Der deutsche Dirigent Luis Schmidt ist seit 2024 Musikdirektor der Capella Edina, dem philharmonischen Orchester der Stadt Edinburgh, das er in Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister als erstes professionelles philharmonisches Orchester der Stadt seit fast 90 Jahren gründete. 2004 in eine nichtmusikalische Familie geboren, wird Schmidt von der Mission geleitet, klassische Musik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Er hat zwei neue Auftragswerke des jungen Komponisten James Clay uraufgeführt und vielfältiges Repertoire in kuratierten Programmen präsentiert, die für Ihre Vorstellungskraft und musikalische Exzellenz gelobt wurden. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent ist er derzeit Doktorand der Musikwissenschaft an der Universität Zürich.
Luis Schmidt. Foto: Silvan Metzker
11 Fragen an Luis Schmidt
Welche Musik macht Sie stark?
Tatsächlich jegliche Form künstlerischer Schöpfung mit Intention und Ordnung – sprich ein Großteil unserer „klassischen“ Musik.
Bei welcher Musik werden Sie schwach?
Besonders im zweiten Satz von Bruckners VI. Symphonie. Dies war die erste Symphonie, die ich zusammen mit meiner Capella Edina in Edinburgh auf die Bühne gebracht habe und die mich nun zum Doktorat geführt hat.
Bei welcher Musik stellen Sie sofort das Radio ab?
Alles ohne Form und künstlerische Intention. Beim Autofahren höre ich meist keine Klassik, sonst kann ich mich nicht auf den Verkehr konzentrieren.
Mit welcher Melodie sollte Ihr Handy klingeln?
Tatsächlich habe ich mein Handy meist auf lautlos, da ich es grauenvoll finde, wenn man irgendwo unterwegs ist und dann immer so ein lauter Klingelton bei irgendjemandem im Raum losgeht, besonders im Zug.
Wenn Sie „König von Deutschland“ wären, was würden Sie als Erstes tun?
Wahrscheinlich würde ich versuchen, die Rolle so schnell los zu werden wie nur möglich.
Welches Talent würde man Ihnen nicht zutrauen?
Oh, ob man von Talent sprechen kann, weiß ich nicht. Ich habe aber schon immer sehr gerne gekocht. Und noch viel lieber backe ich.
Wie hieß Ihre erste Schallplatte?
Die Haydn/Hummel Trompetenkonzerte mit (einem noch sehr jungen) Hakan Hardenberger – mein Held auf der Trompete – und dann noch eine Frank Sinatra Schallplatte, da mir Jazz zu der Zeit sehr gut gefallen hat.
Auf wen oder was können Sie am ehesten verzichten?
Ich wünschte, ich könnte sagen, mein Handy und Social Media. Während ich mich von letzterem versuche so weit fernzuhalten wie nur möglich, so ist das Handy doch aus meinem Alltag leider nicht wegzudenken.
Welches Musikstück erinnert Sie an das erste Rendezvous?
Puccinis Manon Lescaut.
Woran starb Mozart?
Während die Person Mozart gestorben ist, so bin ich fest der Überzeugung, dass er in seinen Werken weiterlebt und wir ihn daher am Leben erhalten. Das ist doch das Spannende an der Kunst.
Welche Musik soll zu Ihrer Beerdigung erklingen?
„Nimrod“ aus Elgars Enigma Variationen und das Bagpiper Lament Sleep Dearie Sleep (Langversion der Antworten auf nmz.de!)
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