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Eine entscheidende Hürde aus dem Weg räumen

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Erste Universitäten schaffen die Eignungsprüfung für das Lehramtsstudium Musik ab
Vorspann / Teaser

Die Eignungsprüfung in pädagogischen Musikerberufen ist für viele mögliche Studienanfänger eine Hürde, die dazu führt, dass dieser Studiengang nicht ausgewählt wird und so in naher Zukunft ein spürbarer Lehrkräftemangel droht. Deshalb wird diese Eignungsprüfung vielerorts überarbeitet und verändert. An der Universität Bielefeld ist die Eignungsprüfung zum Wintersemester 2026/27 vollständig abgeschafft worden.

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Das Interesse an der Aufnahme eines musikpädagogischen Studiums ist in den vergangenen Jahren – auch gerade nach Corona – massiv eingebrochen. Demographische Entwicklungen in der Bundesrepublik scheinen dabei als Grund wohl nicht auszureichen. So hat die Bundesfachgruppe Musikpädagogik 2024 eine Studie herausgegeben, die diesem Interessentenschwund nachgehen soll: „Musiklehrkräftemangel – eine explorative Studie für sinkende Zahlen in den Studiengängen für das Lehramt Musik“, kurz: MULEM-EX. Im Vorfeld dieser Studie entstanden 70 Mikroprojekte an universitären Standorten, an Musikhochschulen und Pädagogischen Hochschulen, die die Ursachen des Musiklehrkräftemangels und des Rückgangs der Studierendenzahlen in den Lehramtsstudiengängen Musik untersucht haben.

Schnelle Reaktion nötig

Eine Studie hätte es möglicherweise nicht gebraucht, um herauszufinden, dass die Eignungsprüfungen für Musikerberufe an den Universitäten und Hochschulen für viele zukünftige Studenten eine bittere Pille, ein Horrorszenario sind. Nun liegt im Bereich der Studiengänge für das Schulfach Musik das Kind im Brunnen und es gilt, schnell und effektiv zu reagieren. Denn „das Fach Musik“, so Thomas Busch, der Vorsitzende der Bundesfachgruppe Musikpädagogik, „ist wesentlich für die Entwicklung von musikalischer Bildung und darüber hinaus für Kreativität, Ausdrucksfähigkeit und Teamfähigkeit“. Busch bezeichnet das Fach Musik in den Lehr- und Bildungsplänen der Länder für „unverzichtbar“.

Einige Stichwörter aus MULEM-EX: Die Eignungsprüfung ist zentrale Herausforderung und entscheidende Hürde bei der Wahl des Studienfaches; zeitliche und finanzielle Ressourcen für die Vorbereitung der Eignungsprüfung sind eine Herausforderung; die Vorbereitung auf Eignungsprüfung parallel zum Abitur führt zu starker Doppelbelastung; für die Vorbereitung ist eine private Ausbildung notwendig, wofür bei vielen die finanziellen Ressourcen fehlen; besondere Barrieren: Musiktheorie, Gehörbildung; Erlernen eines Zweitinstrumentes; viele Anforderungen müssen neu und eigenständig erlernt werden und wurden im bisherigen Werdegang nicht vermittelt; die Einseitigkeit der inhaltlichen Ausrichtung der Eignungsprüfung auf klassisch-europäische Kunstmusik passt weder zur gewünschten Ausrichtung des schulischen Musikunterrichtes noch zur eigenen Biographie der Bewerber.

Erste Effekte in Bielefeld

Die Kultusministerkonferenz geht bis zum Jahr 2030 von mindestens 13.000 fehlenden Lehrkräften aus; andere Quellen rechnen mit 81.000. In dieser Situation geht die Universität Bielefeld einen neuen Weg und schafft die Eignungsprüfung zum Studieneingang vollständig ab. Empörte Aufschreie hat es ob dieser Maßnahme nicht gegeben. Ganz im Gegenteil: Gab es in Bielefeld in den vergangenen Semes­tern im Schnitt etwa fünf Studienanfänger in den Studiengängen Lehramt Grundschule und Sekundarstufe I, haben sich jetzt bereits 25 für das kommende Semester eingeschrieben. Die Einschreibefrist läuft (für die ganz Spätentschlossenen) aber noch bis zum 15. November, die Lehrveranstaltungen beginnen allerdings bereits am 12. Oktober.

In Bielefeld setzt man, so der im Fach zuständige Professor Johannes Voit, in Zukunft auf mehr Begleitung und Beratung. Einen Qualitätsverlust innerhalb des Studiums darf und wird es nicht geben. Daher werden während des Studiums mehr qualitätssichernde Prüfungen eingewoben als bisher. Gleichzeitig werden Studieninhalte verändert und angepasst. Ein „Vorkurs Musiktheorie“ soll den Einstieg in die Musiktheoriekurse erleichtern. Zusätzlich wird schon von Studienbeginn an ein Schwerpunkt auf musikpraktische Arbeiten und Anleitung und Durchführung von Gruppenmusizieren gelegt. Auch die extrem selektive Ausrichtung des Studiums auf die klassisch westliche Kunstmusik soll in Zukunft durch einen Blick auf die Vielfalt der unterschiedlichen Kulturen modifiziert werden, die sich in Deutschland treffen.

Auch die Universität Paderborn hat zum kommenden Semester die Eignungsprüfung abgeschafft. In den baden-württembergischen pädagogischen Hochschulen läuft ein Modellversuch, der das bisherige Verfahren zur Feststellung der Eignung für das Studium des Fachs Musk in den Lehramtsstudiengängen durch ein modifiziertes Verfahren ersetzt, das sich durch eine Stärkung von Beratung und Coaching im ersten Fachsemester auszeichnet. Die Musikhochschule in Detmold will an der Eignungsprüfung wohl festhalten und überarbeitet derzeit deren Inhalte und Anforderungen.

So sehr es hier um hochschulinterne Vorgänge geht, so ist das Ziel der Ausbildung weiterhin und vermehrt die Schaffung eines hohen Unterrichtsstandards mit gesellschaftlich zeitgemäßen Inhalten in den Schulen.

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