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Alle Artikel kategorisiert unter »Boris Michael Gruhl«

Im freien Lauf der Fantasie: Das Janáček Festival in Brno beginnt traumhaft

19.11.10 (Boris Michael Gruhl) -
Das eine ist ein absurder Traum aus Angst, das andere ein Traum aus redseligem Übermut im blauen Bierdunst einer Winternacht im schiefen Wirtshaus auf dem Berg der Prager Burg. Den Angstraum als Oper von Janáček nach einer Komödie von Karel Capek präsentierte ein Gastspiel aus Moskau im alten Mahen-Theater von Brno, dem ehemals deutschen Theater in bürgerlich-plüschiger Neorenaissance. Das Ensemble der international bekannten und geschätzten Helikon-Oper wagte es erstmals „Die Sache Makropulos“, 1926 in Brünn uraufgeführt, nach Russland zu bringen. Da passt es natürlich ausgesprochen gut ins Programm des Festivals in Janáčeks Stadt, dieses Experiment zu präsentieren.

Gemeinsamkeit macht stark: Glucks „Orpheus und Eurydike“ als Projekt der drei Dresdner Kunsthochschulen

14.11.10 (Boris Michael Gruhl) -
Da gehen die Kunsthochschulen bis an die Grenzen. Aber innerhalb derselben erkunden sie ein hohes Maß an Freiheit der Gestaltung eines Musiktheaterwerkes, das wahrlich nicht zu den unbekannten gehört. Befreit von modischen Trends vorschneller Aktualisierungen gelingt in dieser Aufführung, die ihren Werkstattcharakter nicht leugnet, in bemerkenswerter Zeitlosigkeit ein assoziationsreiches Geschehen, dessen Bilder nicht ohne Langzeitwirkung bleiben.

Ein Fest für Janáček: Die Stadt Brno lädt vom 16. bis 28. November zu einem Festival mit Oper, Ballett und Konzert

03.11.10 (Boris Michael Gruhl) -
Er gehört mit Dvorák und Smetana zu den drei Großen der tschechischen Musik. Seine Opern erobern derzeit die Bühnen der ersten Häuser in aller Welt. Sinfonik und Kammermusik sind längst kein Geheimtipp mehr. Brno, bzw. Brünn, zweitgrößte Stadt der Tschechischen Republik, als Zentrum der mährischen Landschaft, ist aufs engste mit Janáčeks Schaffen verbunden, das in seiner einzigartigen Musikalität aus der Sprachmelodie dieser Landschaft hervorgegangen ist.

Hymnische Feierlichkeit: Johanna Doderers „Der leuchtende Fluss“ am Theater Erfurt

02.11.10 (Boris Michael Gruhl) -
Programmatisch wurde vor sieben Jahren das neue Theaters in Erfurt mit einer Uraufführung eröffnet. Seitdem führt Guy Montavon das Haus erfolgreich, gerade wurde sein Vertrag verlängert, kann große Projekte wagen wie „Parsifal“ oder „Tannhäuser“, setzt vergessene oder überhörte Werke auf den Plan, stellt immer wieder auch außergewöhnliche Interpretationen zur Diskussion und hält sein Versprechen, in jeder Saison eine Uraufführung nach Erfurt zu bringen. Das Publikum dankt mit Treue, Neugier und Aufgeschlossenheit. Auch am Sonntag, zur Uraufführung der Oper „Der leuchtende Fluss“ von der österreichischen Komponistin Johanna Doderer mit dem Text ihres Landsmannes Wolfgang Hermann, ist das Haus so gut wie ausverkauft, die Zustimmung ist weitaus größer als dass man sie lediglich freundlich nennen müsste.

Glucks Kugeln rollen in Görlitz: „Orpheus und Eurydike“ als Allegorie mit Widerhaken

20.09.10 (Boris Michael Gruhl) -
Bevor in Christoph Willibald Glucks Oper der sagenhafte Sänger Orpheus seine Klage um die früh verstorbene Eurydike anstimmt und sein Gesang Herzen, Steine, Tiere, selbst Götter erweicht, hatte die muntere Ouvertüre zunächst gänzlich andere Töne angeschlagen. Hier herrschte erst einmal muntere, fröhliche Festtagsstimmung. Mark Rohde, der neue Kapellmeister und stellvertretender GMD am Pult der Neuen Lausitzer Philharmonie beschert uns jenen schlanken, hellen Klang, der so erst wieder aufblitzen wird, wenn die ansonsten gestrichenen Ballettmusiken erklingen und das Werk mit dem knappem Lobgesang auf Amors Wirken schließt.

Zufall und Zärtlichkeit - „Nearly 90/2“ der Merce Cunningham Dance Company ist das Tanzereignis beim Kunstfest Weimar

01.09.10 (Boris Michael Gruhl) -
Was wir ahnten, glaubten oder wünschten, wir haben es jetzt erfahren, gesehen und gespürt, samt jenen Schauern, die über die Haut gehen, die Härchen aufstehen lassen, wenn uns das Außergewöhnliche freundlich berührt. Im Paradies wurde getanzt und im Himmel wird getanzt. Einer, der aus dem Vorrat paradiesischer Erinnerungen schöpfte und im Hinblick auf alles was nach der kurzen Spanne zwischen Herkunft und Ankunft auf uns wartet, der dem Zufall als entscheidender Kraft zwischen den Energiepolen an den Lebensschwellen vertraute, war der amerikanische Tänzer und Choreograf Merce Cunningham. Er ist im letzten Jahr, im Alter von 90 Jahren, gestorben.

Die Freude ist nicht namenlos: Anja Kampe singt im Grafenegger „Fidelio“ die Leonore

23.08.10 (Boris Michael Gruhl) -
Das vierte Musikfestival Grafenegg 2010 ist eröffnet. Schon wird von einer Erfolgsgeschichte gesprochen. Der Pianist Rudolf Buchbinder ist der künstlerische Leiter des Festivals. Gerne berichtet er, dass er jüngst auf einer Japan-Tournee darauf angesprochen wurde. Die diesjährige Eröffnung im Auditorium, einem Konzertsaal mit ausgezeichneter Akustik, der als weitere Attraktion neben dem Amphitheater „Wolkenturm“ im ohnehin begeisternden Ambiente der Schloss- und Parkanlagen im niederösterreichischen Kultur- und Weinparadies gelten darf, wird in guter Erinnerung bleiben.

Von der Lust des Beginnens: Das Menuhin Festival Gstaad präsentiert sein neues Festivalorchester

16.08.10 (Boris Michael Gruhl) -
Ja, das ist ein guter Anfang. Was wir zu hören bekommen, was wir auch sichtlich wahrnehmen, das stimmt hoffnungsvoll. Es ist nicht unwesentlich zu bemerken, dass der akustische und der optische Eindruck, den das erste Konzert des neu gegründeten Gstaad Festival Orchesters hinterlässt auch deshalb von so beflügelnder Langzeitwirkung ist, weil er unter beiden Aspekten ein so hohes Maß an positiver Energie verbreitet.

Unaussprechliches: die Britten-Produktion „The Turn of the Screw“ der Dresdner Musikhochschule

14.05.10 (Boris Michael Gruhl) -
Eine Frau erhält einen Auftrag. Sie bleibt wie ihr Auftraggeber namenlos. Aus dem Dunkel, vor geschlossenem Vorhang, vernehmen wir mit ihr, dass auf sie eine Aufgabe warte, zwei elternlose Kinder solle sie erziehen, allein soll sie es tun, den anonymen Vormund nicht behelligen. Zum hellen, lyrischen Gesang des Tenors Benjamin Glaubitz, der leicht verfremdet und aus undefinierbarer Ferne eingespielt wird, erscheint in gestochenem Ebenmaß der Auftrag als Schrift an der Wand. Die Frau nimmt an, begibt sich auf die Reise zu jenen Kindern, die sie nie erreichen wird.

Kleines Theater – große Oper: Rudolf Wagner-Régenys „Der Günstling“ in Annaberg

05.02.10 (Boris Michael Gruhl) -
Es dürfte eines der kleinsten Theater in Deutschland sein, das Eduard-von-Winterstein-Theater in der erzgebirgischen Stadt Annaberg. Vor 120 Jahren eröffnet, bis heute immer auch durch bürgerschaftliches Engagement getragen, trägt es den Namen des Schauspielers, der damals den „Egmont“ spielte und später zu einer deutschen Theater-Legende wurde.
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