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Marvin Gaye

Marvin Gaye - Visionär des Soul

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Wie Marvin Gaye zum Visionär des Soul wurde

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Songs wie «What's Going On» und «Sexual Healing» gelten als Klassiker des Soul-Sängers Marvin Gaye. Eine TV-Doku spürt dem Künstler nach, der mit Depression und Drogenmissbrauch kämpfte.

Die Musik, die Songs, die Stimme von Marvin Gaye sind unverwechselbar. Der Soulsänger hat Musikgeschichte geschrieben. Die Dokumentation «Marvin Gaye - Visionär des Soul» der Regisseurin Schyda Vasseghi zeichnet die Karriere des Musikers nach, aber auch und vor allem sein bewegtes Leben, in dem die beschauliche belgische Küstenstadt Ostende eine wichtige Rolle spielt.

Marvin Gaye gilt als Visionär der Soulmusik. Mit Songs wie «What's Going On», «I Heard It Through The Grapevine» und «Sexual Healing» prägte und inspirierte er Generationen. Ohne Notenkenntnisse oder klassische Ausbildung arbeitete er sich vom Background-Sänger zu einem der wichtigsten Künstler des Soul und zugleich des legendären Motown-Labels empor.

Weggefährten erzählen

Die Filmemacher lassen Weggefährten zu Wort kommen wie seinen Freund und Biografen David Ritz, das Bandmitglied George Shaw, den britischen Musiker Jamie Lidell und die Journalistin Hadnet Tesfai. Sie erzählen von der Magie und der Einzigartigkeit seiner Musik und von der Sehnsucht, die in jedem Ton mitschwingt.

Marvin Gaye setzte bei seinem Label durch, dass er sozialkritische Texte singen durfte und widerlegte mit seinem Erfolg die Zweifel daran, dass es dafür ein Publikum gebe. Und so verbanden seine Songs Melancholie, Hoffnung, Sinnlichkeit mit Sozialkritik. Der in Washington geborene Musiker wurde auch zum umjubelten Frauenschwarm.

Traumata aus der Kindheit

Die perfekte Fassade und der große musikalische Erfolg waren jedoch nur eine Seite im Leben des Marvin Gaye. Die andere Seite war düster. Aufgewachsen ist der Musiker als Sohn eines gewalttätigen Predigers. Die verletzte Kinderseele, nicht aufgearbeitete Auseinandersetzungen mit seinem Vater, Depressionen, Auftrittsängste, Drogenmissbrauch und familiäre Konflikte prägten Gayes Leben.

Eine Auszeit im belgischen Ostende Anfang der 80er Jahre schien Besserung zu bringen - doch die innere Zerrissenheit blieb, der Drogenmissbrauch wurde schließlich stärker. Gaye kehrte in sein Elternhaus in die USA zurück. Die Streitereien mit seinem Vater hörten nicht auf. Am 1. April 1984, einen Tag vor seinem 45. Geburtstag, wurde der Musiker von seinem Vater erschossen.

Die einfühlsame Dokumentation «Marvin Gaye - Visionär des Soul» wird am Freitag (30. Januar, 21.45 Uhr) auf Arte ausgestrahlt und ist dann auch in der Mediathek abrufbar.

 

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