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Alle Artikel kategorisiert unter »Kulturpolitik«

Prollitik und Verantwortung

25.10.19 (Martin Hufner) -
Die FDP und ihr Verhältnis zur (Musik)-Kultur – kannste streichen. Begründung: Unfähigkeit. Was war passiert? Die FDP-Fraktion im Frankfurter Römer stellte einen Etat-Antrag zum Produkthaushalt: „Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Zuschuss in Höhe von 22.000 Euro für das Archiv Frau und Musik e. V. (Haushaltsentwurf 2019, Band 2, S. 1400) wird gestrichen.“ Eine „Begründung“ haben sie gleich mitgeliefert: „Im Hinblick auf die notwendige weitere Konsolidierung des städtischen Haushaltes sollten die Mittel für Archiv Frau und Musik e. V. zugunsten anderer Aufgaben verwendet werden.“ Klingt logisch und nachvollziehbar, oder?

Deutscher Musikrat: Kulturpolitik gehört zur DNA der europäischen Wertegemeinschaft

Kultur muss Querschnittsaufgabe der Europäischen Union werden. Die drei nationalen Musikräte von Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich auf ihrer turnusmäßigen Jahrestagung in Aarau (Schweiz) auf die folgende Stellungnahme zum Rollenverständnis über die Kulturpolitik der Europäischen Union verständigt.

Eine Gattung wird zu Grabe getragen

06.09.19 (Bojan Budisavljevic) -
Hier wird nicht lang gefackelt, und sofort ist klar, wo es langgehen soll. So heißt es im allerersten Satz eines als Geleitwort getarnten Gutachtens: „Die Oper ist eine Institution.“ Der Sargnagel sitzt. „Addio del passato“, und das ganze Genre, eine über vierhundertjährige Kunst mit unzähligen opera wird, weil als schwindsüchtig, defizitär und überhaupt überlebt befunden, zu Grabe getragen. Das Werk wird hinabgestoßen, und es steht auf: das Handwerk, die Praxis, eben das Musiktheater. So, zugegeben sehr verkürzt, Dorothea Lübbe in ihrer, an Cage angelehnt mit „Europeras“ betitelten Hildesheimer Dissertation, die einen historischen wie aktuellen Systemvergleich von Deutschland und Frankreich liefern will und zugleich mit Fallbeispielen Perspektiven auf künstlerische Innovation und Kulturpolitik entwirft. Und Letzteres verheißt nichts anderes, als dass es auch um Budgets gehen und Verteilungskämpfe geben soll.

Kurz-Schluss – Wie ich einmal (vergeblich) versuchte, das deutsche Bildungssystem wenigstens an internationale Standards heranzuführen

25.08.19 (Theo Geißler) -
Was waren das für gemütliche Zeiten in meiner dörflichen Zwergschule Mitte der 1950er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. 39 Schüler, drei Klassenstufen in einem Raum. Zum Einschwingen in den Stundenrhythmus – die Bayernhymne. Dann grell quietschende Schiefertafeln, Sütterlin als Zweitschrift, ein Setzkasten, in dem dauernd die E‘s fehlten. Strenge Lehrerinnen, versiert mit dem Tatzenstock Schülerhändchen Hornhaut anzutrainieren. Strenge Lehrer, schnell bei der Hand wenn es galt, mit dem Lineal gestochen scharfe Scheitel zu ziehen oder aufmerksame Stille durch Kopfnuss-Verteilen zu erzielen. Früh begann also die charakterliche Bildung, die intellektuelle folgte dank zweier Ehrenrunden im Gymnasium und dem 20-semestrigen Germanistik- und Philosophiestudium mit immerhin eingeschränktem Abschluss. Sonst wäre aus mir schier gar nichts geworden. Ich brauchte einfach Zeit.

Künftiger Cottbuser Intendant will Diskussionen auch mit AfD

31.05.19 (dpa) -
Potsdam - Der künftige Intendant des Staatstheaters Cottbus, Stephan Märki, will sich auf der Bühne auch mit dem zunehmenden Rechtspopulismus auseinandersetzen. «Wir müssen versuchen, den Ursachen auf den Grund zu gehen», sagte Märki am Mittwoch in Potsdam. Mit Blick auf den Erfolg der AfD bei der Kommunalwahl am Sonntag sagte er: Die Frage stelle sich, woher es komme, dass rund 22 Prozent «Ausgrenzung oder Ressentiment wählen oder Schuldige suchen dafür, dass es ihnen nicht so gut geht wie anderen».

Nachhaltige Förderung anstelle kurzfristiger Projekte

30.05.19 (Luisa Mergel) -
Bei der „dialog.Pop“ am 29. und 30. April trafen sich über 100 Vertreter/-innen von Clubs, Festivals und Förderprogrammen sowie aus der Politik, um über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Popmusikförderung zu referieren und zu diskutieren. Am Ende der Konferenz einigten sie sich auf eine mutige Abschlussforderung: Jährlich 100 Millionen Euro Investitionsmittel für den Livemusik-Sektor seien nötig.

Zur Kulturpolitik der Länder und des Bundes

24.05.19 (Theo Geißler) -
Auf der Leipziger Buchmesse im März 2019 sprach nmz-Herausgeber Theo Geißler am Stand der neuen musikzeitung mit Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, und Senator Dr. Carsten Brosda, Vorsitzender der Kulturministerkonferenz, über die Position und Funktion der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien. Was hat sich dadurch verändert, was muss sich noch tun? Diesen Fragen ist Olaf Zimmermann auch als Herausgeber des Buchs „Wachgeküsst – 20 Jahre neue Kulturpolitik des Bundes 1998 – 2018“ nachgegangen, das im Gespräch vorgestellt wird. Dieses Gespräch – sowie weitere mit Thüringens Kulturminister Benjmain-Immanuel Hoff – sind hier in Auszügen wiedergegeben, in voller Länge können Sie sie auf www.nmzmedia.de nachhören.

Kultur für alle? Wie viel Kultur braucht der Mensch?

24.05.19 (Andreas Kolb) -
Sind die zahlreichen Stiftungen ein Segen, da sie es oftmals sind, die Projekte und Initiativen zur kulturellen Teilhabe erst ermöglichen? Oder täuschen sie über das Problem hinweg, dass das Grundrecht auf kulturelle Teilhabe eigentlich auf Seiten der öffentlichen Hand viel vehementer umgesetzt werden müsste? Diesen Fragen rund um die Themen kulturelle Teilhabe und musikalische Grundversorgung diskutierte Andreas Kolb (nmz) mit Mustafa Akça (Rat für Kulturelle Bildung/Komische Oper), Dr. Ute Welscher (Bertelsmann Stiftung) und Dr. Anja Bossen (ver.di) im MusikCafé der Leipziger Buchmesse.

Das Prinzip Hoff: Abkehr vom Neoliberalismus

24.05.19 (Barbara Haack) -
Auf der Leipziger Buchmesse sprach nmz-Herausgeberin Barbara Haack am Stand der nmz und ihrer Partner mit Benjamin-Immanuel Hoff (Chef der Thüringer Staatskanzlei und Minister für Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten des Freistaates Thüringen, außerdem Antisemitismusbeauftragter des Freistaates) über den Stand der Dinge in Sachen Kultur in Thüringen, über das laut Hoff manchmal verzerrte Bild, das Ost- und Westdeutsche auch fast 30 Jahre nach der Wende voneinander haben, über den Begriff der Heimat, die gerechte Entlohnung von Kulturschaffenden und vieles andere mehr aus dem Aufgabenfeld des Ministers.

„Optimistisch bin ich von Natur aus“ – Joachim Lange im Gespräch mit Peter Theiler

05.04.19 (Joachim Lange) -
Seit August letzten Jahres ist Peter Theiler Intendant der Semperoper in Dresden. Mit einer Reihe von Neuinszenierungen von „Moses und Aron“ bis „Ariadne auf Naxos“ hat er schon in seiner ersten Spielzeit Zeichen gesetzt. Mit Peter Konwitschnys Inszenierung der „Hugenotten“ wird er sie krönen.
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