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Freddie Mercury

Liedtexte und Erinnerungen: Neues Buch über Freddie Mercury

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Liedtexte und Erinnerungen: Neues Buch über Freddie Mercury

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Kurz vor Freddie Mercurys 80. Geburtstag erscheint ein Buch, das neue Einblicke in sein Leben und seine Arbeit gewährt. Dafür öffnete Mary Austin das Archiv des 1991 gestorbenen Queen-Frontmanns.

Zu kaum einem Musiker passte die im Englischen gebräuchliche Wendung «larger than life» so sehr wie zu Freddie Mercury. Mit seiner mächtigen Stimme, seinen theatralischen Posen und seiner unvergleichlichen Bühnenpräsenz wurde der Queen-Frontmann zur Legende. Am 5. September wäre Mercury 80 Jahre alt geworden - und zu diesem Anlass ist ein neues Buch erschienen. «Ein Leben in Songs», verfasst von Freddie Mercurys Ex-Partnerin Mary Austin, zeichnet ein intimes Bild des 1991 gestorbenen Ausnahmemusikers.

Einblick in das künstlerische und private Archiv

«Ich wollte, dass die Menschen die Arbeit sehen können, die hinter den Liedern steckt, die sie lieben», erklärte Mary Austin (75) in einem schriftlichen Interview der Deutschen Presse-Agentur. «Und ich wollte all das weitergeben, solange ich es noch kann - solange meine Erinnerungen noch so klar sind, dass ich sie mit anderen teilen kann.»

Austin war mehrere Jahre die Lebensgefährtin des Mannes, der 1946 als Farrokh Bulsara in Sansibar geboren wurde. Nach dem Ende der Liebesbeziehung 1977 blieb sie bis zu Mercurys Tod 1991 eine enge Freundin und Vertraute. Der Sänger vererbte ihr sein Haus in Kensington, die Garden Lodge - und sein künstlerisches Archiv.

In «Ein Leben in Songs» erzählt Austin anhand von Liedtexten, Skizzen, Zeichnungen und bislang unveröffentlichten privaten Fotos, wie sie den Sänger kennenlernte, lange bevor er mit der Band Queen den internationalen Durchbruch erlebte. Sie schildert seinen Aufstieg und das Leben abseits der Bühne, seine Verletzlichkeit und seinen Ehrgeiz. Und sie gibt Einblicke in Mercurys Arbeitsweise als Songwriter und die Entstehung seiner Musik.

Austin: Ruhm hat den Menschen Freddie nicht verändert

Der Ruhm habe Mercurys Leben verändert, nicht aber seinen Charakter, betont Austin im Interview. «Im Grunde ist er immer derselbe geblieben - neugierig, witzig, großzügig, unendlich kreativ. Aber durch den Ruhm entstand natürlich eine gewisse Distanz. Es waren mehr Menschen um ihn herum, mehr Trubel, ständig war etwas los. Und es gab Zeiten, in denen es schwieriger wurde, ihn zu erreichen.»

Wenn Freddie Mercury auf der Bühne stand, umgab ihn eine besondere Aura. Wo er auftrat, zog er das Publikum in seinen Bann. Das ist noch heute auf faszinierende Weise zu sehen, etwa auf Videos vom legendären Auftritt beim «Live Aid»-Konzert im Londoner Wembley-Stadion 1985. Ein «Eee ooo» von ihm genügte, schon sangen alle mit. «Eee-do-lee-do-lee!»

Austin erlebte das Konzert aus dem Publikum. Queen hatte damals einen leichten Karriereknick. Mercury sei vor dem «Live Aid»-Auftritt nervös gewesen und habe sich selbst unter Druck gesetzt. Ursprünglich habe er gar nicht auf die Bühne gewollt. «Und dann sah ich, wie er da rausging, dieses ganze Stadion für sich gewann und die Leute praktisch aus seiner Hand fraßen», erinnert sie sich im Interview. «Das war für mich mehr als einfach nur ein Auftritt. Ich hatte das Gefühl, da gerade zuzusehen, wie jemand sein Selbstvertrauen wiederfindet.»

Notizen dokumentieren Entstehung der Songs

Queen begeisterten Pop- und Rockfans gleichermaßen. Ob krachende Rockhymnen wie «Tie Your Mother Down», «We Will Rock You» und «I Want It All» oder gefällige Radiohits wie «Another One Bites the Dust», «Radio Ga Ga» und «A Kind of Magic» - das Quartett hatte verschiedenste Stile im Repertoire.

Und natürlich das Opus magnum «Bohemian Rhapsody», das Mercury in all seinen Facetten zeigte - der Rocker, der Poet, der theatralische Entertainer mit riesigem Stimmumfang. Austin war dabei, als es entstand. «Es ist Queens größte Leistung», schreibt sie im Buch und berichtet, wie Freddie in seinem Haus erste Fragmente spielte. In seinen Notizen, die im Buch abgebildet sind, ist zu erkennen, dass das Lied ursprünglich «Mongolian Rhapsody» heißen sollte.

Für Mary Austin war die Wiederentdeckung der Songtexte «ein Aha-Moment», wie sie selbst sagt. «Erst jetzt, wenn ich diese ganzen durchgestrichenen Stellen sehe, die Zeilen, die er wieder verworfen hat, und wie unglaublich viel Arbeit hinter etwas steckte, das sich am Ende so mühelos anhört, wird mir klar, wie bewusst er an jedes einzelne Wort herangegangen ist. Er hat sich nicht einfach irgendwelche Welten ausgedacht. Er hat sich beim Schreiben auch mit seiner eigenen Welt auseinandergesetzt - Wort für Wort.»

«The Show Must Go On» als Motto

Mit Queen nahm Mercury selbst dann noch Musik auf, als seine Aids-Erkrankung bereits stark fortgeschritten war. Sogar Musikvideos drehte der ewige Showman, für den «The Show Must Go On» ein Lebensmotto war. In seinem letzten Video, «These Are the Days of Our Lives», ist nicht zu übersehen, dass Mercury gesundheitlich schwer gezeichnet ist.

In seinen letzten Monaten war er laut Austin noch fokussierter. «Er wusste, was ihm die Krankheit körperlich nahm, und trotzdem hat er so lange weitergearbeitet, wie es nur irgendwie ging», sagt sie. «In dem Material aus dieser Zeit war weniger von dieser spielerischen Leichtigkeit zu spüren. Es war nachdenklicher, ernster, und da war auch sehr viel von diesem Durchhalten darin. Aber was Menschen außerhalb seines engsten Umfelds wahrscheinlich nicht gesehen haben, war, mit wie viel Würde er mit all dem umging und wie ehrlich er zu sich selbst war.»

In der Öffentlichkeit wurde lange über seinen Gesundheitszustand spekuliert. Dass er an Aids erkrankt war, machte Freddie Mercury am 23. November 1991 öffentlich. Nur einen Tag später starb er an einer Lungenentzündung. Der weltberühmte Künstler habe nicht gewollt, dass um seine Erkrankung großes Aufheben gemacht werde, sagt Austin. «Er wollte einfach so lange wie möglich weiter das tun, was er liebte. Und genau das hat er gemacht - bis ganz zum Schluss.»


- «Ein Leben in Songs» von Freddie Mercury mit Mary Austin, aus dem Englischen von Cornelius Hartz, ist am 01. September im Verlag C. H. Beck erschienen.

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