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Friederike Hallett. Foto: privat

Friederike Hallett, wiederholt Teilnehmerin und seit 2025 Assistentin beim Kammermusikkurs für Junge Instrumentalist:innen. Foto: privat

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Sternschnuppen und Anti-Stress

Untertitel
„Oh, diese Jeunesses!“– gesehen von Friederike Hallett zum 75-jährigen Jubiläum der JMD
Vorspann / Teaser

Eigentlich wollten wir ja nur eine Fahr­radpause machen. Irgendwann im Au­gust 2020 stolperten wir auf den Wei­kersheimer Marktplatz, mit abgefah­renen Reifen und Fotos vom sommer­grünen Taubertal in den vollgepackten Satteltaschen. Und plötzlich bog da eine ganze Schlange von Jugendlichen um die Ecke und marschierte schnur­stracks ins Schloss. Erstmal nichts Be­sonderes, aber: sie alle trugen riesige Cellokästen. Es sah beängstigend aus. Wo waren wir hier gelandet?

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Eigentlich wollte ich nur meine Mails checken. Und dann flat­terte eine Einladung an den Ju­Mu-Verteiler ins Postfach, sich den Kammermusikkurs der JMD in Weikersheim anzuschauen. Weikers­heim? Richtig, der hübsche, ruhige Ort mit den Cellokästen. Na dann – einen Versuch war es wert! 

Dreimal zwölf Sommertage voller Sternschnuppennächte und Schloss­gartengespräche, spontanen Jam-Ses­sions und Harmonika-Solos, besonde­rer Begegnungen und ganz, ganz viel Musik sowie einer bemerkenswerten Menge Anti-Stress-Steine-Wasser spä­ter wollte ich eigentlich nur irgendet­was googlen, als plötzlich eine unbe­kannte Nummer anrief. Kurz darauf saß ich im Zug nach Köln, um mir von unserem Kursleiter das MacBook mit der Probenplan-Software abzuholen. Und so kam es, dass es in meinem ersten Sommer als Kursassistentin bei Erlebnis Kammermusik! wieder Stern­schnuppen und Anti-Stress-Steine- Wasser gab, ich aber auch eine völ­lig andere Seite kennenlernen durf­te. Wie viele Personen sich die Hand geben und ihren Kopf, ihr Herz und die ganze Bandbreite ihrer Musik- und Menschenkenntnis aufbringen, damit sechzig junge Leute so intensive, un­beschwerte zwölf Tage verbringen und auf ihren Instrumenten über sich hinauswachsen dürfen – das war mir als Teilnehmerin gar nicht bewusst gewesen. 

Aber jedes einzelne Mal, wenn ich zufällig einen Menschen traf, der auch in Weikersheim gewe­sen war, fingen wir gleichzei­tig sofort davon zu schwärmen an. Wie macht die JMD das nur, dass es so unglaublich leicht ist, sich in Weikers­heim zuhause zu fühlen? Ganz weiß ich es noch nicht. 

Ich weiß nur, dass mir in jeder Rol­le an jeder Ecke mit unglaublich viel Wärme und Wertschätzung begegnet wurde. Und ich freue mich jetzt schon darauf, im August zurückzukommen! Mein Fahrrad lasse ich diesmal aber wahrscheinlich doch zuhause. 

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