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unüberhörbar 2026/04

Untertitel
Charles Koechlin | Joseph Beer
Vorspann / Teaser

Charles Koechlin: Symphonie Nr. 1, Au loin, 3 Mélodies +++ Joseph Beer: Der Prinz von Schiras

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Charles Koechlin: Symphonie Nr. 1, Au loin, 3 Mélodies. Patricia Petibon, Sopran; Württembergische Philharmonie Reutlingen, Ariane Matiakh. Capriccio

Nach ihrer CD mit der originellen „Seven Stars Symphony“ legt Ariane Matiakh nun Koechlins viersätzige Symphonie Nr. 1 als Ersteinspielung vor. Als deren Vorlage diente Koechlin sein während des 1. Weltkrieges entstandenes 2. Streichquartett. Die kammermusikalische Herkunft hat der Symphonie durchaus nicht geschadet, zumal Koechlin ein Meister der Orches­trierung war. Aber eben auch ein großer Komponist, von Zeitgenossen und Nachwelt sträflich vernachlässigt. Bereits das Eröffnungsstück „Au loin“ aus dem Jahre 1900 verströmt reinsten, zauberhaften Impressionismus, den das sorgfältig geprobte Orchester duftig aufblühen lässt. Die über weite Strecken lyrisch-bukolische Symphonie entwickelt dann ihren ganz eigenen, vorwiegend heiteren Ton, vollkommen losgelöst von der Entstehungszeit. Auf die noch ausstehende Nr. 2 dürfen wir also gespannt sein.

Mátyás Kiss

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Joseph Beer: Der Prinz von Schiras. Diverse Solisten, Opernchor und Philharmonisches Orches­ter Regensburg, Stefan Veselka. CPO

Die Regensburger Wiederentdeckung der 1934 uraufgeführten Operette „Der Prinz von Schiras“ von Joseph Beer war ein Paukenschlag. Dass ein musikalisch derart gehaltvolles Werk so lange in der Versenkung verschwinden konnte, war angesichts der äußerst gelungenen Produktion kaum zu glauben. Souveräne Stilvielfalt von jazzigem Pep à la Paul Abraham bis zum sentimentalen Überschwang eines Franz Lehár verbindet sich mit inspirierten Melodien („Du warst der selige Traum“!) und farbiger Instrumentierung zu einer hinreißenden Mischung. Der Mitschnitt vom Dezember 2023 konserviert die Atmosphäre dieses Coups auf gelungene Weise. Das Ensemble rund um Carlos Moreno Pelizari in der Titelpartie und Kirs­ten Labonte als Miss Violet überzeugt, das Orchester des zukünftigen Staatstheaters spielt groß auf.

Juan Martin Koch

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