Neue Musik / Musikfeature / SoundArt: Die Radio-Woche vom 07.01. bis 13.01.2019


(nmz) -
Neue Musik und Musikfeatures in der Kalenderwoche 02. Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2019 | Bildende Künstler als Musiker | Erik Bünger | Peter Eötvös | Karlheinz Stockhausen: „Inori“ | Klirrende Klänge – Winter wie früher | Barbara Strozzi | Donaueschinger Musiktage | Werkzeuge der Neuen Musik – Die Violine | Klangkunst von Katharina Schmitt | 300 Jahre Markgrafentheater Erlangen | Komponist und Dirigent Thomas Müller | Musik der Welt: Gotland | Bach reloaded | 85 Jahre Fahrstuhlmusik | Neue Musik: Witten 1969 – 2018.
06.01.2019 - Von mh


Aktueller Podcast von Irene Kurka ::: neue musik leben

23 – Interview mit Christof Pülsch

Christof Pülsch zeigt anhand seines im Januar zum dritten Mal stattfindenden Festivals FRAKZIONEN, wie er die Neue Musik den Menschen näherbringt und welche Wege er geht. Indem er die Personen hinter dem Interpreten zugänglich macht, schafft er Begegnungen in seinen Konzerten in Bielefeld. Er spricht offen darüber, wer ihn besonders geprägt hat, mit welchen Menschen er gerne zusammenarbeitet und wer ihn inspiriert.

https://www.irenekurka.de/podcast.html


07.01.2019


21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Ultraschall Berlin – Festival für neue Musik 2019 – Spezial

Mit Andreas Göbel. Vom 16. bis zum 20. Januar findet in diesem Jahr das Festival für neue Musik „Ultraschall Berlin“ statt, das kulturradio vom rbb und Deutschlandfunk Kultur gemeinsam ausrichten. Die beiden Festivalleiter Andreas Göbel und Rainer Pöllmann stellen das aktuelle Programm vor.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Jetzt singen sie auch noch! Bildende Künstler als Musiker

Von Michael Rebhahn. „Shut up and paint!“ riet ein Kritiker dem New Yorker Maler Julian Schnabel, nachdem dieser sich Mitte der 90er-Jahre als Popsänger versucht hatte. Dass Bildende Künstler im Musikalischen wildern, ist keine Seltenheit – das Bedürfnis nach alternativen Ausdrucksformen scheint groß. Michael Rebhahns Sendung dokumentiert Gelingen und Scheitern dieser Genrewechsel und stellt verschiedenste Resultate des ästhetischen „Fremdgehens“ vor: unter anderem Jean Dubuffets Musique Brut oder die Evergreens aus dem Trash-Sektor – etwa Joseph Beuys, der sich „Sonne statt Reagan“ wünschte.


08.01.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Klanggesteuert – Der schwedische Künstler Erik Bünger

Von Michael Rebhahn. In der Arbeit von Erik Bünger geht es um die Psychologie des Klangs: um seine Wirkungen, Funktionen, Bedeutungen und Gefahren.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Isabel Mundry: „Flugsand“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Markus Stenz); Viera Janárceková: Konzert (Oliver Klenk, Klarinette; Stefanie Schumacher, Akkordeon; Quasars Ensemble); Konstantia Gourzi: „Nine lullabies for a new world“, op. 49 (Nils Mönkemeyer, Viola); „P-ILION“, op. 33, Nr. 2 (Valentín Sánchez Piñero, Pascal Schwab, Violine; Michael Falter, Viola; Aikaterini Constantinou, Violoncello); Dorothee Eberhardt: Sextett (Versus Vox Ensemble München); Gloria Coates: Symphonie Nr. 7 (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: Olaf Henzold)

21:00 bis 22:00 | NDR Kultur
neue musik: Verzauberung durch Klang – Zum 75. Geburtstag von Peter Eötvös

Von Margarete Zander. Der Komponist aus Transsylvanien ist beim Komponieren immer auch im Opernhaus und im Konzertsaal – und ganz nah am Publikum. In seinem Institut in Budapest werden Dirigenten und Komponisten in Spezialkursen unterrichtet, im letzten Jahr waren es mehr als 50 Stipendiaten aus 19 Nationen. Gerade wurde das Buch von Pedro Amaral und Peter Eötvös mit „Gesprächen, Monologen und anderen Umwegen“ in der deutschen Übersetzung veröffentlicht „Parlando-Rubato“. Wir zeigen Peter Eötvös persönlich.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Faszination Neue Musik – Karlheinz Stockhausen: „Inori“

Von Peter Eötvös, Alain Louafi und Thorsten Preuß. Zwei Tänzer, ganz in weiß, knien hoch oben auf einem Podium. Sie falten die Hände, kreuzen die Arme über der Brust, versenken sich in Gebetsgesten aus allen Regionen und Religionen der Welt. Darunter ein Orchester, das ganz behutsam, Schritt für Schritt, wie eine Lotusblüte, eine schillernde Klangwelt entfaltet: von der spröden Eintönigkeit (im wahrsten Wortsinn) bis zum Reichtum der Polyphonie. „Inori“ von Karlheinz Stockhausen ist ein ungeheuer anspruchsvolles Werk und wird daher nur selten aufgeführt – aber wenn (wie jüngst beim Musikfest Berlin), dann ist es ein Ereignis, das niemanden im Publikum kalt lässt. Ein musikalisches Ritual, das rationale Strenge und spirituelle Tiefe verbindet. Der Dirigent Peter Eötvös kennt das Stück seit über 40 Jahren: Noch vor der Uraufführung sang ihm Stockhausen die Partitur in seiner Kürtener Küche vor. Mit dabei bei der Premiere 1974 war auch der Tänzer Alain Louafi. Er hatte zuvor monatelang wie ein Mönch in Stockhausens Gartenhaus gelebt und mit dem Komponisten die vielen höchst präzise notierten Gesten eingeübt. Zwei Zeitzeugen, die in der Reihe „Faszination Neue Musik“ auf beeindruckende Weise von ihrer Zusammenarbeit mit Karlheinz Stockhausen erzählen und in die Welt von „Inori“ einführen.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 ars acustica: Lichtenberg. Konstellationen – Ein Hörspiel von Johannes Bauer, Joanne Dietz, Philippe Mainz und Steffen Reichelt

Nach dem Hörspiel „Lichtenberg. Ein Querschnitt“ von Walter Benjamin. Mit: Claude de Demo, Sebastian Mirow und Martin Rentzsch. Musik und Regie: Philippe Mainz. (Produktion: SWR/HfG Karlsruhe/ZKM 2018). Audio unter SWR.de/swr2/hoerspiel

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799) ist der große Kasuist und Alltagsbeobachter unter den Schriftstellern der deutschen Aufklärung. Seine Lebenserfahrungen und (Selbst-)Beobachtungen bilden den Stoff für das letzte Hörspiel Walter Benjamins, in dem er die Erdforscher auf dem Mond auf den historischen Mondforscher Lichtenberg treffen lässt: Nach vielen vergeblichen Versuchen ist dies die letzte Probe, menschliches Verhalten kennenzulernen.

In diesem Hörspiel nun treffen wir nur noch auf die verlassene Forschungsstation eines Observatoriums der Mondbewohner mit den darin befindlichen Instrumenten zur Beobachtung der Erdbewohner. Verbindungen zum Kopfsystem werden hergestellt. Im Orbit fliegen Fragmente, gesammelte Ideen, Gedanken.


09.01.2019


00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponisten

Wilhelm Klepper: Klaviertrio (Ernst Gröschel, Klavier; Wilhelm Klepper, Violine; Bruno Klepper, Violoncello); Sechs Lieder nach Texten von Rainer Maria Rilke (Regina Klepper, Sopran; Wilhelm Klepper, Violine; Ernst Gröschel, Klavier); Gottfried Müller: Konzert für großes Orchester, op. 5 (Bamberger Symphoniker: Peter Gülke); Bertold Hummel: „Ludi a tre“, op. 29 (Ulrich Becker, Oboe; Barton Weber, Klavier; Peter Sadlo, Schlagzeug)

20:04 bis 21:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Klirrende Klänge – Winter wie früher

„Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ sang einst Rudi Carrell. In Zeiten des Klimawandels müsste man vielleicht eher fragen: Wann wird’s mal wieder richtig Winter?

Mit Temperaturen unter Null, Schneefall von Dezember bis März und Glatteis nicht nur auf der Schlittschuhbahn! Falls es auch in diesem Jahr nichts werden sollte mit dem Winter, dann sorgen wenigstens Kaisers Klänge heute einmal für klare sibirische Verhältnisse: mit musikalischen Schneestürmen, klirrend-kalten Orchesterklängen und frostigen Arien. Besser schon mal lange Unterhosen anziehen!

20:50 bis 22:00 | NDR Kultur
Chormusik: La virtuosissima cantatrice – Zum 400. Geburtstag von Barbara Strozzi

Barbara Strozzi: Madrigale und Kantaten. Musica Secreta; Emanuela Galli, Sopran / Orlando di Lasso Ensemble La Risonanza; Consort Baroque Laurentia; Flavio Ferri-Benedetti, Countertenor / Musica Fiorita

21:04 bis 22:00 | kulturradio
MUSIK DER GEGENWART: Der Dirigent Sylvain Cambreling

Mit Andreas Göbel. Er zählt zu den vielseitigsten Dirigenten überhaupt. Neben dem klassisch-romantischen Opern- und Konzertrepertoire – oft auch in ausgefallenen Programmen – gilt seine Leidenschaft der zeitgenössischen Musik. Die Zahl der von ihm geleiteten Uraufführungen lässt sich kaum noch zählen. Am 16. Januar dirigiert er im Eröffnungskonzert von Ultraschall Berlin das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin mit Werken von Charlotte Seither, Philippe Boesmans und Joanna Wozny.

23:03 bis 00:00 | SWR 2
SWR2 JetztMusik: Johannes Kalitzke: „Orlacs Hände“ (1/2) – Musik zum Stummfilm von Robert Wiene

Stuttgarter Kammerorchester; Leitung: Johannes Kalitzke. Stummfilme mit neu komponierter Begleitmusik haben Konjunktur. Der Komponist Johannes Kalitzke schrieb 2017 für „Orlacs Hände“ bereits seine dritte Filmsinfonie. „Orlacs Hände“ ist ein österreichischer Film von Robert Wiene aus dem Jahr 1924, in dem es um puren Horror geht. Ein Pianist verliert bei einem Eisenbahnunfall beide Hände, bekommt aber neue angenäht, und zwar ausgerechnet die eines gerade hingerichteten Mörders. Die neu komponierte Musik von Kalitzke wurde im Vorfeld der Uraufführung im Theaterhaus in Stuttgart als Studioproduktion unter der Leitung des Komponisten aufgenommen. (Teil 2, Mittwoch, 16. Januar, 23.03 Uhr)


10.01.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Neue Musik: Donaueschinger Musiktage

Strawinsky Saal, Baar-Sporthalle; Aufzeichnungen vom 20./21.10.2018. Klaus Lang: „parthenon“ für Ensemble (Uraufführung). Cikada Ensemble; Leitung: Christian Eggen | Hermann Meier: Stück für großes Orchester und Klavier zu vier Händen (Uraufführung). Lars Jönsson, Klavier; Klaus Steffes-Holländer, Klavier; SWR Symphonieorchester; Leitung: Peter Rundel

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Bayerische Komponistinnen

Widmar Hader: „Licht der Lichter“ (Manfred Ball, Sprechstimme; Gebärdenchor CantaSIgno; Anne Horsch, Orgel; Leander Kaiser, Christopher Fellinger, Perkussion); Hans Altmann: Sonate Nr. 5 Des-Dur, op. 28 (Julius Severin, Klavier); Manfred Fleischmann: „Entstehen – Verändern – Vergehen“ (Münchner Flötentrio); Karel Ricánek: Suite für Streichorchester (Streichergruppe des Sinfonieorchesters des Tschechischen Rundfunks: Vladimir Válek)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
KlassikPlus: Cherubim und Seraphim – Auf Engelsschwingen

Die Sprache der Engel ist die Musik, heißt es. So gehören zu den Hauptaufgaben der Himmelsbewohner der Gesang und das Musizieren. Engel singen ohne Unterlass, meist mit einer Stimme oder in himmlischen Chören. Dass die Engel das „Gloria“ anstimmen gehört zur Weihnachtsgeschichte elementar dazu. Auch Glocke und Geige, Trommel, Flöte und Triangel spielen Engel. Wenn sie majestätisch oder furchteinflößend auftreten, werden sogar Pauken und Posaunen aufgeboten, um ihre Kraft zu symbolisieren. Cherubim und Seraphim und andere mythische Sehnsuchtswesen flatterten durch die Partituren der gesamten Musikgeschichte und beflügelten Komponisten zu allen Zeiten. In dieser „KlassikPlus“-Ausgabe mit Musik zwischen Himmel und Erde rauscht es von Engelsflügeln! Eine Sendung von Maria Schemm

20:04 bis 22:30 | SR2 KulturRadio
Mouvement

Werke von György Kurtág, Peter Eötvös, York Höller, Manfred Kelkel und Pierre Pincemaille

21:30 bis 22:30 | hr2-kultur
Neue Musik: Werkzeuge der Neuen Musik | Die Violine, Teil 2 von 2

Von Sylvia Freydank. Schon die Alten wussten, Musik ist erst Musik, wenn sie klingt. Das ist in der zeitgenössischen Musik nicht anders als in der davor komponierten.

Zwar hat sie vereinzelt auch Konzepte einer nur denkbaren oder einer bloß sichtbaren Musik hervorgebracht, doch nach wie vor sind die allermeisten Partituren des 20./21. Jahrhunderts emphatisch dem Klang verpflichtet. Dazu bedarf es wie eh und je spezieller Werkzeuge. Neben den Stimmen von Frau, Mann und Kind sind das die klassischen Orchester-Instrumente, zudem viele andere: Wiederentdeckungen aus Renaissance und Barock, etwa Blockflöte und Cembalo, Erfindungen wie das Präparierte Klavier, die Doppeltrichter-Trompete, der Synthesizer oder die Glissando-Flöte, Neuentdeckungen wie die japanische Sho, zahlloses Schlagwerk aus aller Welt und aus dem Alltag sowie endlich in die ernste Kunst integrierte Instrumente aus der eigenen Volksmusik, darunter Akkordeon, Mandoline und Zither. In einer mehrteiligen Sendereihe begeben sich viele hr2-Autorinnen und -Autoren auf Spurensuche, sprechen mit exzellenten Interpreten über ihr Klangwerkzeug, mit Instrumentenbauern über neue Anforderungen, mit Komponisten über das Wie und Warum der erweiterten Spielmöglichkeiten und präsentieren die wichtigsten Werke, teils höchst außergewöhnliche Musikstücke.

22:03 bis 23:00 | SWR 2
SWR2 Hörspiel-Studio: Sounds of Still Lifes – Hörstück von Catherine Milliken und Dietmar Wiesner mit Gedichten von Pablo Picasso

Aus dem Französischen von Holger Fock. Mit: Ulrich Noethen, Corinna Kirchhoff, Markus Meyer u. a. Komposition und Regie: Catherine Milliken / Dietmar Wiesner. (Produktion: SWR 2018)

In Picassos Gedichten geht es darum, Metaphern für Sexualität, fragile Identität, politische Wirklichkeit und nicht zuletzt künstlerische Selbstbehauptung im Überlebenskampf zu finden. Vielleicht stehen diese Gedichte nicht für den Olymp der Poesie. Aber sie eignen sich für musikdramatische Umsetzungen. Aus seinen 350 Gedichten, zwischen 1935 und 1959 entstanden, wurden einige ausgewählt und zu einem Libretto montiert. Diese Texte zeichnen sich durch ihren Eigensinn und Widerstand gegen die konventionelle Formensprache aus. Musik und Wort können so sich in einem fruchtbaren Spiel umkreisen.

22:05 bis 23:00 | BR-KLASSIK
Horizonte: Studio für Musik

Charles Ives: Aus „The swimmers“ (Susan Graham, Mezzosopran; Pierre-Laurent Aimard, Klavier); „The unanswered question“ (Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks: David Robertson); George Antheil: „Ballet mécanique“ (Ensemble Modern); Roy Harris: Symphonie Nr. 3 (New York Philharmonic: Leonard Bernstein); Virgil Thomson: „Seven selected portraits“ (Anthony Tommasini, Klavier)


11.01.2019


00:05 bis 01:00 | Deutschlandfunk Kultur
Klangkunst: Das Molyneux-Problem – Klangkunst von Katharina Schmitt

Komposition: Michal Rataj; Mit: Jaschka Lämmert und Rafael Schuchter; Produktion: ORF 2017. Länge: 31’29.

Träume aus Klang: Was erleben blind geborene Menschen im Schlaf? Wovon träumen Blinde? Dieser Frage ging die Autorin Katarina Schmitt nach. In zahlreichen Interviews erforschte sie, wie blind geborene Menschen ihre täglichen Erfahrungen verarbeiten und wie in ihren Träumen narrative Strukturen entstehen. Der Titel des Hörstücks ist an eine philosophische Fragestellung aus dem Jahr 1688 angelehnt. Sie befasst sich mit der Beziehung zwischen Tast- und Sehsinn und wirft die Frage auf, wie Erkenntnis entsteht und wo ihre Grenzen sind.

Dank der Unterstützung des österreichischen und des tschechischen Blindenverbandes und einer Q21-Residency im Wiener Museumsquartier im Herbst 2016 konnte Katharina Schmitt eine Interviewreihe mit zehn blinden Menschen in Wien und in Prag durchführen.

Katharina Schmitt, geboren 1979 in Bremen, ist Regisseurin und Dramatikerin. Studium für Theaterregie an der Prager Akademie der musischen Künste. Zahlreiche Inszenierungen unter anderem für das Prager Nationaltheater, das Watermill Center New York, die Autorentheatertage am Deutschen Theater Berlin und die Münchener Biennale. Zudem Residencies und Stipendien. Ihre Stücke wurden ins Englische, Polnische, Finnische und Tschechische übersetzt. Katharina Schmitt lebt und arbeitet in Berlin und in Prag.

00:12 bis 02:00 | Bayern 2
Concerto bavarese: Fränkische Komponistinnen

Werner Heider: Konzert für Trompete, Saxophon und Orchester (Etienne Cap, Trompete; Hans Wolf, Saxofon; Münchner Rundfunkorchester: Peter Falk); Stefan Poetzsch: Violin Suite / Etüde (Stefan Poetzsch, Viola); Matthias Schmitt: „Ghanaia“ (Peter Sadlo and Friends); Peter Fulda: Vier Strophen auf „Ich hab die Nacht geträumet“ (Dirk Mündelein, Gitarre; Peter Fulda, Klavier); Steffen Schorn: „Three Pictures“ (Roger Hanschel; Steffen Schorn, Saxophon; Raschèr Saxophone Quartet); Klaus Treuheit: „Processional 1-3“ (Klaus Treuheit, Orgel); Ulrich Nehls: Quartett für vier Saxofone (Akademie Quartett Nürnberg); Christoph Weinhart: „Everyone’s gonna be lonely tonight“ (Petra-Maria Huber, Gesang; Christoph Weinhart, Klavier)

19:05 bis 20:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: „Ein Hochfürstliches Opern- und Comödienhaus“ – 300 Jahre Markgrafentheater Erlangen

Von Wolfgang Schicker. Während Denkmäler und Kulturerbestätten landauf, landab an die kulturelle Blüte der Vergangenheit erinnern, lebt sie hier seit 300 Jahren bei jeder Vorstellung von Neuem auf: im Markgrafentheater Erlangen, dem ältesten Barocktheater Süddeutschlands, das bis heute bespielt wird. Zwischen 1715 und 1719 ließ Markgraf Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth es errichten als „Hochfürstliches Opern- und Comödienhaus“ seiner Nebenresidenz Erlangen.

Zwei Generationen später wurde das Theater auf Veranlassung der berühmten Markgräfin Wilhelmine – selbst leidenschaftliche Musikerin und Komponistin – im Rokokostil umgestaltet. Obwohl sie bald darauf in der Residenzstadt Bayreuth ein „eigenes“ Opernhaus nach ihren Wünschen und Plänen eröffnete, war sie weiterhin gerne in Erlangen, wo sie sogar eine ihrer Opern uraufführte. Wolfgang Schicker besuchte das prunkvolle Barockjuwel, das sich heute hinter einer Betonfassade aus den 1950er Jahren versteckt, und sprach mit Ensemblemitgliedern, Theatermachern und Besuchern.

21:05 bis 22:30 | Bayern 2
hör!spiel!art.mix: Elfriede Jelinek: Wut

Mit Jan Bluthardt, Katja Bürkle, Thomas Loibl, Petra Morzé und Stefan Wilkening. Komposition: zeitblom. Regie: Leonhard Koppelmann. BR 2018

Die Anschläge auf das Satiremagazin Charlie Hebdo und einen jüdischen Supermarkt in Paris im Januar 2015 waren der Auslöser für die Entstehung von „Wut“. Elfriede Jelinek entfesselt in ihrem Text jene Wut, die zu diesen Gewalttaten geführt haben mag. Doch bleibt sie nicht bei den Tätern, denn wütend sind alle, die im Stück auftreten, von deutschen Wutbürgern bis hin zum antiken griechischen Hercules und nicht zu vergessen natürlich die Autorin selbst angesichts des Terrors und Populismus in der Welt. In den sich überlagernden Bedeutungsebenen scheinen aber auch die Fragen auf: Was kommt nach der Wut? Was bewirkt sie: Zerstörung, Ausgrenzung – oder kann sie auch Motor und Verbindung sein?

Elfriede Jelinek, geb. 1946 in Mürzzuschlag/Steiermark. Lyrik, Prosa, Theatertexte, Libretti, Drehbücher, Hörspiele. BR-Hörspiele, unter anderem „Sportchor“ (2006), „Ulrike Maria Stuart“ (2007), „Neid“ (2011), „Das schweigende Mädchen“ (2015), „Am Königsweg“ (2017).

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Einstand: Persische Perkussion und klassische Gitarre – Das Duo Armaos-Rastani

Von Babette Michel. Als Spross einer persischen Musikerfamilie liegt dem Daf- und Tonbak-Spieler Syavash Rastani die Musiktradition des Iran am Herzen. Gern lässt er sie aber auch in andere Kontexte hineinwachsen. Sein kongenialer musikalischer Partner ist seit 2016 der 25-jährige griechische Gitarrist Ptolemaios Armaos. Schon wenige Monate nach dem ersten Treffen in beider Heimatstadt Köln gewann das Duo mit eigenen Kompositionen und Arrangements klassischer Stücke zwei Creole-Preise – in NRW und bundesweit. Ihr beherzter und humorvoller Dialog der Sinne überzeugt, genauso wie die Vision, dass Kunst erst richtig interessant wird, wenn sie sich jeder Begrenzung entzieht.


12.01.2019


14:05 bis 15:00 | BR-KLASSIK
Das Musik-Feature: 300 Jahre Markgrafentheater Erlangen

22:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Open Sounds: Flüchtige Begegnungen

  • A Collection of Smiles. Von Alessandro Bosetti – Realisation: der Autor
  • Hello, Goodbye! Klangwelten zwischen Willkommen und Abschied – Von Tonality S.

22:05 bis 22:50 | Deutschlandfunk
Atelier neuer Musik: Die Posaunen der sieben Engel – Der Komponist und Dirigent Thomas Müller

Von Stefan Amzoll. Luftig müssten seine Gebilde sein, sagte er einmal, und zugleich streng gearbeitet. Welch ein Widerspruch. Doch Thomas Müllers Idol ist Anton Webern. Zugleich faszinieren ihn die feinziselierten Kompositionen Giacinto Scelsis und das Rabiate bei Edgar Varese. Er selbst schrieb Kammer – und Orchestermusik, Solostücke, Chor – und Orgelmusik. Doch sein Oeuvre ist vergleichsweise schmal. Jedes einzelne Werk, das Müller veröffentlichte, unterzog er zuvor strengsten Prüfungen. Internationale Anerkennung als Komponist fand er auf internationalen Festivals wie der Musik-Biennale in Ostberlin, beim Prager Frühling oder bei den Donaueschinger Musiktagen. Früh wirkte Thomas Müller als Solorepetitor an der Deutschen Staatsoper Berlin. Es folgten Engagements als Studienleiter und Kapellmeister in Halberstadt, Stralsund, Wittenberg, Eisleben. Sein Name verbindet sich mit der Komponistenklasse in Halle/Saale, er leitete zeitweise das Ensemble Konfrontation der Halleschen Philharmonie, er lehrte an der Magdeburger Universität. Müller, geboren am 12. Januar 1939 in Leipzig, wird heute auf den Tag genau 80 Jahre alt.

23:00 bis 00:00 | hr2-kultur
The Artist’s Corner | Hörspiel: Unsicher.Zeit von J. Peter Schwalm

Epileptische Anfälle, Kopfschmerzen, Vergesslichkeit und Panikattacken. Irgendetwas stimmt nicht mit seinem Körper. Angefangen hatte es vor ein paar Jahren, mit einem Anfall, bei dem er auf den Boden fiel und ohnmächtig wurde. Die Ursache konnte nicht gedeutet werden.

Die ersten Diagnosen verschiedener Ärzte stimmen nicht. Es wird zuerst vermutet, dass er an einem Burnout oder an Überarbeitung leidet; »Too many Live Events«, wie einer der Ärzte sagte.

Erst nach ein paar Jahren kommt ein Spezialist nach der Untersuchung im MRT zu dem Schluss: Hirntumor dritten Grades. So der Befund. Alles Gewesene, alles Kommende: sein Schicksal.

An diesem Punkt beginnt das Hörspiel Unsicher.Zeit von J. Peter Schwalm. Nach der nicht erfolgreichen Wach-OP – denn der Tumor konnte nicht entfernt werden – beginnt das Leben danach: mal subtil, manchmal direkt. Unsicherheit, existentielle Fragen, der Blick zurück und Ängste sind die Themen, mit denen J. Peter Schwalm sich zwischen Traum und Realität auseinandersetzen muss. Er hangelt sich von Untersuchung zu Untersuchung, und will herausfinden, ob und wie lange das Leben weitergehen könnte. Regie: J. Peter Schwalm. hr 2019

Peter Schwalm, Jahrgang 1970, Komponist und Klanggestalter, ist im Bereich orchestraler und elektronischer Musik tätig. Er komponiert Musik für Theater, Ballett, Film. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er vor allem durch seine langjährige Arbeit mit dem britischen Musiker Brian Eno bekannt. Schwalm veröffentlicht bei dem in London ansässigen Label Rare Noise Records. Beim norwegischen PUNKT Musikfestival ist er regelmäßig als Gastdozent für Improvisation, elektronische Musik und verschiedene Kompositionstechniken tätig. Mit Musikern wie Eivind Aarset, Tim Harries und der visuellen Künstlerin Sophie Clements bringt er seine Werke auch auf die Bühnen diverser Festivals.

23:05 bis 24:00 | BR-KLASSIK
Musik der Welt: Gotland – Traditionen und Visionen von Schwedens größter Insel

Wenn die knapp 60.000 Einwohner Gotlands ihre Heimat per dreistündiger Schiffsreise verlassen, dann sagen sie nicht, dass sie auf das Festland fahren, sondern nach Schweden. Die mit 180 km Länge und 50 km Breite größte Insel der Ostsee stellt einen eigenen Kulturraum dar, in dem das frühe Mittelalter, als die Hauptstadt Visby die reichste Stadt der damals bekannten Welt war, lebendige Spuren hinterlassen hat. International bekannte Künstlerinnen und Künstler wie Filmregisseur Ingmar Bergman, der große Chordirigent Eric Ericson, die Folk-Sängerin Gunnel Mauritzson oder der legendäre Jazzsaxophonist Lars Gullin haben hier gelebt und sind von den reichen Traditionen und den faszinierenden Landschaftsbildern inspiriert worden. Die Gruppe „Gunnfjauns Kapell“ hat zwei Folkmusicals aus der bewegten Geschichte Gotlands und seinen Mythen verfasst, die mittlerweile in ganz Schweden populär sind und von vielen Chören aufgeführt werden, besonders „Volund“, die Mittelalter-Sage nach dem gleichnamigen heldenhaften Schmied. Eine Sendung von Jens-Peter Müller


13.01.2019


17:04 bis 18:00 | hr2-kultur
Kaisers Klänge: Bach reloaded – Neues vom alten Meister

Kaum etwas ist über die Jahrhunderte so inspirierend für Komponisten und Musiker gewesen wie die Musik von Johann Sebastian Bach. Immer wieder wurde sie neu erfunden.

Ob die „Goldberg-Variationen“ im Orchestersound erklingen, Geigenpartiten von der Drehleiher gespielt werden oder die Suiten für Violoncello solo von einem ganzen Cello-Ensemble: Wenn es um Bach geht, ist alles möglich. „Kaisers Klänge“ präsentieren heute die neuesten Kreationen aus den Werkstätten der Bach-Bearbeiter.

22:00 bis 22:30 | Deutschlandfunk Kultur
Musikfeuilleton: Musik zum Weghören – 85 Jahre Fahrstuhlmusik

Von Heidi Mottl. Was heutzutage bisweilen lästig erscheint, war vor rund 85 Jahren eine Innovation: Hintergrundmusik. 1936 wurde diese Musik, die keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen soll, das erste Mal in Aufzügen in New York eingesetzt, um Menschen die Angst vor der Höhe zu nehmen, deshalb nennt man sie auch ‚Fahrstuhlmusik’. Ein paar Jahre zuvor wurde die Muzak Corporation gegründet, die es mit ihrer Hintergrundmusik in Büros und Fabriken und sogar in die Apollo 11 schaffte. Doch schon lange, bevor die Ausweitung des Rundfunks ihren Anfang nahm, entwarf Erik Satie mit seiner ‚Musique d’ameublement’ eine stark repetitive Musik, die sich an Tapetenmustern orientierte, und mit der das bürgerliche Konzept der Kunstmusik auf den Kopf gestellt wurde. Dafür erntet Satie bis heute gleichermaßen Ruhm und Spott. Als sein Nachfolger sah sich Brian Eno, der in den 70er-Jahren den Begriff der Ambient music prägte und seine Möbelmusik für Flughäfen konzipierte.

23:04 bis 00:00 | WDR 3
WDR 3 Studio Neue Musik: Witten 1969 – 2018 (5)

  • Unsuk Chin: cosmigimmicks, a pantomime for seven players; Nieuw Ensemble, Leitung: Ed Spanjaard 
  • Hugues Dufourt: Ausschnitt aus „Apollon et les continents, d´après Tiepolo“ für Klavier und Ensemble; ensemble recherche
  • Enno Poppe: Buch für Streichquartett; Quatuor Diotima