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Alle Artikel kategorisiert unter »Peter P. Pachl«

Jenseits-Reise mit lieb gewonnenen Opernfiguren: Claude Viviers „Kopernikus“ an der Berliner Staatsoper

19.01.19 (Peter P. Pachl) -
Der Komponist Claude Vivier, 1983 im Alter von knapp 35 Jahren von einem Stricher ermordet, hat in seiner dritten geplanten Oper in mysteriöser Weise den eigenen Tod konzipiert. Auch sein einziges vollendetes Bühnenwerk „Kopernikus“ ist stark autobiografisch und handelt vom Tod als Übergang. Die rundum stimmige Aufführung ist ein singuläres Opernereignis.

Musikalisch reizvolles Maskenmusiktheater: „Himmelerde“ an der Staatsoper Berlin

18.01.19 (Peter P. Pachl) -
„Linden, 21“ nennt sich ein neues Format für Uraufführungen im großen Haus der Staatsoper Unter den Linden. Als erstes in der von Intendant Matthias Schulz innovierten Reihe erfolgte – in Koproduktion mit dem Theaterhaus Stuttgart und den Ludwigsburger Schlossfestspielen – eine Art szenischer Liederabend. Die Innovation galt dabei weniger dem Inhalt oder der szenischen Umsetzung als der musikalischen Bearbeitung durch das alpenländische Ensemble Franui.

Mit zahlreichen ästhetischen Querverweisen – Uraufführung von Beat Furrers „Violetter Schnee“ an der Staatsoper

14.01.19 (Peter P. Pachl) -
Das ist selten und spricht umso mehr für den Erfolg einer Musiktheaterproduktion, wenn diese einen deprimierenden Inhalt hat, aber zu einem rauschenden Erfolg wird. Am Tag vor der Uraufführung hatte es in Berlin geschneit. Und Nachrichten aus Bayern sprechen von Schneelawinen und eingeschlossenen Menschen. Der Zeitpunkt für die Uraufführung von Beat Furrers einaktiger Oper „Violetter Schnee“ war somit von der Staatsoper Unter den Linden zufällig richtig gewählt. Fünf Menschen, eingeschlossen wie in Jean-Paul Sartres „Die geschlossene Gesellschaft“, erleben wie die Insassen von „Solaris“ ein Naturphänomen vor dem Exitus.

Peter P. Pachl: Kuriose Kostbarkeiten

03.01.19 (Peter P. Pachl) -
Nachdem der Echo Klassik Preis im Vorjahr schmählich abgestürzt war, ist er – wie Phönix aus der Asche – als Opus Klassik Preis neu emporgeschwebt. Einen der Preise erlangte dabei die an dieser Stelle im Vorjahr bereits prämierte DVD-Ersteinspielung von Walter Braunfels’ „Ulenspiegel“ (Capriccio), und mit einer der hier als bemerkenswert hervorzuheben geplanten, dann aber aufgrund der gebotenen Kürze dem Strich zum Opfer gefallenen Produktionen erlangte ebenfalls den Opus die Doppel-CD mit der Kammermusik und den Liedern von Rudi Stephan unter ihrem Spiritus Rector Hinrich Alpers (Sony). Nach dem Echo in der Musik als deren entschlüsseltem Geheimnis, dem Wieder-Hören, gilt nun auch in dieser individuellen Bilanz die Hervorhebung dem Plural von Opus – die Pluralität der Opera auf dem (Bild-)Tonträger-Markt.

Jahresend-Weltreise oder Drei Hochzeiten und kein Todesfall – Paul Abrahams „Viktoria und ihr Husar“ an der Komischen Oper Berlin

31.12.18 (Peter P. Pachl) -
Alljährlich gegen Jahresende gibt es in der Komischen Oper Berlin eine halb-szenische Produktion. Zunächst für fünf Jahre dem Komponisten Emmerich Kálmán gewidmet, steht seit der vorigen Spielzeit ein fünfteiliger Zyklus mit selten zu hörenden Operetten von Paul Abraham an. Nach dem „Märchen im Grandhotel“, folgte nun Paul Abrahams wohl bekanntester Operettentitel, „Viktoria und ihr Husar“.

Eigene Mischung – „Les Contes d'Hoffmann“ an der Deutschen Oper Berlin

02.12.18 (Peter P. Pachl) -
Die Aufführungsgeschichte der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ seit der Uraufführung des von Jacques Offenbachs unvollendeten Bühnenwerks, 1881 in Paris, hat bis heute kein Ende gefunden. In Berlin waren in den vergangenen Jahren diverse Lesarten, unterschiedlich komplettiert nach der kritischen Ausgabe von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck, auf der Bühne zu erleben. Darunter 2014 in kleiner Form, musikalisch bearbeitet und mit Neukompositionen von Anne Champert in der Tischlerei der Deutschen Oper, 2015 eine von Barrie Kosky als „albtraumartige[r] Horrortrip“ apostrophierte Fassung für die Komische Oper Berlin, mit den ersten beiden Akten in der von Michael Kaye rekonstruierten Bariton-Fassung, dem dritten bis fünften Akt in der Tenorversion. Nun das für Berlin neue Remake einer Inszenierung aus dem Jahre 2005 in Lyon.

Im Reich der Lichtobjekte – Jean-Philippe Rameaus „Hippolyte et Aricie“ an der Staatsoper Berlin

01.12.18 (Peter P. Pachl) -
Der anfängliche Eindruck der Zuschauer*innen in der Aufführung von Rameaus Tragedie en cinq actes, sie befänden sich – angesichts der zahlreichen Lasereffekte im Paraffin-Nebel – in einem Disco-Club oder in einer Pop-Großveranstaltung, verhärtet sich noch, als über dem Orchestergraben eine gigantische Prismen-Spiegelkugel herabgesenkt wurde. Ohne Zweifel: Pluto, Merkur und Diana sind mitsamt Familie und Bediensteten eingekehrt ins Disco-Reich.

Kopftheater – Leonard Bernsteins „Candide“ an der Komischen Oper Berlin

25.11.18 (Peter P. Pachl) -
Die auf Voltaires satirischer Novelle „Candide ou l’Optimiste“ beruhende Handlung von Leonard Bernsteins „Candide“ verlangt nach einer aberwitzigen Folge von Schauplätzen, die selbst als Ausstattungsrevue kaum adäquat zu realisieren wären. Barry Kosky hat einen umgekehrten Weg eingeschlagen: den in die Vanitas des Endes der Handlung – ein Kopftheater auf der zumeist leeren Bühne. Wichtig ist dem inszenierenden Hausherrn das Spiel, das Tempo, die Intensität einer in ihren Spitzen ausgezeichneten Solist*innen-Riege und der sich wieder einmal überbietenden Chorsolisten der Komischen Oper Berlin.

Offtheater als High Price Event – „A Monteverdi Project“ an der Staatsoper Berlin

19.11.18 (Peter P. Pachl) -
Die in den Rahmen der diesjährigen Barocktage der Staatsoper Unter den Linden eingebettete Uraufführung schafft den Chiasmus vom Off-Theater des Inhalts zum Prestigeobjekt in Form und Ausstattung: ein staatsopernadäquates High Price Event.

„Der Zauberer von Oz“ von Pierangelo Valtinoni an der Komischen Oper Berlin

29.10.18 (Peter P. Pachl) -
Es ist schwer, gegen einen Mythos anzutreten, im konkreten Fall gegen den Hollywoodfilm „Der Zauberer von Oz“. Dass dies obendrein ein Musical-Film ist, der auch gerne auf die Bühnen transformiert wurde, macht den Fall für die Komische Oper Berlin mit einer Erstaufführung als Kinderoper nicht leichter.
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