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Das preisgekrönte Klavierduo K&K eröffnete die Mitgliederversammlung. Foto: Ralf Püpcke

Das preisgekrönte Klavierduo K&K eröffnete die Mitgliederversammlung. Foto: Ralf Püpcke

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Mitgliederversammlung für und mit Musik

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Jazzpionier Prof. Bernd Konrad einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt und inklusive Workshops für Musiklehrkräfte
Vorspann / Teaser

Das preisgekrönte Klavierduo K&K er­öffnete musikalisch am 13. Juni die Mit­gliederversammlung des Tonkünstler­verbandes Baden-Württemberg e.V. in der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HMDK) Stutt­gart. Die beiden Zwillingsschwestern Kanon und Kotone Yokoyama begeis­terten die Zuhörenden durch ihre vir­tuose Interpretation von Carl Czernys Ouverture caractéristique et brillante für Klavier zu vier Händen und Dmitri Schostakowitschs Tarantella für zwei Klaviere. Zum krönenden Abschluss wurde das langjährige Mitglied Prof. Bernd Konrad für seine Jazz-Pionier­leistungen gewürdigt und einstim­mig zum Ehrenmitglied gewählt. Er bedankte sich spontan auch am Saxo­phon mit einer Improvisation über die musikalisch verwertbaren Tonkünst­lerverbands-Buchstaben D, E, A und B. 

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Zunächst begrüßte der Vorstands­vorsitzende Prof. Hans-Peter Stenzl die 21 stimmberechtigten Mitglieder und navigierte souve­rän durch die Tagesordnung. Er berich­tete unter anderem über seine Eindrü­cke von Jugend musiziert und die bun­desweit relevanten DTKV-Themen wie die Folgen des Herrenberg-Urteils. Die Tätigkeitsberichte der anderen Vor­standsmitglieder wurden persönlich vorgetragen oder in Abwesenheit ver­lesen. Einmal mehr wurde eine große Vielfalt an Aufgaben bearbeitet. Zu den stetigen Projekten gehörten der erfolg­reiche 70. Jugendwettbewerb in der HMDK Stuttgart, der federführend von Vorstandsmitglied Antonina Preuss ver­antwortet wird. Zudem die beliebten Fortbildungskurse in Trossingen, unter der künstlerisch-pädagogischen Kon­zeption von Prof. Hans-Peter Stenzl. Neu hinzu gekommen ist der Workshop „Unterrichten mit Weitblick“ mit Dr. Patrizia Bieber im Musentempel Karls­ruhe, der aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen am 17. April 2027 er­neut angeboten wird. Die stellvertre­tende Vorsitzende Anja Schlenker-Rap­ke wies darauf hin, dass im Mai bereits die 10. Auflage der Honorarstandards veröffentlicht wurde, erstmals mit Richtwerten zu „Komposition und Ar­rangement“. Die wiederum wurden auf Initiative von Prof. Tobias Becker neu mit aufgenommen. Er dankte dafür dem Initiator Adrian Werum, der diese ersten Richtwerte federführend ausge­arbeitet hat. Zudem berichtete er von seiner aktiven Verbandspräsenz im Rahmen der Jazzahead in Bremen, in Kooperation mit dem Jazzverband Ba­den-Württemberg e.V. Weitere Vor­standsberichte von Annique Göttler, Verena Forner, Se-Mi Hwang, Rainer Bürck und Adam Ambarzumjan er­folgten zu Themen wie Social Media, Öffentlichkeitsarbeit, Instrumentenbör­sen, die Aktivitäten in den Regionalver­bänden oder die task force „Musik auf Krankenschein“. In dem Zusammen­hang erwähnte das Mitglied Katja Rie­del das EU-geförderte Pilotprojekt „Kunst auf Rezept“, welches unter an­derem in Norwegen, Finnland, Großbri­tannien und Deutschland durchgeführt und evaluiert wurde. Ein innovativer Ansatz, der zukünftig auch für die po­sitive Wirkung von Musik und Musik­therapie in Deutschland noch mehr ge­nutzt werden könnte. 

Die im Zuge der Digitalisierung der Mitgliederkommunikation neue Mit­glieder-Rundmail wurde positiv be­wertet, trotzdem wird aber vereinzelt auch noch das eingestellte Print-For­mat „tonkünstler-forum“ vermisst, was wiederum teilweise durch mehr redak­tionellen Platz in der nmz kompensiert werden konnte. Die Kassenprüfer Dr. Patrick Tröster und Achim Braun be­scheinigten dem Vorstand und der Ge­schäftsführung eine lückenlose und or­dentliche Buchführung. Es wurde wie­der ein positives Jahresergebnis erzielt. Der Vorstand und somit auch die aus­führende Geschäftsführung wurden da­raufhin einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen entlastet. Geschäftsfüh­rer Ralf Püpcke dankte dem gesamt­en Vorstand sowie den Mitarbeitenden Monika Kübler, Rebekka Jaworek und Eckhart Fischer für die konstruktive Zusammenarbeit und das große Enga­gement für die Musik. Er betonte, dass die Gewinnung von Neumitgliedern weiterhin herausfordernd sei. 

Für die Kassenprüfung 2026 stell­ten sich Dr. Patrick Tröster und Achim Braun erneut zur Verfügung. Dankbar wurden sie einstimmig wiedergewählt. Als Delegierte für die Bundesdelegier­tenversammlung 2027 wurden in der Reihenfolge ihres Wahlergebnisses ge­wählt: Angela-Charlott Linckelmann, Elisa Agudiez, Julia Döbele, Greta De­bove und Dr. Patrick Tröster. Anschlie­ßend wurde Saxophonist und Kompo­nist Prof. Bernd Konrad einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt. Als erster Jazzprofessor Deutschlands hat er un­ter anderem den Studiengang Jazz/Pop und das Landesjugendjazzorchester Ba­den-Württemberg mitgegründet. Eine weitere Würdigung erhielt das Ehren­mitglied Cornelius Hauptmann für sei­ne herausragende 50-jährige Mitglied­schaft im 75-sten Lebensjahr. 

Abschließend wurde auf Antrag von Greta Debove, stellvertretend für den Regionalverband Rhein-Neckar, zu­nächst noch das Thema „Aktivrente auch für Selbständige“ erörtert. Ge­schäftsführer Ralf Püpcke berichtete, dass sich der DTKV weiter aktiv dafür einsetzt und zum Jahresende 2027 von der Bundesregierung eine Evaluation vorgesehen ist, um die aktuellen Rah­menbedingungen zu überprüfen. Bis dahin bleibt den Selbständigen aktu­ell nur die Möglichkeit, das Beschäfti­gungsverhältnis in eine Festanstellung umzuwandeln, um in den Genuss der Aktivrente zu kommen. Was wiederum in der Praxis oft kaum umsetzbar oder gar nicht gewollt ist. Zudem berichtete das Reutlinger Mitglied Dr. Jörg Riedl­bauer über den Prozess der GEMA-Re­form und sein Engagement insbesonde­re für die Klassik. Entsprechende Sor­gen bereiteten ihm die Auswirkungen der beschlossenen GEMA-Reform auf die Klassik. 

Die nächste Mitgliederversammlung soll am Sonntag, den 6. Juni 2027 im Or­chesterprobenraum der HMDK Stuttgart stattfinden.
- Ralf Püpcke

Ehrenmitglied Prof. Bernd Konrad

Wer kennt es nicht, das bwegt Sound­logo: ein kurzes, einprägsames akus­tisches Markenzeichen für den Regio­nalverkehr der gelben Züge in Baden- Württemberg, bestehend aus fünf Tö­nen. Aber wer weiß, dass dieser Jingle vom Jazzmusiker Prof. Bernd Konrad komponiert wurde? Er signalisiert ent­spanntes Ankommen und ist in Zügen und an Bahnhöfen im Ländle zu hören. 

Genauso entspannt erschien Prof. Konrad zu unserer Mitgliederver­sammlung am Samstag, den 13. Juni 2026 im Orchesterprobenraum der HMDK Stuttgart. Ich hatte ihn Jahr­zehnte nicht gesehen. Gleich die erste Umarmung versetzte mich in meine Stuttgarter Studienzeit in den 80er Jahren zurück, als ich ehrfürchtig auf­blickte zu diesem schon damals legen­dären Künstler, der mit allen Größen seiner Zunft musizierte, der als erster Jazzprofessor Deutschlands den Stu­diengang Jazz/Pop begründete und das Landesjugendjazzorchester, das „Lajazzo“, welches er bis 2013 leitete. Er spielte virtuos Saxophon, er kom­ponierte auch groß dimensionierte Werke, er bildete Generationen von Studierenden aus und zeigte bei zu­fälligen Begegnungen auf dem Gang stets ein ehrliches und motivierendes Interesse an meiner eigenen Entwick­lung zum klassischen Pianisten.

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Freuen sich über die Ehrenmitgliedschaft: v.l.n.r. Prof. Hans-Peter Stenzl, Prof. Bernd Konrad, Geschäftsführer Ralf Püpcke. Foto: Eckhart Fischer

Freuen sich über die Ehrenmitgliedschaft: v.l.n.r. Prof. Hans-Peter Stenzl, Prof. Bernd Konrad, Geschäftsführer Ralf Püpcke. Foto: Eckhart Fischer

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Bewunderer seiner Werke ist übri­gens auch Woody Allen, der passio­nierte Jazzmusiker, der in seinem Film „Hannah und ihre Schwestern“ auf die Konrad-LP „Traumtänzer“ hinweist. 

Welche Freude, dass ich nun mit ein­stimmigem Votum Prof. Bernd Konrad zum Ehrenmitglied unseres Verbandes ernennen durfte. Und er sich spontan mit einer Saxophon-Improvisation über die vier „vertonbaren“ Buchstaben im Wort „Tonkünstlerverband“ bedankte! 

Jetzt wissen wir, wie gut unser Ver­band klingt!
- Hans-Peter Stenzl

Inklusive Workshops für Musiklehrkräfte 

Das InKlang Festival Fellbach am 25. und 26. September 2026 schafft ei­nen Raum, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Mu­sik, Tanz und Kultur erleben können. Ein vielfältiges Workshop-Programm lädt dazu ein, neue musikalische Per­spektiven kennenzulernen, kreativ zu improvisieren und Menschen mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen zu begegnen. Die Workshops bieten praxisnahe Impulse für Musiklehr­kräfte sowie für alle, die inklusiv ar­beiten, mit heterogenen Ensembles musizieren oder in den Bereichen elementare Percussion und Commu­nity Music neue Methoden kennen­lernen und ihre Kompetenzen erwei­tern möchten. Geleitet werden sie von erfahrenen Referierenden, die ihre Konzepte und Erfahrungen aus der inklusiven Musik- und Tanzpra­xis weitergeben und zum fachlichen Austausch einladen. Mehr Infos unter www.musikschule.fellbach.de 
- Hans Fickelscher

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