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Das Landesjugendakkordeonorchester NRW, geleitet von Peter Lohmar, in der Trinitatiskirche Kölns am 24. Mai 2026. Foto: Anita Brandstäter

Das Landesjugendakkordeonorchester NRW, geleitet von Peter Lohmar, in der Trinitatiskirche Kölns am 24. Mai 2026. Foto: Anita Brandstäter

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Fast eine Orgel

Untertitel
Gemeinsames Konzert zweier Jugendakkordeonorchester in Köln
Vorspann / Teaser

Ein klangstarkes musikalisches Zeichen internationaler Jugendbegegnung setzten das Landesjugendakkordeon­orchester NRW und das Nationale Ju­gendakkordeonorchester der Schweiz am Morgen des 24. Mai in der Trinita­tiskirche Kölns. Der Deutsche Harmo­nika Verband NRW hatte eingeladen, und die Schweizer präsentierten ger­ne ihren hohen Leistungsstand. In der Trinitatiskirche erlebte man vor und nach dem Konzert ein trubeliges Mit­einander der vielen Jugendlichen. So intensiv die Begegnung war, so kurz war die gemeinsame Probe. Bei den ge­meinsam gespielten Stücken hat kaum jemand im Publikum vermutet, dass die gemeinsame Probezeit nicht ein­mal eine halbe Stunde betragen hatte. 

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Unter der Leitung von Peter Loh­mar eröffnete das Landesjugend­akkordeonorchester NRW das Konzert mit Rudolf Würthners „Festival Ouvertüre“. Präzise und ener­giegeladen gelang ein festlicher Auf­takt, der sofort die Qualität des Ensem­bles erkennen ließ. Mit Ian Watsons Werk „Kingdoms“ führte das Orchester anschließend musikalisch in drei Sät­zen durch England, Wales und Schott­land. 

Einen Kontrast setzte Janin Jankes „Traumfetzen“. Das Werk entfalte­te eine moderne, teils schwebende Klangsprache, in der sich Fragmente, Erinnerungen und emotionale Span­nungen zu einem vielschichtigen Klang­bild verbinden. Hier überzeugte das En­semble besonders durch seine klang­liche Differenzierung und sensible Ge­staltung, eine gute Voraussetzung für den Wettbewerb von Auswahlorchestern am 13. und 14. November in Os­nabrück, bei dem dieses Werk Pflicht­stück ist. Zum Abschluss des ersten Konzertteils erklang die „Berceuse“ aus Igor Strawinskys „Feuervogel“. 

Nach der Pause präsentierte sich das Nationale Jugend Akkordeon Or­chester Schweiz unter der Leitung von Yvonne Glur. Mit Johann Sebastian Bachs „Toccata und Fuge d-Moll“ bewies das Ensemble klangliche Ge­schlossenheit und Virtuosität. Die be­kannte Orgelmusik blieb in der Be­arbeitung dem Klangcharakter einer Orgel auffallend treu. Dann eine ein­nehmende Dichtung: Lutz Starks „Me­ditationen und Allegro in D“ hat zwei langsame Rahmenteile mit geschichte­ten, beinahe meditativen Klangflächen, während der Mittelteil mit furioser En­ergie begeisterte. 

Besonderer Mittelpunkt des zweiten Konzertteils war der Solist Emanuel Krucker am Hackbrett. Mit Dieter Am­manns „Rechts und links“, einem ei­gens für das Jugendensemble entstan­denen Werk für Hackbrett und Akkor­deon, zeigten sich Krucker und das En­semble von ihrer experimentellen, aber auch regionalhistorischen beziehungs­weise folkloristischen Seite. Berührend waren zwei Schweizer Volkslieder, die die Musikerinnen und Musiker nur von Krucker am Hackbrett begleitet sangen und summten. 

Zum Finale vereinigten sich beide Orchester zu John Williams’ Sound­track aus „Jurassic Park“. Der Klang­körper der vereinten Ensembles entfal­tete eine enorme Klangfülle. Das Publi­kum dankte den Musikerinnen und Mu­sikern mit langanhaltendem Applaus. Mit der Zugabe „Sandstorm“, ein Stück des finnischen DJs Darude, verabschie­deten sich die Jugendlichen schließlich temperamentvoll.

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