Vom 20. bis zum 24. März 2026 verwandelte sich Dortmund in einen Ort der Begegnung des musikalischen Nachwuchses in Nordrhein-Westfalen. Mit 1.189 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen in 687 Wertungsspielen belegt der Wettbewerb eindrucksvoll die ungebrochene Faszination für das Musizieren. Rund 40 Prozent der Talente stammen aus ländlichen Regionen sowie Klein- und Mittelstädten – ein Zeichen, dass die maßgeblich von den öffentlichen Musikschulen sowie engagierten Lehrkräften getragene Förderung des musikalischen Nachwuchses flächendeckend wirkt.
Wertungsspiel Akkordeon-Kammermusik beim Landeswettbewerb Jugend musiziert NRW 2026 (v.l.n.r.): Leonardo (Violine), Freddy (Klavier) und Christian Kurumlian (Akkordeon) sowie Moritz Schubert (Cello). Foto: LMR NRW
Leidenschaft, Grooves und viel Herzblut
Ein musikalischer Wettbewerb dieser Dimension gleicht einem komplexen, doch fein gestimmten Instrument. Dortmund erwies sich dabei als Resonanzraum par excellence. Die Austragungsorte – DORTMUND MUSIK, das Reinoldihaus mit dem Vokalmusikzentrum NRW, das Orchesterzentrum NRW und der Jazzclub domicil – boten ideale Rahmenbedingungen. Auf den Fluren mischten sich Einspielklänge mit jener unverwechselbaren Atmosphäre aus nervösem Lampenfieber und purer Vorfreude.
Musikalisch bot das Wochenende ein vielfältiges Kaleidoskop auf enorm hohem Niveau, was die starke Durchschnittswertung von rund 22 der 25 möglichen Punkte untermauert. Eine zentrale Rolle spielte auch das Miteinander: Über 60 Prozent der herausragenden Leistungen wurden in Ensembles erzielt. Das zeigt, wie sehr neben der solistischen Virtuosität – etwa bei den stark vertretenen Klavierwertungen – auch Teamgeist, gegenseitiges Zuhören und musikalische Kommunikation gefördert werden.
Ein besonderer Höhepunkt war das „Konzert der Jüngsten“ im Orchesterzentrum NRW. Hier wurde die erstaunliche Reife der jüngsten Talente der Altersgruppe II (bis 12 Jahre) erlebbar. Ob das fein abgestimmte Klarinettenduett von Daguo Liu und Arslan Nurullin, die technische Brillanz von Toni Gu am Klavier, der im Interview mit dem Landesausschussvorsitzenden „Jugend musiziert“ Peter Nagy bereits eine verblüffend erwachsene Haltung an den Tag legte, oder die mitreißende Energie von Emily Paß am Drum-Set – die stilistische Bandbreite und musikalische Ernsthaftigkeit begeisterten. Die emotionale Überzeugungskraft der Auftritte wird noch lange nachklingen.
Die Beratungsgespräche im Anschluss an die Wertungen erwiesen sich erneut als unverzichtbar. Es geht hier nicht um das bloße Rechtfertigen von Punkten, sondern um einen Dialog auf Augenhöhe, der individuelle Stärken hervorhebt und wertvolle Impulse liefert.
Dass der Wettbewerb in der Trägerschaft des Landesmusikrats NRW den jungen Talenten eine so professionelle Bühne bieten kann, ist der verlässlichen Unterstützung durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft sowie durch die Sparkassen in NRW zu verdanken. Für 292 junge Musikerinnen und Musiker – darunter 69 Solistinnen und Solisten sowie 223 Ensemble-Mitglieder – richtet sich der Blick nun auf den Bundeswettbewerb.
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