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Alle Artikel kategorisiert unter »Musikpädagogik«

Expansionsphänomen Musik-App

21.04.17 (Hans-Peter Graf) -
Die Idealfigur des allzeit kreativen Hipsters und der Rollifahrer. Noch einen Schluck aus der Kaffeetasse, dann schnell die ersten Beats gelegt, bevor man sich auf den Weg macht, unterwegs, wie nebenbei, immer mal wieder Pattern hinzufügt, verändert, verdichtet, um dann zu Hause, oder wo auch immer, das Smartphone an eine ausladende Studioanlage stöpselt – soundangemessen für den inzwischen musikalisch komplexen Track. Oder: ein schwerstbehinderter Junge aus der inklusiven IBand Saar, der nur noch mit einem großen Zeh sein iPad zu spielen in der Lage und offensichtlich ganz zufrieden ist mit seinem musikalischen Wirken.

Berührungsängste und Ansätze

09.04.17 (Andreas Hauff) -
Musikgeschichte im Musikunterricht? Eigentlich dürfte das kein so großes Problem sein. Fragt man Oberstufenschüler zu Beginn des Unterrichts nach ihren Wünschen, nennen Sie in der Regel neben viel Musikpraxis auch einen Überblick über die Musikgeschichte, der bis in die Gegenwart führen und auch die Entwicklung der Popmusik einschließen soll. So etwas gehöre zur Allgemeinbildung. Auch in der Mittelstufe heißt es: „Man sollte schon wissen, wer Mozart ist.“ Die Musikdidaktik allerdings tut sich schwer mit der Musikgeschichte, und viele Musiklehrerinnen und Musiklehrer auch. Zu stark hat sich die Musikpraxis in den Vordergrund geschoben, zu fordernd erscheint das Bedürfnis der Lernenden nach „ihrer“ Musik, zu sehr fürchtet man sich vor den Ansprüchen an musiktheoretisches Verstehen, und zu deutlich sind die Zweifel an der Selbstverständlichkeit der abendländischen Musikkultur gewachsen.

Deutscher Musikrat trauert um Karl Heinrich Ehrenforth

Mit Betroffenheit hat der Deutsche Musikrat vom Tod des Musikwissenschaftlers und Musikpädagogen Prof. Dr. Karl Heinrich Ehrenforth erfahren. Der ehemalige Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik und Musikdidaktik sowie Leiter des Studienganges Schulmusik an der Hochschule für Musik Detmold verstarb am Sonntag, 26. März 2017 im Alter von 87 Jahren.

An der schulischen Realität orientiert

02.04.17 (Werner Klüppelholz) -
An einem späten Herbstabend im Wintersemester 1990/91 erklang lautes und anhaltendes Lachen auf den Fluren eines Hotels zu Prag, wo sich die Musikprofessoren der Universität Gießen gemeinsam mit ihren Studenten auf einer Exkursion befanden. Unbeaufsichtigt von jenen, nutzten diese die Gelegenheit, Parodien auf ihre akademischen Lehrer anzufertigen, in Form von Kontaktanzeigen.

Gelingendes Leben und Musik

02.04.17 (Constanze Rora) -
Die Gesellschaft für Musikpädagogik widmet sich auf ihren beiden Jahrestagungen 2017 und 2018 dem Thema „Gelingendes Leben und Musik“. Die erste Tagung, die am 4. März in Leipzig stattgefunden hat, war als nicht-öffentliche Arbeitstagung angelegt. Ihr Ziel lag darin, den Austausch und die Interaktion zwischen den Teilnehmenden und ihren Themen zu fördern. 13 Referentinnen und Referenten fanden sich ein, die miteinander – moderiert durch die Vorstandsmitglieder – ihre Entwürfe und Ideen diskutierten.

Schutzpatron David Garrett

22.03.17 (Martin Hufner) -
David Garrett ist Violinist, Backstagereporter, Filmheld und so vieles andere auch. Das macht er je nach Blickwinkel mit mehr oder weniger Erfolg. Als Erfolg darf aber gelten, dass ihm 2017 der Frankfurter Musikpreis zugesprochen wurde. Da reiht er sich ein unter Kollegen wie Hans Zender, Michael Gielen, György Ligeti, Udo Lindenberg oder Peter Sadlo.

Abgehängt

09.03.17 (Gordon Kampe) -
Dies hier wird nicht lustig. Ich knüpfe an einen Text aus dem letzten Jahr an, in dem ich von einem Mädchen aus Afghanistan berichte, mit dem ich in einer Schule Musik gemacht hatte. Damit Rückschlüsse auf konkrete Menschen unmöglich sind, wartete ich mit der Fortsetzung und vermische zudem Schulen miteinander: Nie hatte ich einen Klassenraum nach getaner Arbeit so ernüchtert verlassen. Wie das alles die frohgemute Lehrerin jahrelang aushielt?

Anfassen und Mitmachen streng erlaubt

07.03.17 (Barbara Stiller) -
„Die Elbphilharmonie ist für alle da“, so begrüßte Intendant Christoph Lieben-Seutter sein Publikum am großen Elbphilharmonie-Familientag. Nach knapp drei Wochen Eröffnungsprogramm vom Allerfeinsten fuhren die Rolltreppen am Sonntag, den 29.01.2017, zwölf lange Stunden für Familien mit Kindern von 0 bis jugendlich. Bereits um 9 Uhr begannen die ersten Konzerte und Workshops für Familien mit Babys und Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren. Von weit her kamen viele Gäste angereist, um den Tag, dessen Besuch offenbar ein Weihnachtsgeschenk vieler Großeltern war, mit einem Wochenendausflug nach Hamburg zu verbinden. Man erwarb die Karten für jeweils drei- bis vierstündige Zeitfenster. Anschließend kamen neue Familien mit älteren Kindern und Jugendlichen. Logistisch waren die drei Slots für die Veranstalter ein Drahtseilakt der besonderen Art, der ganz offensichtlich problemlos gelang.

Die Partitur im Kopf haben

07.03.17 (Eckart Rohlfs) -
Sinfonie Nr. 5 „homo homini lupus“ – Gürsching hat keine erste, zweite, dritte oder vierte Sinfonie geschrieben, nur diese eine Nr. fünf, „vielgestaltig, ausdrucksstark und innovativ in Form und Struktur“, – so beschreibt Wolfram Rüdiger sie in einer Besprechung. Das Signum gleichsam „ein gegenwartskritischer Impuls“, die Wut über das „Fortwirken der Banalität des Bösen“ in unserem barbarischen 20. Jahrhundert – so hat man Albrecht Gürsching bisher nicht gekannt, nicht erkannt – die Sinfonie symbolhaft in Töne gefasst, wurde zu einem desillusionierten Ausruf (2008).

Musik in der Grundschule – ohne Studium?

06.03.17 (Gabriele Schellberg) -
Stellen Sie sich vor, Sie müssten Musik unterrichten, können aber keine Noten lesen und auch kein Instrument spielen. Im Singen sind Sie auch nicht so geübt und halten sich außerdem nicht für besonders musikalisch. Geht gar nicht? Leider doch. Dies ist die Realität für viele Grundschullehrer/-innen in Deutschland, die das Fach Musik zu etwa 75 bis 80 Prozent fachfremd unterrichten. Gabriele Schellberg (Universität Passau) stellt Erkenntnisse zum musikalischen Selbstkonzept „fachfremder“ Lehramtsstudierender vor.
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