Am 24. Februar 2026 traf sich die EMSA-Community aus NRW zum EMSA-Fachtag „Musikunterricht connected!“. Im Mittelpunkt standen an diesem Tag über 70 neue EMSA-Schülermentorinnen und -mentoren, die ihr EMSA-Zertifikat feierlich durch Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes und Prof. Andrea Raabe, Rektorin der Hochschule für Musik und Tanz Köln überreicht bekamen. Seit Beginn des Schuljahres hatten sie sich im Rahmen der jährlich stattfindenden EMSA-Schülermentorenausbildung auf den Weg gemacht, Peer-to-Peer-Mentors an ihren eigenen (Musik)Schulen zu werden.
Große Freude bei der Verleihung der EMSA-Zertifikate an die Schülermentorinnen und -mentoren, die von Kultur- und Wissenschaftsministerin Ina Brandes und Prof. Andrea Raabe überreicht worden waren. Foto: © Stephanie Watin
Musikalische Bildungswege gemeinsam denken und konzipieren
Ein besonderes Highlight der Ehrung im vollbesetzten Kammermusiksaal der HfMT Köln: Die Rede von EMSA-Leiterin Stephanie Buyken-Hölker ging nahtlos über in den Flashmob der Schülerinnen und Schüler, die zur Überraschung der Gäste nacheinander musizierend auf die Bühne zogen. Besonders beeindruckte im Anschluss daran eine EMSA-Schülerin aus der Jahrgangsstufe 11 einer Kölner Gesamtschule, die mit allen Schülerinnen und Schülern und den rund 130 erwachsenen Gästen souverän und professionell ein mehrstimmiges Arrangement einstudierte. Insgesamt schlossen in diesem Schuljahr 91 Schülermentorinnen und -mentoren aus Minden, Wesel, Siegen, Dortmund, Rösrath, Dormagen, Leverkusen, Hürth und Köln ihre Ausbildung erfolgreich ab.
Als Schülermentoren gestalten sie nun in den EMSA-Bausteinen OpenStage, ÜbeZeit, VocalBreak ihren Schulalltag. In der anschließenden Postersession ermöglichten sie den Gästen motivierende Einblicke in das Wirken an ihren Standorten – ein starkes Potential der Nachwuchsförderung. Dazu Ina Brandes in ihrem Grußwort: „Die neuen EMSA-Schülermentorinnen und -Schülermentoren sind selbst leidenschaftliche Musikerinnen und Musiker und stecken andere junge Menschen mit ihrer Begeisterung an. So machen wir dem Publikum von Morgen Lust auf Kunst und Kultur.“
Ebenfalls gewürdigt wurden sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die anwesenden EMSA- Musikkoordinatorinnen und -koordinatoren und EMSA-Schulleitungen, die diese EMSA-Initiative mit ihrer intensiven Arbeit an den eigenen Institutionen erst möglich machen, durch die Grußworte von Antje Weiler für die Bezirksregierung Köln und Peter Nagy für den Landesverband der Musikschulen in NRW.
EMSA steht für „Eine (Musik)Schule für alle“ und ist ein Kooperationsmodell für weiterführende Schulen und Musikschulen in NRW, das an der Hochschule für Musik und Tanz verortet ist und durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft und das Ministerium für Schule und Bildung in NRW gefördert wird. EMSA setzt auf die dichte Verzahnung von Musikschule und Schule, um die musikalische Bildung von Schülerinnen und Schülern ab Klasse 5 integrativ zu gestalten. EMSA schließt damit an das kulturelle Bildungsprogramm JeKits an und ermöglicht durchgängige musikalische Bildungsbiografien von der Grundschule bis zum Abitur.
EMSA wurde 2015 im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW gemeinsam mit dem Ministerium für Schule und Bildung des Landes NRW und in dichter Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Musikschulen in NRW durch Stephanie Buyken-Hölker und Prof. Ursula Schmidt-Laukamp an der HfMT Köln gegründet und entwickelt. Nach einer ersten Pilotphase an drei Kooperationsstandorten hat sich EMSA seit 2019 als Kooperationsmodell für weiterführende Schulen und Musikschulen in NRW ausgeweitet. Aktuell tragen 94 Schulen und Musikschulen in Nordrhein-Westfalen das Label „EMSA-Schule“.
EMSA verfolgt das Ziel, möglichst vielen Schülerinnen und Schülern in weiterführenden Schulen die Möglichkeit zu geben, sich musikalisch-künstlerisch zu entwickeln. Dabei ist es wichtig, dass dieses auf allen Niveaustufen – vom Anfänger bis zur Studienanwärterin – und mit verschiedenen Musiken möglich ist. EMSA trägt damit wesentlich zur Nachwuchsförderung und längerfristig auch zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels bei. EMSA versteht Kooperation als eine vertrauensvolle und verbindliche Form der Zusammenarbeit, indem die Lehrkräfte beider Institutionen auf Augenhöhe zusammenarbeiten und indem musikbezogene Bildungsprozesse in multiprofessionellen Teams gestaltet, systematisch reflektiert und auf der Basis standortspezifischer Strukturen und der Bedarfe der Menschen weiterentwickelt werden. Das strukturelle Herz einer EMSA-Kooperation ist die sogenannte „Musikkoordination“ – ein Lehrkraft-Tandem aus Schule und Musikschule, das im EMSA-Zentrum an der HfMT Köln ausgebildet wird.
Zum jährlich stattfindenden EMSA-Fachtag „Musikunterricht connected“ ist die gesamte EMSA-Community eingeladen, um sich über die inhaltlich-fachlichen Prozesse von Musikkooperationen auszutauschen und sich durch Einblicke sowohl in NextPractice-Beispiele anderer EMSA-Schulen als auch im „EMSA-Lern- und Forschungslabor“ anregen zu lassen. An diesem Tag steht die inhaltliche Verzahnung der unterschiedlichen musikbezogenen Bildungsangebote und Musizierpraxen einer Kooperation zwischen Musikschule und Schule im Zentrum, denn: Musikalische Bildungswege aus der Perspektive des Schulfachs Musik und aus Musikschulsicht gemeinsam zu denken und zu konzipieren, gehört zu den Leitlinien einer EMSA-Kooperation.
EMSA wird geleitet durch Stephanie Buyken-Hölker (bis 2025 gemeinsam mit Prof. Ursula Schmidt-Laukamp), die wissenschaftliche Begleitung liegt in den Händen von Prof. Dr. Carmen Heß und Prof. Dr. Christine Stöger. Zum EMSA-Team an der HfMT Köln gehören ebenfalls Lisa Burgwinkel und Wolfgang Ruland als EMSA-Fachreferenten.
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