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Zwischen App und Präsenzstunde

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TKVB untersucht Digitalisierung im Instrumentalunterricht: Online-Unterricht bleibt Ergänzung
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In der Corona-Krise wurde die Digitalisierung in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens vorangetrieben. Berufsfelder haben sich verändert und viele digitale Innovationen aus dieser Zeit sind inzwischen alltäglich geworden.

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Dem Ausschuss „Freie Musikpädagog:innen“ im TKVB war es schon seit geraumer Zeit ein Anliegen, den „Iststand“ seiner Mitglieder im Umgang mit digitalen Medien zu erfragen, um Unterstützungsbedarf zu identifizieren, Fortbildungen gezielt weiterzuentwickeln und Chancen und Herausforderungen digitaler Unterrichtsformen sichtbar zu machen. Im Vorwort der Umfrage wurde deutlich auf den Unterschied hingewiesen zwischen Unterricht auf Online-Plattformen und digitalen Unterstützungstools für den herkömmlichen Präsenzunterricht, wie zum Beispiel Terminplaner, Notenlern-Apps. 160 Mitglieder aller Instrumentalkategorien, vorwiegend aus den Genres Klassik und Pop beteiligten sich. Die meisten Teilnehmer sind zwischen 40 und 59 Jahre alt und unterrichten seit mehr als 30 Jahren – eine sehr erfahrene Berufsgruppe mit breiter Streuung also. Damit liefert die Umfrage aussagekräftige Ergebnisse. Als DSGO-konforme Befragungsplattform wurde LamaPoll genutzt. Zentrale Erkenntnis: Digitale Medien sind fest im Instrumentalunterricht verankert, Online-Unterricht hingegen wird überwiegend nur situativ und als Ergänzung zum Präsenzunterricht eingesetzt. 

Im Einzelnen ergaben sich folgende Ergebnisse:

Youtube wird für Playalongs, Lernvideos und Materialien verwendet. Viele Kolleg:innen arbeiten mit persönlich erstellten Materialien (PDFs, Begleitstimmen- und Unterrichtsmitschnitte, Höraufgaben, Musiktheorie u.a.), die sie jedoch ausschließlich ihren eigenen Schüler:innen zur Verfügung stellen. Möglicherweise spielen hier Urheberrechtsfragen, Qualitätssicherung oder fehlende Zeit für eine professionelle Aufbereitung eine Rolle. Grundsätzlich wird der Einsatz digitaler Medien als Motivationsschub für einen zeitgemäßen und methodisch vielfältigen Unterricht angesehen.

Online-Unterricht wird bei 62 Prozent der Befragten nur in Ausnahmesituationen wie Krankheit oder eingeschränkter Mobilität genutzt. Lediglich 12 Prozent unterrichten zwischen 40 bis 80 Prozent online. Bei den Plattformen liegen Zoom, WhatsApp und das inzwischen eingestellte Skype vorne. Ausschlaggebend für die Plattformwahl sind einfache Bedienung, Zuverlässigkeit und klangliche Stabilität. 

Dennoch bleiben weiterhin Wünsche hinsichtlich Audioqualität (nicht jede Plattform eignet sich für jedes Instrument!), Latenz (gemeinsames Musizieren/Ensemblearbeit) und Internetstabilität – vor allem in ländlichen Regionen. Gründe für die Ablehnung dieser Unterrichtsform sind Bedenken bezüglich der Unterrichtsqualität – sowohl pädagogisch als auch akustisch – sowie fehlende eigene Technik und Erfahrung. Entsprechend wünschen sich die Mitglieder von ihrem Berufsverband gezielte Unterstützung und praxisnahe Fortbildungen mit rechtlichtechnischen Schwerpunkten.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Mitgliedern für die Teilnahme an dieser Umfrage.

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