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Alle Artikel kategorisiert unter »Anna Prohaska«

Der pure Händel-Glücksfall! Claus Guth inszeniert am „Theater an der Wien“ Händels „Saul“

26.02.18 (Joachim Lange) -
Jeder Regisseur, der sich darauf einlässt, ein Oratorium von Händel zu inszenieren, darf sich über das übliche Maß hinaus, als ein später Verbündeter des Barockmeisters fühlen. Als dessen Opern (und das dazugehörige Unternehmen) in London nicht mehr so recht gingen, schaltete er auf Oratorium um. Und machte weiter. Für den cleveren Manager seiner Selbst, gehörte dieser Relaunch zur Kunst des Überlebens. Das funktionierte auch über seinen Tod hinaus. Dank seiner Oratorien war er nie völlig weg vom Fenster. Was sich bei seinen Opern erst im 20. Jahrhundert mit einem fulminanten Crescendo als unsterblich erwies, stand bei den Oratorien nie in Frage.

Sinnlich höfische Zur-Schau- und Selbstdarstellung – „L’incoronazione di Poppea“ an der Staatsoper Unter den Linden

10.12.17 (Peter P. Pachl) -
Die Barockoper gehört einfach zu Unter den Linden, und so gab es am zweiten Tag des Spielbetriebes gleich die Premiere jener Oper, die einen herausragenden Höhepunkt in der Geschichte des Musiktheaters bildet, Claudio Monteverdis „L’incoronazione di Poppea“.

Vom Blumenmeer ins Blutbad – Aribert Reimanns „Lear“ wird zum triumphalen Schlusspunkt der aktuellen Salzburger Festspiele

22.08.17 (Joachim Lange) -
Zum guten Schluss ist die Rechnung des neuen Salzburger Festspielintendanten Markus Hinterhäuser aufgegangen: Aribert Reimanns längst zum Klassiker der Moderne avancierter „Lear“ aus dem Jahre 1978 setzte ein Ausrufezeichen hinter das sommerliche Opern-Programm an der Salzach. Dabei glänzen die Wiener Philharmoniker als „Hausorchester“ der Festspiele mit Franz Welser-Möst am Pult mit dieser ambitionierten und höchst erfolgreichen zeitgenössischen Oper. Was aufs Schönste belegt, dass diesen Musikern auch nichts Modernes fremd ist. Zumal sich die Felsenreitschule in den letzten Jahren noch jedes Mal bei den Großwerken der Moderne akustisch bewährt hat. Auch die aus der Not geborene Platzierung des Schlagwerks an der Seite der Bühne erweist sich als Glücksfall für die dadurch entstehende Pointierung der Musik.

Klanglandschaften aus Erinnerungen und Sehnsucht: Seelensuche in Salzburg

15.04.17 (Michael Ernst) -
Das halbe Jahrhundert Osterfestspiele Salzburg feiert fünf Jahre Sächsische Staatskapelle: Die Salzburger Schönheit steht sicherlich nicht im Schatten der Berge ringsum. Sie sonnt sich in deren Nähe und an der pittoresken Idylle der Salzach. Kein Wunder, dass hier, wo Meister Mozart herstammt, im 20. Jahrhundert ein Festival nach dem anderen ins Leben gerufen worden ist.

Rihm-Ligeti-Vivier-Berio! Ein musica viva-Wochenende der Aufklärung und Uraufführung

04.04.17 (Wolf Loeckle) -
Während die Wiener immer noch – im Angesicht der Plakate mit den Inhalten und der gestalterischen Anmutung von 1817 – daran basteln, wien modern zu positionieren, machen die Berliner das in bekannt welt-spitzenmässiger Attitüde als vermeintliche Weltmarktführer. Die Münchner dagegen halten sich im Schatten der Elbphilharmonie, die von den Hamburger Controllern auf der Suche nach quantitativ ausreichend Publikum bald eine vierundzwanzigstündig durchgehende Bespielung anzustreben gezwungen sein könnte.

Tönende Ellipsen, denkende Ohren: Zur Eröffnung des Pierre Boulez Saals in Berlin

05.03.17 (Juan Martin Koch) -
Mit einem epochenübergreifenden Marathonprogramm ist in Berlin der Pierre Boulez Saal der Barenboim-Said Akademie eröffnet worden. Dabei zeigte er sich für klassische Kammermusik und das romantische Lied als ebenso geeignet wie für größere Ensemblewerke des 20. Jahrhunderts. Konzerteindrücke von Juan Martin Koch:

Shakespeare hübsch weggeputzt – Henry Purcells Semi-Opera „The Fairy-Queen” im Theater an der Wien

20.01.17 (Frieder Reininghaus) -
In der Mitte des 17.Jahrhunderts, während der Jahrzehnte der Puritaner-Herrschaft der Cromwells, blieben in England die Theater zwangsweise geschlossen. Aber auch nach 1660, als die mehr oder minder moralischen Anstalten wieder aktiv werden durften, hatte die italienische Oper in London einen schweren Stand – anders als im übrigen Europa, wo die Hofopern allüberall und durchweg das ganz auf Musik gestützte dramma per musica pflegten.

Musik triumphiert über Szene – Münchens Rameau-Premiere „Les Indes galantes“

25.07.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Weltenkunde sollte eine höfische Gesellschaft amüsieren und zeigen, wie in vier fremden Kulturen, bei den galanten Wilden geliebt wird. Dem seit Ludwig XIV. zur Staatskunst geadelten Tanz entsprechend schuf 1735-36 Jean-Philippe Rameau ein „Opéra-ballet“, gleichsam ein Vorgriff auf das „Gesamtkunstwerk“, das nun spät zur Münchner Erstaufführung kam.

Glucks „Orfeo ed Euridice“ an der Berliner Staatsoper

25.03.16 (Peter P. Pachl) -
Während Daniel Barenboim im halbhoch gefahrenen Orchestergraben mit Christoph Willibald Glucks Fest-Ouvertüre zur Azione teatrale per musica „Orfeo ed Euridice“ die Festtage 2016 an der Staatsoper eröffnet, fährt Orfeo bereits seine tote Frau im weißen Ballkleid auf einer Bahre vorbei. Das sieht der Zuschauer durch einen Sichtschlitz vor brennendem Trauerholzstoß. Nachdem sich der Vorhang mit der Aufschrift „Das hoffnungslos offene Tor“ gehoben hat, zieht Orfeo der Gattin das weiße Ballkleid aus.

Turbulente Show – Jürgen Flimms Inszenierung von Mozarts „Le nozze di Figaro“ an der Berliner Staatsoper

08.11.15 (Peter P. Pachl) -
Die Neuinszenierung von Mozarts „Commedia per musica in vier Akten“ spielt in der Berliner Staatsoper nicht in Sevilla, sondern in einem nahen Badeort. Zwischen Strandkorb, Liegestühlen und Transportkoffern hofft Graf Almaviva dem Objekt seiner Begierde, der Kammerzofe Susanna, schneller näher zu kommen als im heimischen Schloss. Staatsopernhausherr Jürgen Flimm macht da Pontes im 18. Jahrhundert angesiedelte Gegenwartshandlung zu einem „Tollen Tag“ des frühen 20. Jahrhunderts.
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