Wiener Kunstuni macht Digitalisierungsschub


04.02.21 -
Aus der Not eine Tugend: Musikstudierende stellen sich auf Distance-Betrieb ein und werden zufriedener damit. Die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK), ein Unternehmen der Wien Holding, hat unter ihren Studierenden und Lehrenden eine Umfrage zur Digitalen Lehre in der Corona-Zeit durchgeführt, da seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 ein Großteil der Lehre in dieser Form stattfindet. Die Ergebnisse wurden nun in einer Qualitätskonferenz präsentiert.
04.02.2021 - Von PM - MUK, KIZ

Durch die weitgehende Umstellung auf Digitale Lehre gilt es für die MUK, seit Beginn der Corona-Pandemie im letzten Frühjahr, einen gänzlich ungewohnten Universitätsalltag zu bestreiten. Dies stellt Lehrende, das Universitätspersonal und Studierende vor neue Herausforderungen. Um den individuellen Umgang mit dieser außergewöhnlichen Situation zu erörtern, aber auch die Möglichkeiten und Probleme, Sorgen und Nöte der Studierenden und Lehrenden abzufragen, wurde an der MUK dazu eine Online-Befragung durchgeführt.

Ergebnisse der Studie

Sowohl Lehrende als auch Studierende gaben an, im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 Probleme mit der Nutzung und dem damals noch nicht zufriedenstellenden Angebot an technischen Möglichkeiten bzw. Programmen gehabt zu haben. Auf allen Ebenen wurden seither Maßnahmen gesetzt. Die Universität — aber auch Lehrende und Studierende — haben sich mit großem Einsatz digital fit gemacht. Die Internetverbindung der MUK wurde an den Standorten Johannesgasse und Bräunerstraße massiv ausgebaut, Computerprogramme zur digitalen Lehre wurden allen Universitätsangehörigen zur Verfügung gestellt und ein Schulungsprogramm entwickelt. Im Bereich der Hardware hat die Universität einerseits, auf der anderen Seite auch die Universitätsangehörigen privat investiert, wie die Umfrage zeigt.

Die Umfrage zeigt ebenso, dass alle Universitätsangehörigen mit zunehmender Erfahrung im Umgang mit den eingeführten Tools der digitalen Lehre an der MUK ihre Potenziale deutlich besser nutzen konnten. Die Digitale Lehre erfordert einen höheren Arbeits- und Zeitaufwand der Beteiligten.

Bei den Befragten wurde über den Verlauf der Pandemie hinweg eine Steigerung der Zufriedenheit durch die gesetzten Maßnahmen erzielt. Dennoch sieht sich auch heute noch ein nicht unbedeutender Teil der Befragten einer großen Herausforderung gegenüber und wünscht sich weitere Unterstützungsleistungen (Schulungen) seitens der Universität, die anstrebt diese zur Verfügung zu stellen.

In unzähligen Kommentaren zeigt sich, dass den Befragten in der Digitalen Lehre der persönliche Kontakt und die unmittelbare künstlerische Interaktion am meisten fehlen. An der MUK, an der es ein großartiges Betreuungsverhältnis von Lehrenden zu Studierenden gibt, ist man gewohnt, dass exzellente Professor*innen mit hochtalentierten Studierenden in regem persönlichem Austausch stehen.

„Ganz klar hat sich gezeigt, dass die Präsenzlehre an unserer Universität nicht ersetzbar ist, aber was anfangs nur ungenügender Ersatz war, ist mit der Zeit zu einer wertvollen, zeitgemäßen Ergänzung in unserem Lehrangebot geworden“, so MUK-Rektor Dr. Andreas Mailath-Pokorny.

Lernen für die Zukunft

„Die Auswertung der Umfrage zeigt, dass sich Distance Learning als Zusatzangebot zur Präsenzlehre auch im Normalbetrieb bewähren könnte, da diese Art des Unterrichts neue Möglichkeiten bietet. Internationale Gastlehrende, Werkanalysen, digitale Zulassungsprüfungen und vieles mehr können wir als learnings aus dieser schwierigen Zeit mitnehmen.“, so Dieter Boyer (Leitung Außenbeziehungen, Development und Qualitätssicherung an der MUK).

Im Rahmen einer Qualitätskonferenz wurde das Ergebnis der Umfrage präsentiert. Dabei zeigte sich, dass die anfänglich schwierige Umstellung in den späteren Lockdowns von allen wesentlich besser bewältigt wurde. Ein guter Teil der Herausforderungen lag in der technischen Ausstattung und Internetverbindung. Auf dieser Seite hat die MUK stark investiert. An den Standorten Johannesgasse und Bräunerstraße wurden das WLAN und die Bandbreite der Internetverbindungen massiv verstärkt.

In den 1300 zusätzlich abgegeben Kommentaren im Online-Fragebogen und der regen Diskussion im Anschluss an die Präsentation, zeigte sich, dass von der neu angeschafften Software an der MUK vor allem das Programm MS Teams genutzt wird und auch im Bereich der Hardware erfreuliche Verbesserungen in Umsetzung und Planung gelungen sind. Was allen Menschen in diesen Tagen fehlt, fehlt natürlich auch in der Digitalen Lehre: Nähe, unmittelbarer Austausch und vor allem das gemeinsame Kunstschaffen.

Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

Die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) versteht sich als progressive Musik- und Kunstuniversität, die durch Entwicklung und Erschließung in den Bereichen der Musik, des Tanzes, des Schauspiels und des Gesangs kulturelle Werte für die Zukunft schafft. Die MUK ist als Tochterunternehmen der Wien Holding die einzige Universität im Eigentum der Stadt Wien und vereint — mit ca. 850 Studierenden und über 270 Lehrenden — den international besten Nachwuchs und herausragende Lehrende in der Welthauptstadt der Musik in Wien. Aufgrund der Finanzierung durch die Stadt Wien (Landesuniversität) ist die MUK im Gegensatz zu den Bundesuniversitäten nach dem Privatuniversitätengesetz akkreditiert.

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