Zwei markante Beispiele erfolgreich wiederkehrender Veranstaltungen an der BrucknerUni stehen exemplarisch für die Bandbreite künstlerischer Ausdrucksformen, die an der Universität gelehrt und erlernt werden können: Ende März feierte das Festival LEICHT ÜBER LINZ sein 10-jähriges Bestehen mit einem fulminanten Fest geballter musikalischer und performativer Kunst. Seit 2014 wird biennal der Operettenwettbewerb des Instituts Gesang und Musiktheater ausgetragen und geht somit dieses Jahr zum sechsten Mal über die Bühne. Dieser sängerische Wettstreit versammelt nicht nur in der Jury das „Who is who“ der österreichischen Fachwelt dieses Genres, sondern ebnet herausragenden Sängerinnen und Sängern den Weg auf renommierte Bühnen im deutschsprachigen Raum.
Operettenwettbewerb. Foto: Harald Fuchs
Zwischen Gegenwartskunst und Operette
Die Operette ist nicht nur bei Sommerfestivals en vogue, sondern hat sich durch die Einführung des Operettenwettbewerbs in der Ausbildung an der BrucknerUni einen fixen Platz zurückerobert. 2014 vom Institut Gesang und Musiktheater unter der Leitung von Robert Holzer initiiert, verfolgt der Wettbewerb das Ziel, Studierende an die vielfältige, unterhaltsame Operettenliteratur heranzuführen und ihnen diese Repertoirewelt zugänglich zu machen.
Durch die intensive Beschäftigung mit ausgewählten Arien und Rollen entwickelt sich ein vertieftes Verständnis für dieses Genre, dessen Ausdruck sowie die kulturgeschichtliche Tradition und eröffnet den Studierenden eine völlig neue Welt voller Fantasie.
Sprungbrett für Sänger:innenkarrieren
Unter dem Juryvorsitz von Robert Holzer wird der Operettenwettbewerb, der sich an Studierende der ABU sowie Alumni:Alumnae bis zum 35. Lebensjahr richtet, in zwei Runden ausgetragen und findet seinen Höhepunkt im öffentlichen Finale. Dass der Wettbewerb in der Fachwelt hohes Ansehen genießt, zeigt sich in der Juryzusammensetzung mit prominenten Vertreter:innen österreichischer Bühnen und Agenturen. Der Wettbewerb war bisher tatsächliches Sprungbrett für so manche Sänger:innenkarriere: So sind die ersten Preisträgerinnen der Wettbewerbe 2014 bis 2022 am Linzer Landestheater (Fenja Lukas), dem Staatstheater Nürnberg (Julia Grüter), dem Badischen Staatstheater (Florence Losseau) und dem Salzburger Landestheater (Nicole Lubinger) zu erleben, der erste Preisträger 2024 (Christoph Gerhardus) ist wiederum Ensemblemitglied beim Lehárfestival Bad Ischl.
Die diesjährigen Ergebnisse werden Anfang Juni auf www.bruckneruni.ac.at veröffentlicht.
10 Jahre Festival aktueller Musik und Performance
Eine Kunsthochschule braucht keinen Fokus auf Neues, denn es ist selbstverständlich, dass dort aktuelle Kunst produziert wird. In einer Musikuniversität wird die Musik aus fünf Jahrhunderten gleichzeitig gelebt, und es ist eher eine Ausnahme, Werke aus unserer Zeit hören zu können.
(aus dem 1. Programmheft LEICHT ÜBER LINZ 2016)
Dieses Statement von den Anfängen des Festivals LEICHT ÜBER LINZ galt an den Festivaltagen im März freilich nicht. Denn in diesem Zeitraum standen Musik, Tanz und Performances wie sie aktueller nicht sein könnten, im Fokus des Geschehens und der Darbietungen.
Entwicklung und Ausrichtung
Die international ausgerichteten Festivaltage wurden 2016 von Carola Bauckholt initiiert und werden seit den Anfängen vom Institut für Komposition, Dirigieren und Computermusik organisiert. Im Laufe der vergangenen zehn Jahre hat sich das Festival unter ihrer Leitung und seit 2025 unter der von Hannes Löschel überregional einen Namen gemacht und konnte sich als Fixpunkt der Gegenwartsmusik etablieren. Besonderer Wert wird neben hohen künstlerischen Qualitätsansprüchen auf die Suche nach außergewöhnlichen Orten gelegt, die neben den Räumlichkeiten der BrucknerUni bespielt werden. So überrascht es nicht, dass schon einmal ein Parkhaus als Veranstaltungsort dient oder sich die Stadtpfarrkirche Linz-Urfahr als idealer Ort für Performances zeigt.
LEICHT ÜBER LINZ. Foto: Bogi Nagy
Jubiläum 2026 LEICHT ÜBER LINZ
In den langjährigen Publikumserfolg hat sich die Jubiläumsausgabe 2026 eingereiht, die mit sieben Konzerten und Performances von alleine dreißig Uraufführungen – komponiert, konzipiert und arrangiert von zwanzig Komponist:innen aus vier Kontinenten – auch dem gesellschaftlichen universitären Auftrag gerecht wurde. Zu hören und sehen waren international gefragte und etablierte Gäste wie unter anderen das einzigartige Vokalsolist:innen- Ensemble „Cantando Admont“, der Ausnahmegitarrist Samuel Toro Pérez, Perfomer und Drummer Lukas König sowie die Studierenden-Ensembles „Die Inkommensurablen“ unter der Leitung von Clemens Wenger und das „Ensemble Neue Musik“ unter der Leitung von Sophie Goidinger-Koch.
Es wird bereits an den nächsten 10 Jahren gebastelt – Start in die zweite Dekade ist das Festival 2027, das vom 15. bis 18. März 2027 in Linz stattfinden wird.
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