Das neue Album „Your Favorite Toy“ der Foo Fighters +++ The Black Keys hauen wieder mal ein breitbeiniges Album raus +++ „Long Long Road“ nennt sich das neue Album von Ringo Starr +++ Tori Amos und ihr aktuelles Album „In Times of Dragons“ ist endlich wieder einmal eine Kampfansage für den Hörer +++ Wer Glen Hansard live erleben und dabei gleichzeitig eine kleine Reminiszenz auf sein Gesamtwerk erhalten möchte, der bekommt mit „Don’t Settle Vol. 1“ ein ordnungsgemäßes Brett +++^Unbedingt erwähnenswert ist das Album „Wilco Live (Yellow)“
Tori Amos und ihr aktuelles Album „In Times of Dragons“ ist endlich wieder einmal eine Kampfansage für den Hörer.
Die guten Helden
Glaubt man dem Narrativ, dann ist das neue Album „Your Favorite Toy“ der Foo Fighters aus unzähligen Songskizzen von Frontmann Dave Grohl entstanden. Leider darf man etwas enttäuscht anmerken, klingt das Album auch so. Selbstverständlich gibt es keinen Zweifel, dass man die Foo Fighters für immer lieben muss. Ob man sie für dieses Album lieben muss, sei dahingestellt. Tatsächlich wirken die Skizzen wie humorlos aneinandergereihte Riffs, die eben noch am iPhone von David Grohl übrig waren. Selbiger brüllt und schreit wie eh und je über jene Riffs, der Rest der Band fügt sich irgendwie ein. Heterogenität an allen Ecken. Das mag zwar insgesamt und stilistisch nach Foo Fighters scheppern, den Songs fehlt es dennoch an Tiefe und einem besonderen Extra. Hier und da hört man dezent Reminiszenzen an das allererste Foo Fighters Album (1995), letztendlich überwiegt jedoch der Eindruck, dass es sich hier um knapp 37 Minuten chaotischen Krawall handelt, der mehr nach zufällig mitgeschnittener Proberaum-Jam Session poltert, doch selten den Weg unter die Haut findet. (RCA Records)
The Black Keys hauen wieder mal ein breitbeiniges Album raus, das es in sich hat. „Peaches“ ist genau die Art von Musik, die man auf einem Roadtrip durch die sandigste Wüste am letzten Tag dieser Erde mitnehmen möchte. Der Blues Rock der Black Keys schwebt zwischen Düsterkeit und Hemdsärmeligkeit, Leerstellen sucht man vergeblich. Sicher ist lediglich: Woher die Black Keys ihre Melodien ziehen, sind mit Sicherheit Orte und Welten, die wir Normalsterblichen niemals erreichen werden. (Warner)
„Long Long Road“ nennt sich das neue Album von Ringo Starr. Was für ein charmantes Country Album. Dabei darf man sich nicht in die Irre führen lassen. Ringo Star weiß gekonnt mit den Klischees und Intoleranzen des Country zu spielen. Nur er schafft es freilich, diese Klischees in liebevolle Songs umzuwandeln. Selbstverständlich und zu Recht gibt es an vielen Stellen Erinnerungen an die Beatles, doch wer sonst als Ringo Starr dürfte das ungestraft machen? Ringos lakonischer Gesang verleiht dabei jedem einzelnen Song gleichzeitig pointierte Schwere sowie tiefsinnigen Humor. (Universal)
Tori Amos und ihr aktuelles Album „In Times of Dragons“ ist endlich wieder einmal eine Kampfansage für den Hörer. Wer auf Beiläufigkeit steht, Massenware bevorzugt oder sich gerne berieseln lässt, der ist an dieser Stelle falsch. Jeden einzelnen Song muss und darf man sich erarbeiten. Ohne Atempause fällt man von einem Extrem ins nächste. Tori Amos begleitet wie immer schwermütig, aber doch lässig und führend auf dem Piano, während der Hörer von einem „Rabbit Hole“ ins nächste „Rabbit Hole“ gleitet. Ob er das jeweilig vorausgehende „Loch“ wieder verlässt, hängt dann doch ganz alleine davon ab, ob man will. Können geht sowieso nicht. (A Fontana Records Release)
Tori Amos und ihr aktuelles Album „In Times of Dragons“ ist endlich wieder einmal eine Kampfansage für den Hörer.
Wer Glen Hansard live erleben und dabei gleichzeitig eine kleine Reminiszenz auf sein Gesamtwerk erhalten möchte, der bekommt mit „Don’t Settle Vol. 1“ ein ordnungsgemäßes Brett. Aufgenommen wurde das Album 2025 im Funkhaus Berlin. Was muss das für ein tolles Konzert gewesen sein? Die Spannung, die Atmosphäre, die Dichte und das Publikum sind förmlich mit jedem einzelnen Song zu erahnen und zu spüren. Natürlich ist es Glen Hansard, der es mit jedem Song, mit jedem Ton und mit jeder Harmonie schafft, seinen Schmerz und seinen Kummer auszudrücken und ins Publikum hineinzutragen. Begleitet von einer unglaublich rücksichtsvollen und selten „lauten“ Liveband, die nur dann zum Vorschein kommt, wenn es der Song tatsächlich braucht, spielt und ackert sich Glen Hansard durch zehn Songs, die nicht nur gut ausgewählt sind, sondern einen makellosen Einblick in Glen Hansards Gesamtwerk geben. (Plateau Records)
Unbedingt erwähnenswert ist das Album „Wilco Live (Yellow)“ von: natürlich Wilco. Derzeit veröffentlichen Wilco nach und nach eine Art Live Trilogie, der jetzt vorliegende dritte Teil beschäftigt sich hauptsächlich mit so genannten unbekannten Songs. Jene Songs also, die man live und vielleicht auch zu Hause weniger hört. Trotzdem eine gelungene Auswahl, insbesondere das romantische „You and I“ ist hier zu erwähnen, das Jeff Tweedy in Bestform zeigt. (dBpm Records)
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