Busoni-Kompositionspreis an Njabulo Phungula +++ Heinrich-Schütz-Preis 2026 an Christina Siegfried +++ Dirigent Herbert Blomstedt erhält Praemium Imperiale +++ Lahav Shani: Einstand bei Münchner Philharmonikern +++ Thomas Krüger Präsident Landesmusikrat Berlin +++ Peter de Caluwe neuer Chef der Salzburger Festspiele +++ Detlev Tiemann Aufsichtsrats-Vorsitzender Initiative Musik
Herbert Blomstedt.
Personalia 10/26
Busoni-Kompositionspreis an Njabulo Phungula
Den Busoni-Kompositionspreis 2026 erhält der junge südafrikanische Komponist Njabulo Phungula. Der Förderpreis wird der in Deutschland lebenden libanesischen Komponistin Raphaëlle Aoun zugesprochen. Die Jury bildeten Christopher Fox, Anna Korsun und Annette Schlünz. Alle drei sind Mitglieder der Sektion Musik der Akademie der Künste. Dank einer Spende aus dem Erbe des Preisstifters, Aribert Reimann, wurden die Preisgelder auf 7.000 Euro für den Kompositionspreis und 3.000 Euro für den Förderpreis angehoben. Auch Preisverleihung und Konzert können dank dieser Spende weiterhin durchgeführt werden. In der heutigen Zeit ist diese als ein besonderes Signal zur Unterstützung des kompositorischen Nachwuchses zu werten.
Heinrich-Schütz-Preis 2026 an Christina Siegfried
Der Internationale Heinrich-Schütz-Preis geht im Jahr 2026 an Christina Siegfried, die ehemalige Intendantin des „Heinrich Schütz Musikfests“. Die Verleihung der silbernen Ehrenmedaille findet im Rahmen des diesjährigen Festivals am 7. Oktober 2026 in Dresden statt. Mit dem undotierten Preis ehren das Heinrich Schütz Musikfest und seine Kooperationspartner an den Schütz-Orten in Mitteldeutschland Christina Siegfried für ihre außerordentlichen Verdienste um die Vermittlung und Verbreitung des musikalischen Erbes Heinrich Schütz‘ und seiner Zeit.
Der Internationale Heinrich-Schütz-Preis wird seit dem Jahr 2018 an Persönlichkeiten, Ensembles, Einrichtun-gen und Institutionen verliehen, die sich durch exzellente künstlerische wie wissenschaftliche Leistungen und Verdienste um die Interpretation, lebendige Vermittlung und weitreichende Verbreitung des Œuvres von Heinrich Schütz und der Musik seiner Zeit sowie durch ein herausragendes Engagement für deren nachhaltige Bewahrung und Förderung auszeichnen. Die silberne Ehrenmedaille wurde von der Künstlerin Anna Franziska Schwarzbach geschaffen. Die bisherigen Preisträger sind Hans-Christoph Rademann (2018), Sir Roger Norrington (2019), Françoise Lasserre (2020), Werner Breig (2021), die Verlage Bärenreiter aus Kassel und Carus aus Stuttgart (2022), die Originalklang-Ensembles Musica Fiata und La Capella Ducale (2023), die Musikwissenschaftlerin Silke Leopold (2024) sowie die Internationale Heinrich-Schütz-Gesellschaft (2025).
Die Verleihung des Internationalen Heinrich-Schütz-Preises 2026 findet im Rahmen eines Konzerts beim dies-jährigen Heinrich Schütz Musikfest statt – am Mittwoch, 7. Oktober 2026, 19.00 Uhr in der Annenkirche in Dresden. Die Laudatio auf Preisträgerin Christina Siegfried wird die Gambistin Hille Perl halten.
Das Konzert mit dem Titel „Geistliche Chormusik“ gestaltet der Dresdner Kammerchor unter der Leitung des ersten Schütz-Preisträgers Hans-Christoph Rademann.
Von 2009 bis 2025 war Christina Siegfried Intendantin des Schütz-Festivlas und entwickelte es zu einem international anerkannten Festival und festen Höhepunkt im mitteldeutschen Veranstaltungskalender. Sie gab dem einzigen Festival Europas, das einem Komponisten des 17. Jahrhunderts gewidmet ist, auch durch die enge und verbindliche Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern und Kolleg:innen sein unverwechselbares Profil mit Konzerten, Lesungen, Gesprächen sowie viele anderen Formaten. www.schütz-musikfest.de
Dirigent Herbert Blomstedt erhält Praemium Imperiale
Der Praemium Imperiale wird jährlich von der Japan Art Association verliehen. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 15 Millionen Yen – umgerechnet etwa 80.000 Euro – dotiert. Sie werden seit 1989 auf Anregung des japanischen Kaiserhauses in Andenken an Prinz Takamatsu (1905–1987) vergeben. Der Schwede Herbert Blomstedt (99) gilt als einer der dienstältesten Dirigenten der Welt. Er werde für die Tiefe und Ausgewogenheit seiner Interpretationen verehrt, hieß es in der Würdigung. Blomstedt war von 1998 bis 2005 Gewandhauskapellmeister. Seinen 100. Geburtstag am 11. Juli 2027 will er mit seinem früheren Orchester im Gewandhaus begehen. Auch zur Staatskapelle Dresden pflegt er eine enge Beziehung. Dort war er von 1975 bis 1985 Chefdirigent.
Thomas Krüger Präsident Landesmusikrat Berlin
Der Landesmusikrat Berlin hat auf seiner Generalversammlung ein neues Präsidium gewählt. Neuer Präsident ist Thomas Krüger. Mit ihm wurde am 2. September 2026 in der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ eine bekannte Persönlichkeit des politischen Lebens der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Von 2000 bis 2025 prägte Thomas Krüger als Präsident die Bundeszentrale für politische Bildung mit seinem Engagement für eine wehrhafte Demokratie und dem Einsatz für eine offene politische Bildung. Der 1959 in Thüringen geborene Theologe mit Facharbeiterausbildung hatte in den 1990er-Jahren mehrere politische Ämter inne, war Senator für Jugend und Familie der Berliner Landesregierung und SPD-Abgeordneter im Deutschen Bundestag.
Peter de Caluwe neuer Chef der Salzburger Festspiele
Salzburg bekommt einen neuen Festspielintendanten: Der Belgier Peter de Caluwe übernimmt ab Herbst 2027 die Leitung der Salzburger Festspiele. Das Aufsichtsgremium des renommierten Opern-, Konzert- und Theaterfestivals gab seine Bestellung zum künstlerischen Leiter bekannt. De Caluwe war von 2007 bis 2025 Generaldirektor der Brüsseler Oper La Monnaie und gilt als international bestens vernetzter Opernmanager. Unter seiner Leitung wurde das Haus zweimal zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt. Seine Karriere begann er in den 1980er-Jahren bei La Monnaie als Dramaturg – damals unter dem späteren Salzburger Intendanten Gerard Mortier. Von 1991 bis 2001 hatte Mortier die Festspiele geprägt.
Aktuell leitet de Caluwe das Europäische Kulturhauptstadtjahr 2030 im belgischen Löwen. In Salzburg erwartet ihn neben der künstlerischen Weiterentwicklung des Festivals auch die finanzielle Herausforderung des geplanten Umbaus der Festspiel-Infrastruktur. Nach Angaben der Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler steht de Caluwe zudem dafür, Kultur einem jüngeren Publikum zugänglich zu machen. Seine Berufung erfolgt nach dem vorzeitigen Abschied von Markus Hinterhäuser im März. Der langjährige Intendant hatte sich nach einem Konflikt mit dem Festspielkuratorium, den Vertretern der öffentlichen Geldgeber, zurückgezogen. Für die Festspielsommer 2026 und 2027 übernimmt Karin Bergmann übergangsweise die Intendanz.
Lahav Shani: Einstand bei Münchner Philharmonikern
Das Warten hat ein Ende: Mitte September sind die Münchner Philharmoniker mit ihrem neuen Chefdirigenten Lahav Shani in ihre erste gemeinsame Konzertsaison gestartet. Zur Feier von Shanis Einstand gab sich gleich ein Stargast die Ehre: die Pianistin Martha Argerich mit Maurice Ravels Klavierkonzert in G-Dur. Für die Philharmoniker endeten damit rund vier Jahre ohne Chef. Denn 2022 war der damalige Chefdirigent, der Russe Waleri Gergijew, entlassen worden, da er sich nicht vom russischen Einmarsch in die Ukraine distanzieren wollte. Als 2023 der in Tel Aviv geborene Shani als Nachfolger vorgestellt wurde, war das Orchester begeistert, von einer „Liebeshochzeit“ war gar die Rede und von einem Aufbruch in eine neue Ära. Denn der israelische Dirigent ist erst 37 Jahre alt. Im März hatte er angekündigt, mit seinem Orchester verstärkt auf Tournee zu gehen. Schon vor seinem Einstand hat er die Münchner Philharmoniker öfter dirigiert.
Detlev Tiemann Aufsichtsrats-Vorsitzender Initiative Musik
Wie die Pressestelle der Initiative Neue Musik mitteilte, hat sich am 31. August der Aufsichtsrat der Initiative Musik neu konstituiert. Zum Vorsitzenden wurde Detlev Tiemann (Bundesvorsitzender der Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles e. V. sowie Vorsitzender der Gesellschafter- und Delegiertenversammlung der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten), gewählt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Bernd Gallep gewählt. Er ist Leiter der Abteilung „Innovation und Kreativwirtschaft“, beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Detlev Tiemann folgt als Vorsitzender des Aufsichtsrats auf Prof. Dieter Gorny, der dieses Amt 19 Jahre lang innehatte und dem Aufsichtsrat nicht mehr angehört. Der Aufsichtsrat der Initiative Musik hat die satzungsgemäße Aufgabe, die Geschäftsführerin Katja Lucker zu beraten und zu überwachen sowie über die Verwendung der Mittel zu bestimmen. Dank der vielfältigen Expertise von Künstler:innen und aus der Musikwirtschaft würden in vertrauensvoller Zusammenarbeit über die Satzung hinaus Entwicklungen analysiert und strategische Weichenstellungen erörtert, so die Musikinitiative.
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