Anna Prohaska erhält den Schneider-Schott-Musikpreis Mainz 2010


30.03.10 -
Die Sopranistin Anna Prohaska erhält den Schneider-Schott-Musikpreis Mainz 2010. Der Preis wird alle zwei Jahre abwechselnd an junge Interpreten und Komponisten vergeben. Er ist mit 15 000 EUR dotiert und zeichnet besondere Leistungen auf dem Gebiet der Interpretation und Schöpfung zeitgenössischer Musik aus.
30.03.2010 - Von PM, KIZ

In der Begründung der Jury heißt es: „Die Jury verleiht der Sopranistin Anna Prohaska den Schneider-Schott-Musikpreis Mainz 2010 für ihre musikalisch und intellektuell gleichermaßen herausragenden Interpretationen und ihre außerordentliche künstlerische Reife. Sie besticht in Konzert- und Opernpartien durch hohes technisches Können und geistige Durchdringung sowohl der musikalischen Struktur als auch der Texte. Unbedingte künstlerische Ernsthaftigkeit verbindet sie mit rascher Auffassungsgabe, Leidenschaft und dem Mut, sich ständig neuen Herausforderungen zu stellen. Spiellust, Verständnis des emotionalen Gehalts und Temperament begleiten ihre überragenden sängerischen Fähigkeiten und verleihen ihr außerordentliche Bühnenpräsenz. Wir zeichnen mit Anna Prohaska eine junge Sängerin aus, die ihr überragendes Talent mit großem Verantwortungsbewusstsein in den Dienst ihrer Kunst und besonders auch der zeitgenössischen Musik stellt.“

Zur Künstlerin
Anna Prohaska wurde 1983 geboren und wuchs in einer Wiener Musikerfamilie auf. Seit ihrem vierzehnten Lebensjahr erhielt sie Unterricht in Klavier, Musiktheorie und Stimmbildung bei Eberhard Kloke. Noch vor dem Abitur begann sie ein Studium an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin bei Norma Sharp, Brenda Mitchell und Wolfram Rieger, das sie 2009 mit dem Diplom im Fach Gesang beendete. Nach Engagements an der Komischen Oper Berlin (u.a. in Benjamin Brittens „The Turn of the Screw“ ) wurde Anna Prohaska zu Beginn der Spielzeit 2006/07 Ensemblemitglied der Staatsoper Unter den Linden Berlin, wo sie u.a. bei der Uraufführung von Peter Ruzickas „Hölderlin“ mitwirkte. 2008 debütierte sie mit den „Vier Liedern“ op. 13 von Anton Webern bei den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle. Bei den Salzburger Festspielen 2009 wurde sie in „Al gran sole carico d’amore“ von Luigi Nono mit den Wiener Philharmonikern unter Ingo Metzmacher gefeiert. Im Herbst des gleichen Jahres überzeugte sie als Interpretin der Uraufführung von Wolfgang Rihms „Mnemosyne“.

Der Jury des Schneider-Schott-Musikpreises Mainz gehören Prof. Giselher Schubert (Hindemith-Institut Frankfurt, Jury-Vorsitzender), Dr. Achim Heidenreich (Zentrum für Kunst  und Medientechnologie Karlsruhe), Dr. Christiane Krautscheid (Schott Music), Prof. Wolfgang Rihm (Komponist, Karlsruhe) und Lars Vogt (Pianist, Berlin) an.

Der Preis wird Anna Prohaska bei einem Preisträgerkonzert im Kleinen Haus des Mainzer Staatstheaters am Sonntag, 16. Mai 2010, 18.00 Uhr, verliehen. Die Tochter des Stifters, Friederike Baechle, wird den Preis überreichen.

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