Der bedeutendste und traditionsreichste Nachwuchswettbewerb für Musik in Deutschland bietet seit Jahrzehnten jungen Musikerinnen und Musikern eine Bühne, um ihr Können zu zeigen, sich künstlerisch weiterzuentwickeln und wertvolle Erfahrungen für ihren musikalischen Lebensweg zu sammeln.
Das Jugend musiziert-Bildmotiv für 2026: Anna Katharina Ringger (Viola) und Martin Helling (Violoncello). Foto: © Oliver Borchert
Einem Wettbewerb Gesicht geben
Im Mittelpunkt des Wettbewerbs steht die Begeisterung für Musik, die individuelle Förderung junger Talente und der Austausch auf hohem künstlerischem Niveau. 2026 nehmen Kinder und Jugendliche an 138 Regionalwettbewerben in allen Regionen Deutschlands und an 35 Deutschen Schulen im Ausland sowie an 19 Landeswettbewerben und einem Bundeswettbewerb teil, der vom 21. bis zum 31. Mai in München und Regensburg stattfinden wird. Mehr dazu gibt es in späteren Ausgaben der nmz.
Am 21. Juni stellensichdie Sonder- preisträger:innen Jugend musiziert bei einem Konzert im Beethoven- Haus Bonn vor.
Die Vielfalt der vertretenen Instrumente und Kategorien spiegelt die Breite der musikalischen Landschaft wider: von klassischen Soloinstrumenten über Kammermusik bis hin zu besonderen Ensemble- und Vokalkategorien.
Bereits im Januar feierte Jugend musiziert ein beachtenswertes Jubiläum. An der Deutschen Schule in Helsinki fand bereits der 30. Wettbewerb Jugend musiziert statt. Einen ausführlichen Bericht darüber wird es in der März-Ausgabe der nmz geben.
Deutscher Kammermusikkurs Jugend musiziert
In diesem Sommer sind wieder Bundespreisträger:innen eingeladen, beim Deutschen Kammermusikkurs Jugend musiziert in der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen e.V. in einen gemeinsamen musikalischen Dialog zu treten. Während des zehntägigen Kurses werden Werke unterschiedlicher Epochen in verschiedenen Besetzungen erarbeitet. Die in wechselnden Besetzungen probierenden Ensembles aus jungen Musiker:innen werden dabei von namhaften Dozent:innen begleitet und unterstützt. Die künstlerische Leitung des Kammermusikkurses liegt in den Händen der renommierten Klavier- Kammermusikerin und Klavierpädagogin Prof. Angelika Merkle, selbst ehemalige Preisträgerin des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert, von der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.
Der Kurs verfolgt das Ziel, Grundtechniken der Ensemblearbeit zu vermitteln oder bereits vorhandene Kammermusikerfahrungen zu vertiefen, Kenntnisse über Repertoire und Raritäten zu vermitteln und vor allem aber, jungen exzellenten Musiker:innen eine Plattform der Begegnung und der gegenseitigen Inspiration sowie Motivation zu bieten. Die Literaturauswahl des Kammermusikkurses berücksichtigt hierbei nicht nur Werke von Komponist:innen, welche 2026 Jahrestage feiern können, sondern setzt ebenfalls einen Fokus auf Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.
Nach zehn Tagen gefüllt mit intensiver Probenarbeit, gemeinsamen Exkursionen und Gesprächen, schließt der Kurs mit drei Aufführungen ab. Die Konzerte am 23. August 2026 im Heilig-Kreuz Münster Rottweil, am 29. August 2026 in den Donauhallen Donaueschingen und am 30. August 2026 in der Bundesakademie Trossingen bieten den Nachwuchsmusiker:innen die Gelegenheit, die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Arbeit zu präsentieren und dem Publikum die Chance, die musikalischen Sichtweisen der jungen Ensembles nachzuhören.
Der Deutsche Kammermusikkurs ist die älteste der bestehenden Förderungen im Anschluss an den Bundeswettbewerb Jugend musiziert. Träger ist die Deutscher Musikrat gGmbH. Gefördert wird der Kurs vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Strecker- Stiftung, Mainz.
WDR 3 Klassikpreis
Das Jugend musiziert-Jahr 2026 endet mit dem WDR 3 Klassikpreis der Stadt Münster am 26. September (Wertungsspiele) und am 27. September (Konzert der Sonderpreisträger:innen des WDR 3 Klassikpreises) in der Westfälischen Schule für Musik Münster.
Die Titelmotive von Jugend musiziert
Seit einigen Jahren wird während des Wettbewerbsjahres das Jumu-Titelbild für das folgende Jahr gesucht. Antonia Emilia Körber war das Jumu-Gesicht 2025. Die 14-jährige Percussionistin aus Baden-Württemberg nahm 2025 aber nicht nur bei Jugend musiziert teil, sondern mit dem Percussion-Ensemble Herrenberg auch beim Deutschen Orchesterwettbewerb in Wiesbaden. Für sie war es ein besonderes Jahr, wie sie uns erzählt.
neue musikzeitung: Wie kam es dazu, dass Du für das Bildmotiv fotografiert wurdest?
Antonia Emilia Körber: Ich wurde bereits 2024 beim Bundeswettbewerb in Lübeck gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, das Gesicht für Jugend musiziert zu sein. Für mich war dies eine einmalige Chance, der ich sofort zugestimmt habe. Die ersten Fotos wurden bei der Einspielprobe vor meinem Wettbewerbsvorspiel in der Kulturwerft Gollan in Lübeck gemacht. Für mich war das ein unvergessliches Erlebnis.
nmz: Einige Regionalwettbewerbe nutzen auch das Jumu-Jahresmotiv zu Werbezwecken und auf dem Programmbuch. Ist das in Deiner Region auch so?
Körber: In Herrenberg gibt es leider keinen Regionalwettbewerb Jugend musiziert. Aber mein Foto wurde in der Kreissparkasse Böblingen ausgestellt.
nmz: 2025 hast Du an allen drei Wettbewerbsebenen teilgenommen und warst auch beim Bundeswettbewerb in Wuppertal dabei und wieder sehr erfolgreich. Dein Foto war überall zu sehen. Wie war das für Dich?
Körber: In Wuppertal selbst wurde ich immer wieder erkannt, bei der Teilnehmenden-Anmeldung und auch beim Preisträgerkonzert, bei dem ich gespielt habe. Natürlich war das etwas ungewohnt, aber ich fand das eine sehr bereichernde Erfahrung, die mir ermöglicht wurde. Überall mein Gesicht zu sehen – auf Leinwänden, von der Schwebebahn, auf den ganzen Bannern und Plakaten – das ist ein unglaubliches Gefühl, das ich niemandem beschreiben kann.
nmz: Wie bereitest Du Dich auf Jugend musiziert vor? Von Ebene zu Ebene gleich oder unterschiedlich?
Körber: Jedes Jahr wechseln die Kategorien. Direkt nach dem Bundeswettbewerb bereite ich mich wieder auf den kommenden Regionalwettbewerb vor. Jedoch ergeben sich zwischendrin auch Möglichkeiten, an anderen internationalen Wettbewerben teilzunehmen, da muss ich dann alles parallel im Auge haben.
nmz: Spielst Du lieber solo oder im Duo oder wie beim Deutschen Orchesterwettbewerb in Wiesbaden im Ensemble?
Körber: Es ist schwer zu sagen, ob ich eher solo, im Duo oder im Ensemble spiele. Sobald eine weitere Person dazu kommt, ist man von der Person abhängig, beispielsweise bei der Absprache der vielen Proben. Wenn es um die Planung von Proben geht, tendiere ich eher dazu, solistisch zu spielen – das lässt sich viel einfacher organisieren.
nmz: Bist Du auch 2026 wieder bei Jugend musiziert dabei?
Körber: 2026 mache ich natürlich wieder mit. Ich spiele in der Kategorie Neue Musik Altersgruppe IV. Ich freue mich auf die kommende Zeit und bin auf alles weitere gespannt.
In diesem Jahr sind Anna Katharina Ringger (Viola) und Martin Helling (Violoncello) auf Plakaten, Bannern und auf dem Programmbuch zu sehen – passend zu der 2026 ausgeschriebenen Kategorie Kammermusik für Streichinstrumente.
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