Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 02.10. bis 08.10.2017


(nmz) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 40. Portraits und Schwerpunkte gibt es zu: Jürgen Palmtag, Eduard Steuermann, Robert Delanoff, François Sarhan, Luke Bedford, Juan Allende-Blin, Valentino Worlitzsch, Matthias Kaul, Trio HÜBEBLO, Simone Rubino, Thelonious Monk, Hans Abrahamsen +++ Hanns Eisler als Musikkritiker der Roten Fahne, Heinz Holliger und seine Einflüsse auf das Musikleben unserer Zeit, Chansons aus und über Marseille, Werkzeuge der Neuen Musik: Stimme, Orchesteraufstellungen in Geschichte und Gegenwart, Eine kleine musikalische Entomologie, Armenien als moderne Musiknation +++ Hochburg der Neuen Musik, Abenteuer Improvisationsmusik beim Musik Unlimited Festival, „musikprotokoll“ in Graz und Jugend komponiert 2017.
01.10.2017 - Von mh


02.10.2017


21:04-22:00 | kulturradio vom rbb
Neue Musik aktuell

Mit Andreas Göbel

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Jetztlichkeit komponieren. Der Künstlermusiker Jürgen Palmtag

Von Herbert Köhler. Der 1951 in Schwenningen geborene Jürgen Palmtag hat an der Hochschule der Künste in Berlin studiert und lange Zeit fast ausschließlich als Maler und als Grafiker gearbeitet. Seit den 1990er-Jahren verstärkt sich der musikalische Anteil seiner schöpferischen Arbeit. Palmtags Schlüssel zum musikalischen Tun liegt in genau jener elastischen Leichtigkeit, die durch bewusste Dilettanz in Kombination mit dem unerschrockenen Mut zur bekennenden Blamage entstehen kann. Ein von Spezialistentum und Erfüllungsdruck befreitem Gefühl, das zu Höhenflügen der anderen Art inspiriert und Genialität und Absturz nie zweifelsfrei klären kann.

23:03 | Ö1
Werke aus einer Hochburg der Neuen Musik (1) – Nachwuchs und Prominenz. Die Kunstuniversität Graz zu Gast im Radiokulturhaus (1)

Gestaltung: Reinhard Kager. In einem Ranking des italienischen Fachmagazins „Classic Voice“ wurden vor wenigen Monaten von mehr als hundert Expert/innen Europas die wichtigsten Komponist/innen der Gegenwart ermittelt. Georg Friedrich Haas führt dieses Ranking an, auch Beat Furrer und Bernhard Lang belegten Plätze unter den ersten zehn. Alle drei eint ihre Tätigkeit als Lehrende an der Kunstuniversität Graz (KUG), die sich in den letzten Jahren zu einer Hochburg der zeitgenössischen Musik entwickelte.

Dass sich ihre Student/innen nicht fürchten vor so viel Prominenz, zeigte ein Konzert im Radiokulturhaus des ORF-Funkhauses in Wien, wo am 2. Juni 2017 neue Werke von Haas, Furrer und Lang sowie von Gerd Kühr und Klaus Lang aufgeführt wurden – von Studierenden der KUG, professionell gecoacht vom Klangforum Wien. Denn das nicht minder prominente Wiener Ensemble führt seit 2009 unter dem Titel „Performance Practice in Contemporary Music“ ein Studienprogramm an der KUG durch, im Rahmen dessen das von Dmitrios Polisoidis dirigierte Konzertprogramm einstudiert wurde.


03.10.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Adornos guter Freund und Schönbergs Lieblingspianist – Eduard Steuermann und der organisierte Widerspruchsgeist

Von Richard Schroetter. „Er hatte kein aufgeschlossen-rezeptives Verhältnis zur radikalen Moderne, sondern war Fleisch von ihrem Fleisch.“ (Adorno)

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Zum 75. Geburtstag des Komponisten Robert Delanoff

Robert Delanoff: „Die Zeit vergeht …“ (Zoltán Kovács, Klarinette; Eva Schieferstein, Klavier); „For Animals“ (Sebastian Wittiber, Flöte; Nicolas Cock-Vassiliou, Oboe; Zoltán Kovács, Klarinette; Anette Pulheim, Fagott; Maciej Baranowski, Horn); „Noble Tafelmusik“ (Trio Papillon); „Ein mährisches Volkslied“ (Christoph Probst, Violoncello; Barbara Polasek, Gitarre); Trio (Budapester Klaviertrio); „Silence sur les Pléiades“ (Münchner Flötentrio); „Koloratur des Kolibri“ (Zoltán Kovács, Klarinette); „Alte Buche im Englischen Garten“ (Zoltán Kovács, Klarinette; Anne-Sophie Bertrand, Harfe)

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Der Zuhörer denkt: Aha! – Hanns Eisler als Musikkritiker der Roten Fahne

Von Georg Beck. Ab März 1927 lieferte der Arnold Schönberg-Schüler Hanns Eisler Beiträge für die Tageszeitung Die Rote Fahne: Zentralorgan der Kommunistischen Partei Deutschlands. Eislers Themen sind durchaus klassisch: Beethoven zum 100. Todestag, „Moderne Musik“. Dazu reichlich zeitgenössische Opernproduktion wie etwa Kreneks „Jonny spielt auf“. Eisler dabei immer, wie Bolle, mittenmang dabei. Er geht in die Oper, er geht ins Konzert, bespricht Aufführungen von Beethoven, Gluck, Hindemith, Mozart, Smetana, Strawinsky, Verdi – lässt sich aus über den „bürgerlichen Kunstbetrieb“, über „Musik und Musikverständnis“ und über vermeintlich abgeschmackte Berliner Revue-Abende. Eisler schimpft, Eisler wettert, Eisler lobt, aber: Eisler empfiehlt den „lieben Genossen“ auch den Besuch von Mozart-Opern. Und, er sondiert das Musikleben, das Repertoire auf seine Brauchbarkeit für die proletarische Welt. – Ein überholtes Verfahren? Oder hat uns dieser Radikalinski-Eisler möglicherweise doch noch etwas zu sagen?

23:03 | Ö1
Werke aus einer Hochburg der Neuen Musik (2). Nachwuchs und Prominenz. Die Kunstuniversität Graz zu Gast im Radiokulturhaus (2)

Gestaltung: Reinhard Kager. In einem Ranking des italienischen Fachmagazins „Classic Voice“ wurden vor wenigen Monaten von mehr als hundert Expert/innen Europas die wichtigsten Komponist/innen der Gegenwart ermittelt. Georg Friedrich Haas führt dieses Ranking an, auch Beat Furrer und Bernhard Lang belegten Plätze unter den ersten zehn. Alle drei eint ihre Tätigkeit als Lehrende an der Kunstuniversität Graz (KUG), die sich in den letzten Jahren zu einer Hochburg der zeitgenössischen Musik entwickelte.

Dass sich ihre Student/innen nicht fürchten vor so viel Prominenz, zeigte ein Konzert im Radiokulturhaus des ORF-Funkhauses in Wien, wo am 2. Juni 2017 neue Werke von Haas, Furrer und Lang sowie von Gerd Kühr und Klaus Lang aufgeführt wurden – von Studierenden der KUG, professionell gecoacht vom Klangforum Wien. Denn das nicht minder prominente Wiener Ensemble führt seit 2009 unter dem Titel „Performance Practice in Contemporary Music“ ein Studienprogramm an der KUG durch, im Rahmen dessen das von Dmitrios Polisoidis dirigierte Konzertprogramm einstudiert wurde.


04.10.2017


20:00-21:00 Radio SRF 2 Kultur
Hinab ins Kaninchenloch mit François Sarhan

In seinen Musiktheater-Kompositionen überführt der in Basel und Berlin lebende Komponist, Regisseur, Cellist, Performer und bildende Künstler François Sarhan das Vertraute ins Surreale.

Im interaktiven Konzertparcours «One Shot Train», der am ZeitRäume Festival in Basel uraufgeführt wird, bespielen Sarhan und das Eunoia Quintett die verborgenen Zimmer des Gare du Nord und tauchen ein in die nostalgische Welt der Weichensteller, Fahrplanzeichner und Kontrolleure. «Musik unserer Zeit» tritt durch die geheimen Türen des Bahhofs und spricht mit dem jungen Franzosen über das Komponieren, das für ihn nie nur auf dem Notenpapier, sondern immer auch im Raum passiert.

21:04-22:00 | kulturradio vom rbb
Der Komponist Luke Bedford

Mit Eckhard Weber. Schon früh wurde seine Musik von der Royal Philharmonic Society als „vielleicht stärkste Verheißung“ gepriesen: Luke Bedford, Jahrgang 1978, einer der erfolgreichsten Vertreter unter den jüngeren britischen Komponisten. Mit raffiniert-klangsinnlichen, expressiven Werken sorgt er international für Furore, von Oper bis Streichquartett.

21:12 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Die Oboe spricht – Heinz Holliger und seine Einflüsse auf das Musikleben unserer Zeit

Von Margarete Zander. Nach einem Treffen mit Patricia Kopatchinskaja schrieb er ein Stück nach einem Text ihrer Tochter, mit seiner Oboe kann er ganze Romane erzählen. Viele Werke wurden für ihn komponiert, durch sein Spiel hat er ihnen einen Platz im Musikleben gegeben. In seinen eigenen Werken bezieht der gebürtige Langenthaler (geb. 1939) sich gern auf schweizer Autoren wie Georg Trakl oder Robert Walser. Wir begegnen ihm in der Akademie des Lucerne Festivals.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Juan Allende-Blin

Gerd Zacher: Explosiva (1973) für Orgel (Uraufführung); Juan Allende-Blin: Letztes Geleit – 2 Briefe von Hanns Stein – Hörspiel (1995); Juan Carlos Paz: Galaxia (1964) für Orgel; Juan Allende-Blin: Tmesis (2016) für Flöte, Trompete und Posaune (Uraufführung). E-MEX Ensemble – Matthias Geuting (Orgel). (Konzert vom 15. Januar 2017 in der Evangelischen Kirche Essen-Rellinghausen)

Der Komponist und Autor Juan Allende-Blin ist nicht nur einer der fundiertesten Kenner der Neuen Musik und Teil ihrer Geschichte, er ist auch ein erfindungsreicher Konzertveranstalter und -dramaturg. Für eine Kirche in Essen-Rellinghausen konzipierte er einen Konzertnachmittag, in dem auch ein neues Werk von ihm selbst zur Uraufführung kam.

23:03 | Ö1
Rückblick, Vorschau und aktuelle Veröffentlichungen. Zeit-Ton Magazin

Gestaltung: Rainer Elstner. Mit u. a. einer Vorschau auf das musikprotokoll im steirischen herbst das heuer sein 50-jährigen Bestehen feiert.


05.10.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Orgelfestival Kassel – St. Martin

Györgi Ligeti: „Volumina“ für Orgel; Christian Wolff: „St. Martins organ song“ für Orgel (Uraufführung); Sergej Newski: „Gipshimmel“ für Orgel (Uraufführung). Eckhard Manz, Orgel.

Mit der neuen Orgel von St. Martin in Kassel wurde eines der faszinierendsten Musikinstrumente Deutschlands eingeweiht, das allein durch seine äußere Erscheinung begeistert. Gemeinsam mit dem Architekten Ivar Heggheim hat der norwegische Künstler Yngve Holen einen Entwurf realisiert, dessen skulpturale Leichtigkeit mit dem Reichtum der Klangfarben konkurrieren kann. Mit über 5657 Pfeifen gehört die Orgel nicht nur zu den größten Instrumenten Deutschlands, sie verfügt auch über ein vierteltöniges Manual und diverse Percussion-Register. Von der Aufgabe gereizt, ein Instrument zu entwickeln, das den Herausforderungen moderner Partituren gerecht wird, hat die österreichischen Orgelbaufirma Rieger 5 Jahre allein mit der Planung zugebracht. Die Einweihung erfolgte standesgemäß mit Ligeti, Messiaen und Bach. Aufzeichnung vom 04.06.2017

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponisten

Minas Borboudakis: Klavierkonzert (Minas Borboudakis, Klavier; Nürnberger Symphoniker: Konstantia Gourzi); Eva Sindichakis: „Ambivalenz“ (Julia Rebekka Mai, Viola; Arno Waschk, Klavier); Richard Ruzicka: Planetenbilder „s p a c e“ (Musiker der Hochschule für Musik und Theater München: Richard Ruzicka); „Relikt“ (ensemble oktopus für musik der moderne: Knut Hanßen); Gerd Baumann: „Apollo Replay“ (ensemble oktopus für musik der moderne: Hankyeol Yoon); Philippine Schick: „Der Geiger zu Gmünd“, op. 26 (Hanne Münch, Alt; Fritz Sonnleitner, Violine; Münchner Philharmoniker: Rudolf Alberth); Christoph Reiserer: Vier Quartette (Xsemble München); Erna Woll: „Vorübergang“ (Karl Maureen, Orgel); Axel-Frank Singer: „Paare, Passanten“(Neos-Quartett)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Venise provençale – Chansons aus und über Marseille

Am 10. Oktober 1857 öffnete in Marseille das „Alcazar“ seine Tore. Über 100 Jahre, bis zu ihrer endgültigen Schließung 1966, war die Music-Hall das Zentrum der populären Musikkultur in der südfranzösischen Hafenstadt. Die Eröffnung vor genau 160 Jahren bietet den Anlass für eine „KlassikPlus“-Stunde mit bunt gemischten Chansons aus und über Marseille. Sie schlägt den Bogen von den provenzalischen Troubadouren über die große Zeit der klassischen Chansonniers und der „Opérette Marseillaise“ bis hin zum Rap der 1990er-Jahre. Eine Sendung von Marco Vörös.

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement: Zeitgenössische Chormusik

Aufnahmen vom 5. Internationalen Harald Andersén Kammerchorwettbewerb in Helsinki 2016 und Isang Yuns Oratorium „Naui Dang, Naui Minjokiyo (Mein Land, mein Volk)“

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Werkzeuge der Neuen Musik: Stimme, Teil 3 | Von Julia Mihály

Schon die Alten wussten, Musik ist erst Musik, wenn sie klingt. Das ist in der zeitgenössischen Musik nicht anders als in der davor komponierten. Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur Denkbaren oder einer bloß Sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, den Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.

22:03 bis 23:18 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Memento Auditis Europae – Eine Klangcollage aus dem alten Europa von Helmut Kopetzky

Realisation: Helmut Kopetzky (Autorenproduktion für den SWR 2016). Europa, wie es klang – und vielleicht in einigen Teilen immer noch tönen mag. Helmut Kopetzky hat den europäischen Kontinent mit seinen auch ausgelagerten Inseln von 1981 bis 2010 mit dem Mikrofon bereist und ein Archiv der europäischen Klänge angelegt. Für SWR2 hat er es erneut geöffnet. Seine Field Recordings sind Ausgangspunkt für sechs Hörcollagen unter dem Titel „Memento Auditis Europae“.

Das Stück ist in sechs Abschnitte aufgeteilt. Jeder dieser Abschnitte vereint Sounds, die an verschiedenen Orten, aber zur gleichen Uhrzeit aufgenommen wurden. So geht die Reise mal in die städtische Nacht, mal zu bäuerlichem Leben und Arbeiten oder lässt Traditionen um Geburt, Hochzeit und Tod hören. Das Ergebnis ist eine bewusst schlichte, meditative Einlassung auf eine Gleichzeitigkeit als europäische Polyphonie der Dinge, Orte, Tiere und Menschen.

23:03 | Ö1
Musik Unlimited 2016 im Rückblick (2). Abenteuer Improvisationsmusik beim Musik Unlimited Festival

Gestaltung: Nina Polaschegg. Das Festival Music Unlimited zählt zu den traditionsreichen Festivals für improvisierte und experimentelle Musik in Österreich und weit darüber hinaus. Im November 2016 feierte es sein 30-Jahr-Jubiläum, das die „Zeit-Ton“ Redaktion in Kooperation mit der Ö1 Jazz-Redaktion aufgenommen hat. Jedes der Improvisationsfestivals hat seine eigenen Schwerpunkte und Besonderheiten.

Music Unlimited, das traditionell im Alten Schlachthof in Wels über die Bühne geht, steht für ein offenes Programm, das sich gerne auch einmal in Richtung experimentelle Rockmusik hin öffnet. Einmalig ist die Art des Kuratierens, denn Wolfgang Wasserbauer und sein Team ernennen alle zwei Jahre einen Gastkurator bzw. eine Gastkuratorin.

Viele von ihnen wie auch unzählige Musikerinnen und Musiker der vergangenen drei Jahrzehnte, waren auch beim Jubiläums-Festival zu hören gewesen. „Zeit-Ton“ gibt in drei Ausgaben einen Einblick in die lebendigen Festivaltage, quasi als Vorgeschmack zur diesjährigen Ausgabe.


06.10.2017


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Is this on?

Von Karen Power. Produktion: RTÉ lyric fm 2016. Länge: 35'38. Das „Cork City Gaol“ wurde vom Gefängnis für Freiheitskämpferinnen zu einem der ersten Radiosender im unabhängigen Irland.

Anschließend: Once Below (Ausschnitt) – Von Karen Power. Produktion: DAAD/Deutschlandradio Kultur 2016.

Vom Frauengefängnis zum Funkh Das „Cork City Gaol“ hat eine bewegte Geschichte. Im Unabhängigkeitskrieg (1919 – 1921) inhaftierten die Briten hier irische Republikanerinnen. Ab 1924 beherbergte der Steinbau einen der ersten Radiosender im unabhängigen Irland. Diese Zeitebenen verschränkt die Komponistin Karen Power in ihrem Hörstück ‚Is this on?'. Neben Aufnahmen aus den Räumen des „Cork City Gaol“ verwendet sie archivierte Stimmen der inhaftierten Freiheitskämpferinnen und Fieldrecordings aus ihrer persönlichen Sammlung.

„This space, radio and this composition have some similarities … Being in a jail cell, tiny, boxed in … hidden … you would rely on your ears to know what was going on and about to happen … I wish to take you on a selection of sonic journeys of your own making. I am offering different contexts for these journeys but you alone will make your own unique journey governed by your unique relationship to this space, to the voices, to the multiple other space referenced in the piece. It is a piece about Ireland, about specific times, voices and in particular strong women's voices who I believe have shaped the voices of today in so many unsung ways.“ (Karen Power)

Karen Power wurde 1977 in Cork, Ireland geboren. 2009 PhD in akustischer und elektroakustischer Komposition am Sonic Arts Research Centre in Belfast. In ihren Kompositionen beschäftigt sie sich mit der Verflechtung von Instrumentalklängen und Alltagsgeräuschen, sowie von akustischen und elektroakustischen Elementen.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Willy Spilling: „Alt-Nürnberg“ (Nürnberger Symphoniker: Günter Neidlinger); Rochus Gebhardt: Klarinettenkonzert (Hans Deinzer, Klarinette; Nürnberger Symphoniker: Werner Heider); Hans Köth: Vier Miniaturen (Ernst Gröschel, Klavier); Waldram Hollfelder: Bratschenkonzert (Herbert Blendinger, Viola; Kammerorchester der Nürnberger Symphoniker: Erich Kloss); Gottfried Müller: „Dürer-Symphonie“ (Bamberger Symphoniker: Jan Koetsier); „Gott sei Dank durch alle Welt“ (Michael Lochner, Orgel)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Klang – Raum – Klang. Orchesteraufstellungen in Geschichte und Gegenwart

Von Klaus Meyer. Wiederholung am Samstag, 14.05 Uhr

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: „Ohne Noten spiele ich viel freier“ – Haino Rindler im Gespräch mit dem Violoncellisten Valentino Worlitzsch

23:03 | Ö1
Musik Unlimited 2016 im Rückblick (3). Abenteuer Improvisationsmusik beim Musik Unlimited Festival

Gestaltung: Nina Polaschegg. Das Festival Music Unlimited zählt zu den traditionsreichen Festivals für improvisierte und experimentelle Musik in Österreich und weit darüber hinaus. Im November 2016 feierte es sein 30-Jahr-Jubiläum, das die „Zeit-Ton“ Redaktion in Kooperation mit der Ö1 Jazz-Redaktion aufgenommen hat. Jedes der Improvisationsfestivals hat seine eigenen Schwerpunkte und Besonderheiten. Music Unlimited, das traditionell im Alten Schlachthof in Wels über die Bühne geht, steht für ein offenes Programm, das sich gerne auch einmal in Richtung experimentelle Rockmusik hin öffnet. Einmalig ist die Art des Kuratierens, denn Wolfgang Wasserbauer und sein Team ernennen alle zwei Jahre einen Gastkurator bzw. eine Gastkuratorin. Viele von ihnen wie auch unzählige Musikerinnen und Musiker der vergangenen drei Jahrzehnte, waren auch beim Jubiläums-Festival zu hören gewesen. „Zeit-Ton“ gibt in drei Ausgaben einen Einblick in die lebendigen Festivaltage, quasi als Vorgeschmack zur diesjährigen Ausgabe.


07.10.2017


10:05 | Ö1
Zu Gast beim „musikprotokoll“ in Graz. Live aus der Akademie Graz beim „musikprotokoll“. Gäste: Händl Klaus und Maya Homburger

Präsentation: Renate Burtscher. Beim „musikprotokoll“ gibt es in diesen Tagen ein Jubiläum zu feiern: die 50.Ausgabe des Festivals für zeitgenössische und experimentelle Musik, eine Koproduktion des Österreichischen Rundfunks (d.h. seiner Programme Ö1 sowie Radio Steiermark) und des Festivals „steirischer Herbst“. Dabei darf der „Ö1 Klassik-Treffpunkt“ nicht fehlen und so begrüßt Renate Burtscher heute die Barockgeigerin(!) Maya Homburger und Händl Klaus, einen Künstler, dessen erster Prosaband 1994 in Graz veröffentlicht wurde.

Maya Homburger wird am Abend in der Helmut List Halle zusammen mit dem Kontrabassisten Barry Guy, mit dem sie seit über 20 Jahren musiziert, sowie erstmalig mit dem Aleph Gitarrenquartett einen „vielseitig vielsaitigen“ Konzertabend gestalten. Gemeinsam begeben sich die Barockexpertin, einer der prägendsten Kontrabassisten der Gegenwart und das feinfühlige, beim „musikprotokoll“ bestens erprobte, Aleph Gitarrenquartett auf eine musikalische Reise von Bach, Biber bis Kurtág und anderen.

Handl Klaus, 1969 in Tirol geborener Schriftsteller, Filmregisseur und Dramatiker, dessen Werke sich durch seine Liebe und Leidenschaft zur neuen und neuesten Musik auszeichnen, ist bei seinem Lieblingsfestival mit der Uraufführung „Lecture Performance“ an fünf Abenden (4.-8.10.) als Festivalschreiber mit literarischen Interventionen vertreten. Der Künstler unterrichtet auch an der Universität für Angewandte Kunst in Wien (Bühnen- und Filmgestaltung) und hat mehrere Literatur-, Film- und Theaterpreise erhalten, darunter u.a. den Rauriser Literaturpreis und erst 2017 den Thomas-Pluch-Drehbuchpreis für seinen Film „Kater“, in dem das ORF Radio-Symphonieorchester Wien eine Hauptrolle spielt.

Lassen sie sich als Besucher/innen in der Akademie Graz beim „Klassik-Treffpunkt“ mit Renate Burtscher, Maya Homburger und Händl Klaus einstimmen auf die vielfältigen Veranstaltungen sowie auf den „Ö1 Kunstsonntag“, beides live vom „musikprotokoll“ in ihrem Kultursender Ö1!

14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: Klang – Raum – Klang. Orchesteraufstellungen in Geschichte und Gegenwart

Von Klaus Meyer. Wiederholung vom Freitag, 19.05 Uhr

22.04 – 00.00 Uhr | WDR 3
Open Sounds: Trommeln und Schweigen

Der Komponist Matthias Kaul entdeckt unerforschtes Gebiet auf dem Trommelfell seiner Snare Drum und das Trio HÜBEBLO wählt ausgerechnet Ludwig Wittgensteins Schweigegebot als Ausgangspunkt seines Hörstücks.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: ,Immortal Bach'

Am Mikrofon: Egbert Hiller. Der Italiener Simone Rubino ist ein aufstrebender Schlagzeuger der jungen Generation. 2014 gewann er den ARD-Musikwettbewerb. 2015 erhielt er den Förderpreis Deutschlandfunk, dem Studioaufnahmen im Deutschlandfunk Kammermusiksaal folgten. Diese sind jetzt beim Label GENUIN erschienen und dokumentieren Simone Rubino als einen Spieler, der souverän verschiedene Stile und Genres beherrscht. Als Solist und gemeinsam mit seinem Esegesi Percussion Quartet hat er Werke von Knut Nystedt, John Cage und Iannis Xenakis eingespielt – und diese mit Johann Sebastian Bachs ,Suite Nr. 3' kombiniert.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist's Corner: Jugend komponiert 2017

Seit 1985 führt die Jeunesses Musicales Deutschland jährlich den Bundeswettwerb Jugend komponiert durch. Es ist die höchste Auszeichnung für Komponierende in Deutschland, mit der eine intensive Förderung talentierter Jugendlicher zwischen zwölf und 22 Jahren einhergeht.

Jugend komponiert 2017: Werke von Johannes Berndt, Lukas Förster, Manuel Lipstein, Leon Lorenz, Maximilian Otto u.a. – Interpreten: Marie Heeschen, Sopran; Sally Beck, Flöte; Ella Rohwer, Violoncello; Claudia Chan, Klavier; Sanel Redzic, Gitarre

So mancher Bundespreisträger hat anschließend Karriere gemacht: etwa Enno Poppe, Harald Muenz oder Charlotte Seither. 2017 fand erneut das Abschlusskonzert mit Uraufführungen der Wettbewerbsgewinner nicht in Weikersheim, dem Sitz der Jeunesses Musicales Deutschland, sondern in der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main statt, in Kooperation mit hr2-kultur.

23:15 | Ö1
Zum 100. Geburtstag von Thelonious Monk

Die Ö1 Jazznacht mit Ines Reiger. Wegbereiter des Bebop: Zum 100. Geburtstag von Thelonious Monk. Wenn Thelonious Monk vordergründig nicht unbedingt der Klaviervirtuose zu sein schien, spielte er auf jeden Fall kompromisslos das, was er hörte, fühlte und im Moment spielen wollte. Man spürt förmlich, wie er um jeden Ton rang, um diesen dort zu platzieren, wo er hingehören sollte. Für den österreichischen Pianisten Erwin Schmidt gehören Monks Kompositionen zu den bedeutendsten der Bebop-Ära und der folgenden Jahrzehnte. Improvisation und Komposition verschmelzen, damit im Idealfall die Improvisation zur Komposition wird. Immer wieder Neues zu kreieren war Monks „Dream“.

Ines Reiger bittet Erwin Schmidt zum Gespräch und präsentiert Konzertaufzeichnungen von Thelonious Monk, u. a. seines Orchesters in der New Yorker Town Hall 1959 und des Quartetts aus dem „It“-Club in Los Angeles 1964.


08.10.2017


17:10 | Ö1
Eine kleine musikalische Entomologie: Von A wie Ameise bis Z wie Zikade

Gestaltung: Michael Neuhauser. Einen dreiteiligen Körper, ein Exoskelett aus Chitin, sechs Beine und ein Antennenpaar haben sie alle, ansonsten bilden die Insekten die am meisten diversifizierte Klasse in der Fauna unseres Planeten und weisen mit mehr als einer Million Spezies den mit Abstand größten Artenreichtum auf. Sie machen mehr als die Hälfte aller bekannten rezenten Lebewesen aus und bevölkern fast alle Lebensräume – bisweilen auch die Musik.

19:30-24:00 | Ö1
Ö1 Kunstsonntag Spezial. 50 Jahre ORF musikprotokoll. 50 Jahre ORF musikprotokoll in einem Kunstsonntag Spezial live aus Graz.

Gestaltung: Susanna Niedermayr und Rainer Elstner. Am letzten Tag unserer diesjährigen Festivalausgabe feiern wir in einem Kunstsonntag Spezial live aus dem ORF Landesstudio Steiermark 50 Jahre ORF musikprotokoll im steirischen herbst. Neben einem ersten Rückblick auf die bewegten vergangenen Tage laden wir zu einem Rundgang durch die Jubiläumsausstellung ein, die noch bis zum 8. Jänner im GrazMuseum besucht werden kann.

Um 22 Uhr steht ein Konzert von SiS_Mic auf dem Programm. Musik, so die multidisziplinär arbeitende Künstlerin Pôm Bouvier b. aka SiS_Mic, lädt ein zu einer Reise, die uns durch die verschiedenen Schichten unserer Erinnerung führt. Nach Graz wird sie ihren selbst gebauten Klangtisch, ihren großen Feedback-Lautsprecher und unterschiedliche Materialien mitbringen. In welche Richtung sich das Konzert entwickeln wird, entscheidet sich jeweils erst im Moment. Ein weiteres Instrument, das zum Einsatz gelangen wird, sei jedenfalls der Konzertraum, so die Künstlerin: „Und mir gefällt die Vorstellung, dass wir – ich und das Publikum – uns während des Konzertes im Inneren dieses Instrumentes befinden“.

Und zum Abschluss dieses Kunstsonntages werfen wir dann noch gemeinsam mit dem Ö1 Kunstradio eine Reihe brennender Fragen auf. Was tut eine Gesellschaft in Angst? Hört sie auf zu funktionieren, oder verdrängt sie und macht weiter? Leben wir allein mit unserer Angst oder teilen wir sie? Wie können wir über solche Gefühlen sprechen? Diese Fragen thematisierte die libanesischen Performance-Künstlerin Rima Najdi 2014 in ihrer Performance „Madame Bomba: The TNT project“. Mit einer Bombenattrappe um den Körper ging sie durch Beirut und personifizierte so, was alle dachten: An jeder Straßenecke könnte der nächste Anschlag auf mich warten. Ihre Gedanken und Erfahrungen als „Madame Bomba“ hat Rima Najdi in Zusammenarbeit mit der Komponistin und Musikerin Kathy Alberici zu dem eindrücklichen Radiostück „Happy New Fear“ verarbeitet, das die Hörer/innen nicht zuletzt mit ihren eigenen Ängsten konfrontiert. Beim musikprotokoll wird es in seiner audiovisuellen Live-Version zu erleben sein. Dafür haben Najdi und Alberici weiters die Video-Künstlerin Ana Nieves Moya eingeladen. „Happy New Fear“ gewann einen der beiden Produktionspreise beim CTM Radio Lab 2017.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Komponieren am Rande des Abendlandes – Armenien als moderne Musiknation

Von Matthias Nöther

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Zirkulationen von Luft und Saiten – Hans Abrahamsen

Stefanie Koch. Hans Abrahamsen: String Quartet No. 2 / Ausschnitt aus „Air“ für Akkordeon / String Quartet No. 3 / String Quartet No. 4 / Three Little Nocturnes für Akkordeon und Streichquartett; Frode Halli, Akkordeon; Arditti String Quartet

Kommentar hinzufügen

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
CAPTCHA
Diese von Menschen zu lösende Aufgabe ist zur Vermeidung von Spam-Inhalten leider notwendig.
Bild-CAPTCHA
Geben Sie die Zeichen ein, die im Bild gezeigt werden.