafenegg. Ausgerechnet am Abend der Eröffnung des fünften Musikfestivals. Aber Grafenegg, auch das mag ein Grund sein für die Beliebtheit des Ortes, bei dem sich Landschaft, Kultur und Kulinarik so wunderbar verbinden, ist das Festival für alle Fälle.

Der heilige Sandkasten: Nach fast 100 Jahren kehrt Parsifal zurück ans Prager Nationaltheater

22.03.11 (Boris Michael Gruhl) -
Vor 97 Jahren durchwehten zuletzt Wagners Erlösungsklänge das Prager Nationaltheater. Fast 100 Jahre blieb im Haus an der Moldau der Gral verhüllt. Jetzt ist der heilige Ritter zurück gekommen. Wenn am Ende Parsifal, der einstige reine Tor, als der Gesalbte, der mitleidvoll Wissende, in der Neuinszenierung von Jirí Herman wieder ankommt in der Gralsburg, dann sind fünf Stunden vergangen wie im Fluge. Parsifal enthüllt den Gral. Das ist keine bombastische Szene mit glühendem Kelch, strahlender Monstranz oder gar abstruser Verfremdung. Er schöpft am Ende des Erlösungsmärchens klares Wasser aus einer Quelle in felsiger Höhenlandschaft.

Knallharte Story mit sanften Klängen: Stephen Sondheims „Passion“ als Deutsche Erstaufführung an der Staatsoperette Dresden

30.01.11 (Boris Michael Gruhl) -
Immer wieder mal was anderes sagt man sich an der Staatsoperette und platziert ein ungewöhnliches Werk als deutsche Erstaufführung zwischen dem Zigeunerbaron und der Großherzogin von Gerolstein. Nicht direkt geradewegs, aber beinahe, kommt Stephen Sondheims Musical Musical „Passion“ vom New Yorker Broadway nach Dresden-Leuben. Und was man sich am Broadway nicht leisten konnte zur Uraufführung 1994, was aber der Intention des Komponisten entspricht, ist das große Orchester mit sattem Streicherklang, wie es die Staatsoperette bietet in einer Premiere, die zugleich das Debüt für den neu verpflichteten Kapellmeister Peter Christian Feigel ist.

Keine Explosionsgefahr: Emil Nikolaus von Rezniceks Oper „Benzin“ nach 80 Jahren in Chemnitz uraufgeführt

29.11.10 (Boris Michael Gruhl) -
Auf nach Chemnitz in die Oper, die Reise lohnt, besonders wenn das Team Mut beweist und Stücke auf die Bühne bringt, von denen selbst Fachleute bislang bestenfalls gehört hatten. Mit „Il Templario“ erfuhr man hier, dass man mit dem Namen des Komponisten Otto Nicolai mehr verbinden muss als „Die lustigen Weiber von Windsor“. Peter Eötvös´ „Love And Other Demons“ wurde als zeitgenössisches Werk ein Publikumsrenner und von der deutschen Erstaufführung „Pinocchios Abenteuer“ des Engländers Jonathan Dove ließen sich alle Altersgruppen im Opernhaus verzaubern.
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