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Rudi Spring und sein Umfeld: u.a. Prof. Bernd Oberdorfer, Wolfgang Steger, Salome Kammer, Kilian Sprau und Johannes Schachtner. Foto: Christoph Hellhake

Rudi Spring und sein Umfeld: u.a. Prof. Bernd Oberdorfer, Wolfgang Steger, Salome Kammer, Kilian Sprau und Johannes Schachtner. Foto: Christoph Hellhake

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Liedpianist, Komponist und geschätzter Pädagoge

Untertitel
Zur Gründung der Rudi Spring Gesellschaft
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Ein musikalischer Nachlass bedeutet für die Nachgebliebenen immer eine große Verantwortung. Es gleicht einer Sisyphos-Aufgabe, sich um das Werk eines Komponisten zeitgenössischer Musik zu kümmern. Viele Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zei­gen, wie schwer es in unserer äußerst schnelllebigen Gegenwart ist, nicht nur die Erinnerung, sondern vor allem auch das Werk verstorbener Kompo­nistinnen und Komponisten wach zu halten. 

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Dieser Aufgabe haben sich am 19. April acht Weggefährtinnen und Weggefährten des Ende vergan­genen Jahres überraschend ver­storbenen Komponisten, Pianisten und Pädagogen Rudi Spring verschrieben. Zu ihnen gehören Jugendfreunde wie der Theologe Prof. Bernd Oberdorfer und der Klarinettist und Unterneh­mensberater Wolfgang Steger ebenso wie ehemalige Schüler:innen, die spä­ter zu Kolleg:innen wurden, darunter Lauriane Follonier und Prof. Kilian Sprau, sowie Springs langjährige Duo­partnerin Salome Kammer. 

Inzwischen ist der Kreis um weitere Unterstützer:innen angewachsen: so gibt es nun eine „Rudi Spring Gesell­schaft“ in Form eines zukünftig ge­meinnützigen Vereins. Seine Mitglie­der möchten sich – in enger Abstim­mung mit den Wünschen der Familie – um den musikalischen Nachlass küm­mern und dazu beitragen, das umfang­reiche Werk Rudi Springs im Konzert­leben lebendig zu halten. 

Zunächst stehen wichtige Vorarbei­ten an, bevor der physische Nachlass an die Bayerische Staatsbibliothek übergeben werden soll; diese Überstel­lung ist für Ende dieses Jahres vorge­sehen. Rudi Springs Werke wurden von den 1990er- bis in die 2000er-Jahre vom Münchner Verlag 4’33’’ betreut. Ab Mit­te der 2000er-Jahre liegen beinahe alle Werke nur noch als Manuskripte vor. Eine zentrale Aufgabe der Gesellschaft wird es daher sein, Druckausgaben zu initiieren und verfügbar zu machen. 

Rudi Spring war ein Komponist im engen Dialog mit den Interpret:innen. Viele seiner Werke entstanden im un­mittelbaren Austausch mit den Ausfüh­renden, die diese Kompositionen inzwi­schen in ihr Repertoire aufgenommen haben — oftmals mit Rudi Spring selbst am Klavier. Diese Interpret:innen sind ein großer Schatz. Wir hoffen, dass ihre Erfahrungen, ihr Wissen und ihre Nähe zu diesem Werk auch an kommende Generationen weitergegeben werden können. 

Rudi Spring war nicht nur ein heraus­ragender Interpret im Bereich der Kam­mermusik und vor allem als Liedpia­nist; über viele Jahrzehnte war er auch ein hoch geschätzter Pädagoge. Auch diese Facette seines Schaffens soll wei­ter dokumentiert und erforscht wer­den. Dabei ging es ihm nie allein um das rein Musikalische, sondern ebenso um die unermüdliche Suche nach bis­lang ungehobenen Schätzen vergange­ner Zeiten und um deren sinnvolle Zu­sammenstellung zu Konzertprogram­men. 

Eine erste Veranstaltung des neuge­gründeten Vereins findet am 18. Juli in der Kontrapunkt Klavierwerkstatt in München statt. Unter dem spre­chenden Titel „Spring vielfach“ kom­men gut zwei Dutzend Kolleg:innen zu­sammen, die Werke von Rudi Spring sowie von ihm besonders verehrter Komponisten wie Jean Sibelius, An­ders Eliasson und Kurt Weill auffüh­ren. Daneben erklingen Werke kompo­nierender Kolleg:innen wie Ines Lütge, Max Beckschäfer und Bernhard Weid­ner, die teils eigens für dieses Konzert entstanden sind. 

Der Reinerlös der Benefizveran­staltung, die in Kooperation mit dem Verein Tonkünstler München und der Kontrapunkt Klavierwerkstatt durch­geführt wird, ist für die Arbeit der Ge­sellschaft vorgesehen. 

Johannes X. Schachtner 
Komponist und Dirigent, Schüler von Rudi Spring und nun Vorsitzender des Kuratoriums der Rudi Spring Ge­sellschaft 

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