Junge Deutsche Philharmonie und Ensemble Modern vereinen sich für Griseys „Les espaces acoustiques“


20.02.20 -
Im Frühjahr 2020 präsentieren die Junge Deutsche Philharmonie und das Ensemble Modern gemeinsam Gérard Griseys abendfüllenden Zyklus „Les espaces acoustiques“. Anlässlich der Jubiläumssaison des 1980 aus der Jungen Deutschen Philharmonie hervorgegangenen Ensemble Modern vereinen sich die beiden Klangkörper unter der Leitung von Sylvain Cambreling.
20.02.2020 - Von JdPH - PM, KIZ

Zu Gast sind sie mit dem Programm in der Tauberphilharmonie Weikersheim (29.03.), der Berliner Philharmonie (31.03.), der Elbphilharmonie Hamburg (29.04.) und der Kölner Philharmonie (01.05.). Zudem präsentieren die beiden Klangkörper in der Abonnementreihe des Ensemble Modern in der Alten Oper Frankfurt ein Programm mit Auszügen aus „Les espaces acoustiques“ und zwei Werken von Georg Friedrich Haas (05.04.).

Die gemeinsame Frühjahrstournee spiegelt die Geschichte der Jungen Deutschen Philharmonie und des Ensemble Modern wieder. Im Gründungsjahr der Jungen Deutschen Philharmonie 1974 begann Gérard Grisey mit der Komposition des Werkes, welche ihn elf Jahre beschäftigen sollte. 1980, also mitten im Schaffensprozess Griseys, gründeten Mitglieder der Jungen Deutschen Philharmonie das Ensemble Modern, das weltweit zu den renommiertesten Ensembles für zeitgenössische Musik zählt.

In der selten vollständig aufgeführten Komposition, welche als Schlüsselwerk des französischen Spektralismus gilt, spannt Gérard Grisey (1946–98) im wahrsten Sinne des Wortes über die insgesamt sechs Sätze hinweg „akustische Räume“ auf: Beginnend mit einer Solo-Bratsche erweitert sich die Besetzung über ein Septett, ein 18-köpfiges Ensemble und ein Kammerorchester mit 33 Mitwirkenden bis hin zum vollen sinfonischen Orchesterapparat. Die Besetzung sowohl der solistischen Kammermusikgruppen als auch der verschiedenen Orchesterformationen erfolgt bei dem gemeinsamen Projekt gleichberechtigt, sodass Junge Deutsche Philharmonie und Ensemble Modern zu einem einzigen Klangkörper verschmelzen.

Dietmar Wiesner, Gründungsmitglied des Ensemble Modern, berichtet: „Es gab in beiden Formationen gleich einen großen Zuspruch, dass man das Stück unbedingt machen solle. ‚Les espaces acoustiques‘ bietet sich für die Zusammenarbeit besonders wegen der unterschiedlichen Besetzungen an. Der Zyklus ist ja nun wirklich eines der wichtigsten Stücke überhaupt aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, gerade für Orchester.“ Philipp Vetter, Vorstandsmitglied der Jungen Deutschen Philharmonie, ergänzt: „Beide Klangkörper lassen sich gut kombinieren, das ist auch der besondere Reiz für uns“. Vetter betont, wie wichtig solche Projekte für die jungen Musiker und Musikerinnen der Jungen Deutschen Philharmonie sind: „So können wir von den Profis, die sich täglich mit Neuer Musik auseinandersetzen, unglaublich viel lernen. Es ist wirklich bereichernd, so viel Erfahrung aus der Arbeit mit dem Ensemble Modern mitnehmen zu können. Unschätzbar.“


Termine

  • 29.03.2020, 17 Uhr, Weikersheim, Tauberphilharmonie (Öffentliche Generalprobe)
  • 31.03.2020, 20 Uhr, Berlin, Philharmonie, Stiftung Berliner Philharmoniker in Verbindung mit Berliner Festspiele / MaerzMusik – Festival für Zeitfragen
  • 29.04.2020, 20 Uhr, Hamburg, Elbphilharmonie, Großer Saal
  • 01.05.2020, 17 Uhr, Köln, Kölner Philharmonie, ACHT BRÜCKEN | Musik für Köln
    • Gérard Grisey: Les espaces acoustiques. Zyklus von sechs Werken für verschiedene Besetzungen (1974–1985)
  • 05.04.2020, 20 Uhr, Frankfurt, Alte Oper Frankfurt, Mozart Saal
    • Gérard Grisey: Périodes pour sept instruments (1974), Partiels pour 18 musiciens (1975)
    • Georg Friedrich Haas: La profondeur für 13 Instrumentalisten (2009), Monodie für 18 Instrumente (1998/1999)

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