Ein ereignisreiches und arbeitsintensives Jahr neigt sich dem Ende zu. Zeit, Bilanz zu ziehen und auf das zurückzublicken, was wir gemeinsam erreicht und angestoßen haben. Dank der Förderung und Unterstützung durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft konnte der Tonkünstlerverband Bayern (TKVB) auch 2026 zahlreiche Projekte verwirklichen und vielfältige Förder- und Unterstützungsangebote bereitstellen.
Violas Lied – Eine illyrische Verwirrung“ mit Juliane Spandl im Burgtheater Straubing. Foto: TKV Bayern
„Fördern, gestalten, vernetzen“
Förderung mit nachhaltiger Wirkung
Förderprogramme wie TONKÜNSTLER LIVE SPECIAL und die Beratungsoffensive kommen unmittelbar bei den Musikschaffenden der freien Szene an. Allein im Rahmen von TONKÜNSTLER LIVE SPECIAL konnten 2026 bei 112 eingereichten Anträgen insgesamt 94 Bewilligungen ausgesprochen und damit 166 Konzerte gefördert werden. Die Beratungsoffensive ergänzte dieses Angebot mit 20 berufsrelevanten Online-Workshops, verschiedenen digitalen Treffpunkten sowie dem Tonkünstlertag. Sie bot damit wichtige Impulse für die berufliche Praxis, förderte den kollegialen Austausch und unterstützte die Musikschaffenden bei aktuellen Herausforderungen ihrer freiberuflichen Tätigkeit. Gemeinsam schaffen diese Programme künstlerische Perspektiven, beleben das regionale Konzertleben, stärken Auftrittsmöglichkeiten und Spielstätten und tragen zur nachhaltigen beruflichen Entwicklung bei.
Auch die Förderung Privater Musikinstitute wurde weiterentwickelt. Nach der grundlegenden Neustrukturierung im vergangenen Jahr konnten 2026 weitere Anpassungen vorgenommen werden. Über unsere Regionalverbände unterstützen wir darüber hinaus Veranstaltungen der zeitgenössischen Musik, Projekte der musikalischen Nachwuchsförderung sowie das Jugendensemble JUMBLE.
Praxisnahe Fortbildung und Qualifizierung
Diese Fördermaßnahmen entfalten Wirkung weit über den Verband hinaus. Zugleich schaffen sie einen konkreten Mehrwert für unsere Mitglieder und stärken den Verband, aber auch insgesamt die professionelle Musiklandschaft in Bayern.
Mit einem vielfältigen Fortbildungsprogramm und gezielten Vorbereitungskursen auf Eignungsprüfungen greifen wir aktuelle fachliche, pädagogische und künstlerische Entwicklungen auf. Praxisorientierte Angebote vermitteln neue Kompetenzen, eröffnen methodische Perspektiven und unterstützen Musikpädagoginnen und Musikpädagogen bei ihrer kontinuierlichen beruflichen Qualifizierung.
Ein wichtiger Schritt war 2026 zudem die Weiterentwicklung unserer Fortbildungs-förderung. Mit dem neuen Förderangebot FobiQ können qualifizierte Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen mit bis zu 50 Prozent der Kosten bezuschusst werden – auch wenn diese bei externen Veranstaltern stattfinden. Damit eröffnen wir unseren Mitgliedern zusätzliche Möglichkeiten zur individuellen beruflichen Qualifizierung.
Kulturpolitische Interessenvertretung
Auch auf kulturpolitischer Ebene bringen wir uns aktiv ein. Im engen Austausch mit unserem Bundesverband, dem Bayerischen Musikrat und weiteren Partnerverbänden beteiligen wir uns an Diskussionen über gesetzliche Entwicklungen und die Rahmenbedingungen professioneller Musikarbeit. Ob die Folgen des sogenannten Herrenberg-Urteils, die musikalische Bildung im Ganztag oder Veränderungen im Bereich der GEMA: Zahlreiche Entwicklungen werfen Fragen auf, deren Auswirkungen auf die Berufspraxis noch nicht abschließend geklärt sind. Hier ist es unsere Aufgabe, die Interessen unserer Mitglieder einzubringen, Entwicklungen kritisch zu begleiten und praxisnahe Orientierung zu bieten.
Wichtige Impulse für unsere Verbandsarbeit liefern zudem die Rückmeldungen aus Mitgliederbefragungen. Sie fließen in die Weiterentwicklung unserer Beratungsan-gebote, Fachinformationen, Bescheinigungsverfahren und Leitfäden ein.
Künstlerische Impulse: Einer unserer Höhepunkte in diesem Jahr ist die Fortsetzung der Notenedition „Neue Töne“, die 2026 der Gitarre gewidmet ist. Mit dem am 16. Oktober 2026 stattgefundenen Präsentationskonzert und der eingebundenen Preisverleihung im Münchner Künstlerhaus schließt sich der Kreis um dieses Projekt und der TKVB dankt der Herbert-Baumann-Stiftung, Rotary München 100 sowie dem Verlag Neue Töne, dass dieses Projekt in dieser Weise stattfinden konnte.
Mit der Veröffentlichung weiterer Bände der Buchreihe „Komponistinnen und Komponisten in Bayern“, Portraitkonzerten und zahlreichen regionalen Konzertprojekten konnten wir erneut eine Reihe von künstlerischen Impulsen setzen. Diese Aktivitäten schaffen Aufführungsmöglichkeiten, fördern die Sichtbarkeit zeitgenössischer Musik und verbinden künstlerisches Schaffen mit der musikalischen Praxis. Einen wesentlichen Beitrag leisten dabei unsere Regionalverbände, die mit ihrem Engagement das Musikleben in ganz Bayern bereichern.
Mitglieder, Ausschüsseund Vernetzung
Netzwerken ist mehr als Small Talk. Es stärkt Beziehungen, fördert den fachlichen Austausch und schafft Sichtbarkeit. Gerade in einem Berufsverband sind eine starke Gemeinschaft und das Engagement seiner Mitglieder entscheidend, um gemeinsame Interessen wirkungsvoll zu vertreten.
Gleichzeitig stellen uns stagnierende Mitgliederzahlen vor neue Herausforderungen. Mitglieder zu gewinnen, langfristig zu binden und neue Zielgruppen anzusprechen, gehört deshalb zu unseren zentralen Zukunftsaufgaben. Mit einer gezielten Mitgliederkampagne, neu gestalteten Informationsflyern und Broschüren sowie der geplanten Initiative „Mitglieder werben Mitglieder“ wollen wir die Attraktivität und Sichtbarkeit unseres Verbandes erhöhen. Dabei sollen die vielfältigen Vorteile einer Mitgliedschaft noch stärker herausgestellt und insbesondere jüngere Musikschaffende sowie Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger gezielt angesprochen werden. Denn eine starke Mitgliederbasis verleiht unserer Interessenvertretung mehr Gewicht und erhöht unsere Möglichkeiten, kulturpolitisch etwas zu bewegen.
Auch die Neubesetzung und Weiterentwicklung unserer Fachausschüsse haben wichtige Impulse gesetzt. Durch das Engagement der Sprecherinnen und Sprecher sowie der Ausschussmitglieder können wir aktuelle Herausforderungen aus unterschiedlichen Berufsfeldern unmittelbar aufgreifen, fachliche Positionen entwickeln und gemeinsame Strategien erarbeiten. Der regelmäßige Erfahrungsaustausch bündelt Kompetenzen und stärkt die Zusammenarbeit innerhalb des Verbandes.
Gemeinsam mit unseren Regional-und Partnerverbänden wollen wir die musikalische Bildung weiterentwickeln, faire berufliche Rahmenbedingungen einfordern, dem Fachkräftemangel begegnen und regionale Netzwerke stärken. Eine engagierte Mitgliedschaft, aktive Fachausschüsse und eine enge Zusammenarbeit bilden hierfür eine wichtige Grundlage.
Mit Zuversicht in das Jahr 2027
Der hoffnungsvolle Blick in die Zukunft scheint zu einer seltenen Ressource geworden zu sein: Der TKVB geht hoffnungsvoll in die Zukunft, denn wir sehen auch die vielen Fortschritte des Jahres 2026 und wir sind bereit, Herausforderungen als neue Chancen zu sehen. Nehmen wir Bewährtes auf unserem Weg mit, greifen wir neue Ideen auf und reagieren auf veränderte Rahmenbedingungen offen und konstruktiv, dann ergibt sich ein zuversichtlicher Blick in das Jahr 2027.
Dabei verlieren wir unser Ziel nicht aus den Augen: die beruflichen Perspektiven von Musikschaffenden zu stärken, künstlerische und musikpädagogische Entwicklungen zu fördern und der professionellen Musik in Bayern eine starke Stimme zu geben. Denn die Herausforderungen von morgen lassen sich am besten gemeinsam gestalten.
Tonkünstler live
09.11., 20.00 Uhr, Rubinstein-Saal, Landsberger Straße 336, 80687 München. MUSIK-FORUM MÜNCHEN: Studio für Neue Musik – Munich Composers‘ Jazz / Franz-David Baumann Quartett. Franz-David Baumann (Trompete), Eugen Bazijan (Violoncello), Stephan Weiser (Klavier), Stephan Treutter (Schlagzeug). Eintritt frei.
16.11., 20.00 Uhr, Rubinstein-Saal, Landsberger Straße 336, 80687 München. MUSIK-FORUM MÜNCHEN: Studio für Neue Musik/Trost und Visionen – Omaggio a R. S.J. Binde (Sopran), A. Theis (Bariton), I. Turban (Violine), R. Glassl (Viola), J. Kuhn (Violoncello), H. Bonamy (Klavier). Werke von R. Spring, W. Killmayer, H. Winbeck, J.X. Schachtner. Eintritt frei.
Fortbildungen
12.11.26: BERATUNGSOFFENSIVE: Kommunikationstraining mit Kirsten Ecke. Online / Zoom. Code No. 26- 4257
14.11.26: BERATUNGSOFFENSIVE: Wut und Aggression bei Kindern und Jugendlichen: Ursachen und praktische Strategien für den pädagogischen Alltag mit Florian Beutel. Online. Code No. 26-4256
14.11.26: Konzertieren im Flow – Der Umgang mit Lampenfieber – Workshop mit Andreas Burzik. München. Code No. 26-4208
21.11.26: Tag der EMP: EMP QUERBEET – Elementare Musikpädagogik im Dialog mit der Gesellschaft, Hochschule für Musik Würzburg (Gebäude am Residenzplatz). Code No. 26-4222.
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