Unter dem Thema Inklusive Wege in Zeiten großer gesellschaftlicher Widersprüche trafen sich vom 18. bis 20. September 2026 60 interessierte Menschen aus dem Musikschulwesen zur Bundesfachtagung Inklusion im Hamburger Konservatorium.
Die Teilnehmenden der Bundesfachtagung Inklusion 2026 in Hamburg. Foto: Markus Brückner/VdM
Die Bedeutung der inklusiven Entwicklung im VdM
Zwischen den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg- Vorpommern gab es zur Weiterentwicklung der Musikschulen auch aktuell viel zu besprechen. Wir leben in einer vielfältigen Gesellschaft und genau deswegen ist es wichtig, dass die Musikschulen für alle Interessierten der Kommunen ein Angebot bereitstellen. Seit der Potsdamer Erklärung 2014 und seit dem Beschluss 2021 der Verankerung eines Netzwerks Inklusion ist viel passiert. Viele Inklusionsbeauftragte haben ihre Arbeit aufgenommen und nach weißen Flecken im Musikschulangebot recherchiert. Eine große Innovationskraft ist entstanden und entwickelt die Musikschullandschaft weiter.
Dieser Erneuerungsgeist war in Hamburg deutlich zu spüren. Die Bedeutung der inklusiven Entwicklung im VdM wurde zusätzlich verdeutlicht durch die Teilnahme des Geschäftsführers des Bundesverbandes Raphael Amend, des Fortbildungsreferenten Markus Brückner sowie der Inklusionsbeauftragten aus zehn Bundesländern. Ein besonderes Dankeschön geht dabei auch an das Hamburger Konservatorium, das mit seinen fantastischen neuen Räumlichkeiten einen optimalen Ort bereithielt. Und damit verbunden ein großes Dankeschön an die Organisatoren des Konservatoriums, Sabin Grub, Anke Nickel und Michael Petermann.
Nach zwei Anfangsimpulsen durch Robert Wagner und Karin Holzwarth, Professorin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, begann ein intensiver Austausch im Rahmen eines Waldcafés zu verschiedenen Fragestellungen. Der zweite Tag begann mit der Vorstellung der Trilematischen Inklusion durch Nihat Iman, der das Tagungsthema der Widersprüche bestens traf. Anschließend gab es zwei Workshopblöcke mit je vier Workshops. Die Themen waren hier Inklusion für Einsteiger mit Rainer Buschmann, Musiktherapie auf dem Weg zu einer inklusiven Musikschule mit Cordula Reiner-Wormit, kulturelle Vielfalt in der musikalischen Praxis mit Nihat Iman und Teilhabe durch Kooperationen ermöglichen mit Friederike Steinberg. Das praktische Musizieren wurde dann mit zwei inklusiven Formationen der Konservatorien Hamburg und Schwerin ermöglicht und nach den Proben im Konzertsaal präsentiert. Die Schweriner Gruppe KONtegra spielte Musik aus verschiedenen Kulturen und die Band Kontakte aus Hamburg eigene Jazzarrangements. Sehr überzeugend war das anschließende Interview mit dem blinden Sänger Luke der Band. Am Abend gab es dann noch einen Austausch zum Thema Öffentlichkeitsarbeit.
Der dritte Tag begann mit einem spannenden Impuls, Resiliente Musikschulen – professionelle Reflexionsformate als institutioneller Schutzfaktor in herausfordernden Zeiten, mit Cordula Reiner-Wormit. Nach einer Einführung in verschiedene Reflexionsformate gab es auch eine spontane Supervisionssitzung zum Miterleben. Zum Abschluss wurde in einer Fishbowl die Tagung reflektiert und auch viele Wünsche für die weitere Arbeit diskutiert. Die Teilnehmenden reisten anschließend mit zahlreichen Anregungen und neuen Kontakten wieder nach Hause. Und sicherlich werden sich einige auch auf dem nächsten Musikschulkongress in Osnabrück wiedersehen. Die nächste Bundesfachtagung Inklusion findet 2028 statt.
Eine Wachablösung fand ebenfalls statt: Robert Wagner als Fachausschussvorsitzender Inklusion wurde von Karin Holzwarth gemeinsam mit Rainer Buschmann abgelöst. In diesem Rahmen wurde auch das jahrzehntelange Engagement um die inklusive Entwicklung von Robert Wagner gewürdigt.
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