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Alle Artikel kategorisiert unter »Thomas Janssen«

Komponierte Konzertprogramme

01.10.05 (Thomas Janssen) -

Dass es beim Komponieren von Kammermusik darum gehe, dem Material „feinste Nuancen abzulauschen“, stellt Jörg Widmann in einem der Gespräche fest, die in dem kürzlich erschienenen Buch „Im Sog der Klänge“ (Mainz 2005) festgehalten sind. Spricht Widmann zunächst mit Blick auf das eigene Werk, so benennt er auch ein, wenn nicht das zentrale Charakteristikum der Kammermusik. Die Gattung, die diese Aufmerksamkeit für die feinsten Nuancen kompositorisch auf die Spitze treibt, das Streichquartett, hatten die 60. Sommerlichen Musiktage Hitzacker in den Mittelpunkt ihres Programms gestellt – passend zum Jubiläum eines Festivals, das seit seiner Gründung 1946 der Kammermusik verpflichtet war und ist. „Kosmos Streichquartett – Große Welt im Kleinen“ hieß das Thema des Festivals in dem niedersächsischen Elbstädtchen, dessen Programm seit 2002 der Hamburger Musikwissenschaftler Dr. Markus Fein gestaltet. Jörg Widmann, dessen zweites von bisher fünf Streichquartetten, das „Choral-Quartett“, 2003 in Hitzacker uraufgeführt worden war, war in diesem Jahr Composer in residence.

Das Hören in sein Recht setzen

01.07.05 (Thomas Janssen) -

Die Musik, die Neue zumal, mit der in diesem Fall auch die des 20. Jahrhunderts gemeint ist, werde als abstrakte Kunst wegen der Dominanz des Visuellen in unserer Kultur weniger akzeptiert als die Tonkunst vergangener Jahrhunderte. So hat Gerald Humel in Gesprächen wiederholt die aktuell eher marginale Rolle von Kunstmusik zu erklären versucht. Eine persönliche Antwort auf diese Problematik hat der am Freitag, dem 13. Mai, unerwartet verstorbene Komponist aus Berlin mit seiner Musik gegeben – mit einer Musik, durch deren subtile Ausformung Gerald Humel das Hören neu herausfordern und in sein Recht setzen wollte.

Träume, die Grenzen sprengen

01.12.03 (Thomas Janssen) -

„Jede Epoche träumt ja nicht nur die nächste, sondern träumend drängt sie auf das Erwachen hin. Sie trägt ihr Ende in sich und entfaltet es.“ In der Musikgeschichte gibt es Momente, in denen der Prozess, den Walter Benjamin in „Paris, die Hauptstadt des XIX. Jahrhunderts“ beschreibt, ganz unmittelbar präsent ist. So in Arnold Schönbergs zweitem Streichquartett in fis-Moll. Es erklang im September beim Eröffnungskonzert des Schreyahner Herbstes im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg – gespielt vom Arditti Quartett aus London. Das gab in seiner bekannten, von Perfektion wie Einfühlsamkeit geprägten Manier gemeinsam mit der nuanciert singenden Sopranistin Ingrid Smithüsen eine fulminante Interpretation. Hochmusikalisch, und so, dass die Logik des Schritts von spätromantischer Ausdrucksradikalität zur Atonalität als logisches Ergebnis der Suche nach Darstellung neuer psychische Realitäten bürgerlicher Individualität betont wurde.

Die Erfahrung Land gründlich reflektiert

01.02.01 (Thomas Janssen) -

„I’m goin’ up the country, where the water tastes like wine“ – so sang die Rockband Canned Heat vor dreißig Jahren. Für die Neue Musik ist das Land allerdings kaum ein Ort, wo Wasser wie Wein schmeckt. Ausnahmen bestätigen die Regel. Eine davon ist der Schreyahner Herbst, ein Festival Neuer Musik, das seit 1986 im Dorf Schreyahn im niedersächsischen Landkreis Lüchow-Dannenberg stattfindet. Nahe der früheren Grenze zur DDR ist gelungen, was auf dem Land selten gelingt – das Festival hat seit Jahren ein motiviertes, festes Publikum. Ort ist der Künstlerhof Schreyahn, eine Stipendiatenstätte des Landes für Schriftsteller und Komponisten.

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