Das Teilprojekt „Künstliche Intelligenz in der Musik“ (KIM) in Trossingen verfolgte das Ziel, maschinelles Lernen, interaktive Systeme und künstlerische Praxis auf höchstem Niveau zu integrieren.
Musikalisch-ästhetische Experimente mit KI
Um Theorie und Praxis zu vereinen, riefen Dr. Luc Döbereiner und Dr. Joachim Goßmann das KI-Labor „Latent Space“ ins Leben – ausgestattet mit speziellen KI-Hochleistungsservern, modernster Audiotechnik und VR-basiertem Body-Tracking. Hier konnten Studierende neuartige Werkzeuge direkt in ihre kreativen Prozesse und Performances integrieren. Dass Trossingen durch diese Pionierarbeit zum internationalen Kompetenzzentrum avanciert ist, zeigte sich besonders bei den beiden internationalen Symposien „AI in Music“. Diese zogen renommierte Fachleute aus Wissenschaft, Kunst und der Kreativwirtschaft an. Diskutiert wurden dabei technologische Innovationen, aber auch ethische und gesellschaftliche Fragen: Wem gehört die Musik, wenn eine Maschine sie mitkomponiert? Wie steht es um Urheberschaft, Transparenz und kulturelle Teilhabe im digitalen Zeitalter?
Die forschende und kreative Arbeit im Labor trägt längst handfeste praktische Früchte. Ein herausragendes Beispiel für den direkten Transfer in die Wirtschaft ist die Leistung eines Musikdesign- Absolventen. Er entwickelte ein KI-basiertes Soundbranding-Tool für die Deutsche Telekom, welches in der Lage ist, das ikonische Soundlogo des Unternehmens vollautomatisiert an unterschiedlichste Bewegtbildformate anzupassen. Ein weiterer glänzender Erfolg gelang im Ausstellungsbereich: Studierende entwickelten hierfür KI-basierte Stimmpersönlichkeiten, Avatare sowie ein umfassendes immersives Klangdesign, das die gesamte Ausstellung dramaturgisch trägt und Besuchende in vielschichtige narrative Erfahrungsräume eintauchen lässt. Das Projekt demonstriert eindrucksvoll das Potenzial von KI als künstlerisches und gestalterisches Werkzeug und wurde vom Deutschen Design Club (DDC) mit dem begehrten Goldaward als beste studentische Arbeit ausgezeichnet.
Auch nach dem offiziellen Ende der Projektlaufzeit ist die Nachhaltigkeit der geschaffenen Strukturen gesichert. Sämtliche Lehrmodule und die hochmoderne Infrastruktur des KI-Labors bleiben der Hochschule Trossingen dauerhaft erhalten. Für die künftige akademische Ausbildung ist dabei ein Punkt von zentraler Bedeutung: Alle gewonnenen Erkenntnisse und technologischen Ergebnisse fließen ab 2026 direkt in die Studiengänge Bachelor Musikdesign und den neuen Master Audio Experience Design. Dieser transdisziplinäre Studiengang positioniert sich an der Schnittstelle von Technologie, KI, Musik, Sound und Design und eröffnet neue Forschungs- und Berufsfelder. Dazu zählen unter anderem Architektur, Produkt- Audiodesign, Sonic Arts, Virtual Reality, immersive Medien, Raumklanggestaltung sowie weitere Felder einer zunehmend „sound driven“ Innovationskultur. Ziel ist es, Studierende nicht nur auf bestehende Berufsbilder vorzubereiten, sondern sie aktiv an der Entwicklung neuer Disziplinen zu beteiligen.
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