Ultraschall Berlin startet am kommenden Mittwoch, 14. Januar 2026, im Großen Sendesaal im Haus des Rundfunks. Damit läuten Deutschlandfunk Kultur und radio3 vom rbb den 28. Jahrgang ihres gemeinsamen Festivals für neue Musik ein. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin spielt unter der Leitung von Marc Albrecht. Solistisch mit dabei ist das GrauSchumacher Piano Duo. Bis zum Sonntag, 18. Januar, ist ein umfangreiches und vielseitiges Festivalprogramm zu erleben.
Das Eröffnungskonzert beginnt mit Talib Rasul Hakims Orchesterwerk „Visions of Ishwara“. Darin setzt sich der zum Sufismus konvertierte Hakim mit dem hinduistischen Konzept des höchsten Wesens auseinander. Es folgt Zeynep Gedzlioğlus Komposition „Lauf“, die in einer Reihe von Werken steht, in denen sich die Berliner Komponistin mit der Idee des Weitergehens beschäftigt – ein „Weitermachen – trotz allem“. „Plurimo“ heißt anschließend das Konzert für zwei Klaviere und Orchester von Claudio Ambrosini. Es bezieht sich auf einen der wichtigsten Zyklen des Malers Emilio Vedova. Die Soloparts übernimmt das GrauSchumacher Piano Duo. Das Konzert schließt mit der posthumen Uraufführung des Orchesterstücks „Verwandlungen“ von Hermann Keller. Eine Kopie der Partitur war überraschend im Archiv der Komischen Oper Berlin aufgetaucht, nachdem das Autograph bislang verloren geglaubt wurde.
Die Stimme in variablen Konstellationen
Ein programmatischer Schwerpunkt des fünftägigen Festivals liegt in diesem Jahr auf Vokalkombinationen: Eva Resch und Martin Smith bilden in SMESCH ein Duo aus Stimme und Violoncello plus Videoinstallation während Mathias Monrad Møller und Sebastian Berweck Stimme und Keyboard kombinieren. Johanna Vargas (Sopran) und Ilya Gringolts (Violine) widmen sich György Kurtágs „Kafka-Fragmenten“. Anja Petersen (Sopran) und noch einmal Ilya Gringolts (Violine) interpretieren mit dem GrauSchumacher Piano Duo Hans Werner Henzes „Ariosi“. In größerer Besetzung kommen die Neuen Vocalsolisten und das Zafraan Ensemble zusammen. Geleitet von Yalda Zamani gestalten sie Amen Feizabadis Kammeroper „Deep Siesta“. Das ensemble mosaik präsentiert drei Uraufführungen, ebenso wie die Akkordeonistin Margit Kern zusammen mit dem SWR Experimentalstudio. Zur deutschen Erstaufführung kommen mit „the last of their kin(d)“ zehn Auftragskompositionen des Trio Accanto, die sich mit bedrohten Tierarten auseinandersetzen. Michael Wendeberg und das Fabrik Quartet spielen ein Porträtkonzert mit Musik von Hèctor Parra.
Orchester und Gespräche
Einen roten Faden durch die Festivalgeschichte von Ultraschall Berlin bilden die beiden Orchester der ROC Berlin, die mit ihrer Expertise in der zeitgenössischen Musik das Festivalprogramm prägen. Neben dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, das unter Giedrė Šlekytė auch das Abschlusskonzert gestaltet, ist das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin ebenso wieder mit dabei, diesmal unter der Leitung von Brad Lubman. Wie gewohnt werden die Festivaleindrücke in Gesprächen und Begegnungen mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern vertieft.
Ultraschall Berlin an drei Orten in Berlin und im Radio
Die Veranstaltungen von „Ultraschall Berlin 2026 – Festival für neue Musik“ finden im Großen Sendesaal im Haus des Rundfunks, im Heimathafen Neukölln und im Radialsystem statt. Sämtliche Konzerte werden im Radio übertragen, live oder im Anschluss an das Festival. Auf der Festivalwebsite ultraschallberlin.de werden die Konzerte zum Nachhören zur Verfügung gestellt. Dort sind neben dem vollständigen Programm des Festivals zudem sämtliche Informationen zu den Ticketpreisen, Verkaufsstellen und Sendeterminen im Radio zu finden.