Mit dem neu erschienenen „Bildungsplan Musik für die Elementarstufe/Grundstufe“ legt der Verband deutscher Musikschulen (VdM) eine grundlegend überarbeitete fachliche Orientierung für die frühe musikalische Bildung vor.
Nach der Erstveröffentlichung von 2010 reagiert die Neufassung auf tiefgreifende gesellschaftliche, bildungspolitische und fachliche Entwicklungen und stärkt zugleich die Rolle der Musikschulen als zentrale Orte musikalischer Bildung von Anfang an.
Musikalische Bildung ist ein wesentlicher Bestandteil der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern. Sie fördert Wahrnehmung, Ausdrucksfähigkeit, soziale Kompetenzen, Konzentration und Durchhaltevermögen. Öffentliche Musikschulen übernehmen hierbei eine besondere Verantwortung, indem sie allen Kindern den Zugang zur Musik ermöglichen – unabhängig von Herkunft, Bildungshintergrund oder finanziellen Möglichkeiten der Familien. Gerade vor dem Hintergrund wachsender Diversität und fortschreitender Digitalisierung gewinnt eine verlässliche, qualitätsvolle musikalische Bildung in der frühen Kindheit weiter an Bedeutung.
Der Bildungsplan versteht sich bewusst nicht als klassischer Lehrplan mit festgelegten Fein- oder Lernzielen. Bereits die Ausgabe von 2010 markierte den programmatischen Wechsel hin zu einem offenen Bildungsverständnis, das Bildung nicht herstellen, sondern anregen und ermöglichen will. Diese Grundhaltung wird nun konsequent weitergeführt. Statt normativer Vorgaben bietet der Plan eine fundierte fachliche Rahmung, innerhalb derer sich qualifizierte Lehrkräfte mit großer Methodenfreiheit bewegen können. Ziel ist es, pädagogisches Handeln zu reflektieren, zu begründen und weiterzuentwickeln.
Ein zentrales Merkmal der Neufassung ist die systematische Darstellung der vielfältigen Settings, in denen frühe musikalische Bildung heute stattfindet. Neben dem klassischen Unterricht an der Musikschule werden kooperative Formate mit Kindertagesstätten und Grundschulen ebenso berücksichtigt wie Projekte, Aufführungen und innovative Angebotsformen, etwa situative Arbeit, Klanglabore oder musiktherapeutische Ansätze. Damit trägt der Bildungsplan der zunehmenden Komplexität musikpädagogischer Praxis Rechnung und bietet zugleich praxisnahe Hinweise für Planung und Umsetzung.
Inhaltlich richtet sich der Bildungsplan primär an die Altersgruppe der Null- bis Zehnjährigen, bezieht jedoch auch Eltern, familiäre Bezugspersonen sowie altersübergreifende Kontexte mit ein. Die Darstellung der Arbeit mit unterschiedlichen Altersgruppen mündet in einer tabellarischen Übersicht von Bildungszielen, die einzelnen Angebotsformaten zugeordnet sind, ohne diese verbindlich festzuschreiben.
Besondere Aufmerksamkeit widmet der Bildungsplan den sogenannten Querschnittsthemen. Aspekte wie Inklusion, kulturelle Teilhabe, Diversity und Digitalisierung werden als zentrale Rahmenbedingungen musikalischer Bildung diskutiert. Sie bieten Lehrkräften, Leitungspersonen und weiteren Beteiligten eine gemeinsame Grundlage für fachlichen Austausch und Verständigung über pädagogische Haltungen und konkrete Vorgehensweisen.
Abgerundet wird das Werk durch eine umfangreiche Zusammenstellung relevanter Fachliteratur ab dem Erscheinungsjahr 2000, geordnet nach Altersgruppen und Inhaltsbereichen. Damit dokumentiert der Bildungsplan den aktuellen fachwissenschaftlichen Diskurs und lädt zum Weiterdenken und Weiterlesen ein.
Der neue Bildungsplan möchte Orientierung geben, Transparenz schaffen und die künstlerisch-pädagogische Praxis an Musikschulen nachhaltig befruchten. Als zentrales Referenzwerk für die Elementarstufe und Grundstufe an Musikschulen will er kontinuierliche Bildungsprozesse von Kindern anregen und die Qualität früher musikalischer Bildung weiterentwickeln.
Bestellt werden kann der neue „Bildungsplan Musik für die Elementarstufe/Grundstufe“ im Online-Shop des VdM https://www.musikschulen.de/service/vdmverlag/neuigkeiten.
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Bildungsplan des VdM
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VdM: Neuer Bildungsplan Musik für die Elementarstufe/Grundstufe erschienen
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