SLUB Domizil für Silbermann - Neue Orgelbauer-Handschriften


15.06.20 -
Dresden - Mit Hilfe des Bundes, der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung hat die Sächsische Landesbibliothek (SLUB) den handschriftlichen Nachlass von Johann Andreas Silbermann (1712-1783) erworben. Das zwischen den 1720er und 1780er Jahren angelegte Archiv eines der führenden Orgelbauer des 18. Jahrhunderts wurde aus Privatbesitz angekauft, wie die Beteiligten am Montag in Dresden mitteilten.
15.06.2020 - Von dpa, KIZ

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) sprach von einem «bedeutenden Gewinn» für die deutsche Bibliotheks- und Museumslandschaft. «Der Erwerb des Archivs gewährt einen einzigartigen Einblick in die anspruchsvollen Facetten dieser Handwerkskunst im 18. Jahrhundert.»

Die 2000-seitigen Aufzeichnungen des Neffen von Sachsens berühmtem Orgelbauer Gottfried Silbermann (1683-1753) dokumentieren das Wissen der in Mitteldeutschland und dem Elsass ansässigen Silbermann-Dynastie zum Orgelbau. Es enthält Beschreibungen zu eigenen Orgeln und solchen seines Vaters Andreas Silbermann sowie Details zu etwa 250 Instrumenten aus ganz Europa. Zudem gibt es biografische Notizen zu Kollegen, Geschäftspraktiken, Materialien und Kosten sowie technische Skizzen und Briefe.

Das im Internet zugängliche Archiv sei ein einzigartiges Dokument der barocken Orgelbaukunst und auch für Handwerks-, Musik-, Wirtschafts- oder Kirchenhistoriker interessant, sagte Markus Hilgert, Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder. Aus Sicht von Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch (CDU) ist es «optimal aufbewahrt» im Land des Orgel- und Instrumentenbaus. Dass Archiv und Silbermanns Reisetagebuch von 1741 gemeinsam und dauerhaft in öffentlichem Besitz sind, sei «unschätzbar» für die Wissenschaft», sagte SLUB-Generaldirektor Achim Bonte. Schon der Tagebuch-Ankauf 2014 war konzertiert gelungen.

Das könnte Sie auch interessieren: