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Alle Artikel kategorisiert unter »Uraufführung«

Gespenstisches Theremin – Erstes Konzert des „Auftakt“ Jugendorchesterfestivals in München

21.07.17 (Alexander Mathewson) -
Das erste Konzert des „Auftakt“ Jugendorchesterfestivals im Werksviertel München bot ein sehr vielseitiges, energetisches und spannendes Programm, das das Publikum wirklich bewegt hat – nicht nur im bildlichen Sinn des Wortes!

Abfall vom Beifall?

30.06.17 (Rainer Nonnenmann) -
Der Komponist hat eine neue Partitur geschrieben, die Musiker haben das Werk einstudiert, schließlich vor Publikum zur Uraufführung gebracht, und dann folgt: Applaus. Diese ebenso spontane wie flüchtige Reaktion der versammelten Hörerinnen und Hörer ist keine besonders qualifizierte Antwort auf die Leistung der beteiligten Künstler. Das Händeklatschen liefert weder einen substanziellen Diskussionsbeitrag zum eben gehörten Werk noch ein wohl fundiertes Argument zum allgemeinen Diskurs der Neuen Musik. In Geschichte und Gegenwart gab es daher immer wieder Musiker – einst etwa Schönberg mit seinem Wiener „Verein für musikalische Privataufführungen“, gegenwärtig etwa Johannes Kreidler –, die Beifallskundgebungen jeglicher Art für unangemessen, unsachlich, primitiv hielten und daher am liebsten untersagt hätten.

Verbindlichkeit und Radikalität – Mozarts und Czernowins „Zaide/Adama“ in Freiburg

18.06.17 (Georg Rudiger) -
Eine Uraufführung am Ende einer Amtszeit? Dazu gehören Mut und Selbstvertrauen. Mit der Premiere von „Zaide/Adama“, der letzten in der Amtszeit der Intendantin Barbara Mundel und Operndirektorin Dominica Volkert, verabschieden sich die Freiburger Musiktheatermacherinnen von ihrem Freiburger Publikum nicht mit einem Zuckerl, sondern einer harten Nuss, die es zu knacken gilt – und die dann doch allzu schwer im Magen liegt.

Faszination Schostakowitsch: Fangemeinde wartet auf eine Uraufführung

14.06.17 (dpa, Jörg Schurig) -
Gohrisch - Die Internationalen Schostakowitsch Tage (23.-25.6.) in Gohrisch bieten in diesem Jahr vier Uraufführungen. Eine davon stammt vom Namensgeber des Festivals selbst: Gut 87 Jahre nach Uraufführung der Oper «Die Nase» sind drei damals nicht verwendete Zwischenspiele erstmals zu hören.

Cross under – Solistenensemble PHØNIX16 feat. Maja S. K. Ratkje, POING in der Wabe Berlin

04.06.17 (Martin Hufner) -
Das Solistenensemble PHØNIX16 startete sein vierteiliges Programm am 1. Juni unter dem Titel „Arbeiten kannste morgen!“ und steckte dabei ein Konzertereignis ab, das vom russischen Futurismus bis zum theatralen, videovisuellen Konzertstück von Timo Kreuser („Ein Regime“ UA) reichte. Das Publikum ist gemischt. Es gelingt!

Im Westen was Neues – Chaya Czernowins „Infinite Now“ in Gent und Mannheim

28.05.17 (Frieder Reininghaus) -
Im Jahr 2014 wurde in vielen Ländern Europas an den Beginn des ersten Weltkriegs 1914 erinnert – an Sarajewo und die trügerischen Hoffnungen auf rasche Siege, den Terror des ‚Stellungskriegs‘ und den monströsen ‚Blutzoll‘ auf beiden Seiten der festgefahrenen Fronten. Bald aber wurde diese Komponente der Gedenkkultur wieder kleinlaut, wiewohl das unerbittliche militärische Ringen um die Neugestaltung der globalen Machtverhältnisse mehr als vier Jahre anhielt und in eine weltgeschichtliche Phase der revolutionären Umgestaltung überging. 2017 hat zunächst die Westfront der Erinnerungsbemühungen wieder auf sich aufmerksam gemacht (und ein intensiverer Blick auf das Russland vor hundert Jahren dürfte folgen). Aber Luther und das Reformations-Jubiläum bestimmen hierzulande die Kulturszene mit den grellsten Werbe-Slogans („Zwei Städte für ein Halleluja“ etc.). Gegenläufig zum medialen Stolz insbesondere der Nordostdeutschen auf „ihren“ Luther verweist die Region Flandern z.B. auf die monströsen Schlachten, die hier vor hundert Jahren stattgefunden haben.

Durchbohrung der Musik-Welt: Drei neue Opern in der Deutschen Oper Berlin

09.05.17 (Peter P. Pachl) -
Das von der Deutschen Oper Berlin vorgegebene Thema bei der 3. Kooperation mit der Hochschule für Musik Hanns Eisler nimmt Bezug auf die Bohrung des tiefsten Lochs der Welt, auf der russischen Halbinsel Kola. An diesem Thema sind drei junge Komponisten bewusst vorbeigeschossen, und drei junge Regisseurinnen haben sich mit vielen Videoprojektionen, An- und Ausziehen, Bühnennebel und Dekorations-Zertrümmerung mehr oder weniger geschickt am Thema vorbeigemogelt. Ein langer, oft nerviger Theaterabend mit wenigen klanglichen Lichtblicken.

Freihafen eröffnete den Mai beim Acht Brücken-Festival: Uraufführungen für alle

04.05.17 (Stefan Pieper) -
„Acht Brücken“ in seiner aktuellen Ausgabe ist nicht das erste Festival, welches sich der Wechselbeziehung zwischen Musik und Sprache verschreibt. Das Thema hat Dauerkonjunktur und daher gibt es dafür in Köln alles Erdenkliche zu sagen – egal ob verbal, nonverbal, in vokalen oder instrumentalen Lauten und Klängen. Ein solch vielschichtiger Mix lohnt noch bis zum 7. Mai die Anreise.

Alter Meister ganz jung

01.05.17 (Rainer Nonnenmann) -
Die in komplex ausdifferenzierten Gesellschaften institutionell getrennten Sphären des menschlichen Denkens, Fühlens, Wissens und Handelns bringt er zusammen. In seinen Werken kreuzt er Materialien unterschiedlicher Herkunft und Medialität. Und seine Musik fragt nach dem Verhältnis von künstlerischer Absicht, kompositorischer Umsetzung, gesellschaftlicher Relevanz und ästhetisch-politischer Wirkung. Die Rede ist nicht von einem der jüngeren Komponisten, die in letzter Zeit durch griffige Selbstverschlagwortungen die Differenz von Kunst und Leben aufzuheben suchen: „Diesseitigkeit“ (Martin Schüttler), „Neuer Konzeptualismus“ (Johannes Kreidler), „Diskurskomposition“ (Patrick Frank), „Extended Music“ (Simon Steen-Andersen), „New Discipline“ (Jenifer Walshe), „Contextual Composing“ (Michael Maierhof), „Social Composing“ (Brigitta Muntendorf) …

Uraufführung von Vilallongas „Blancanieves” als Live-Film-Konzert

24.04.17 (Peter P. Pachl) -
Zu allen Zeiten gab es Künstler, die sich dem Fortschritt verschlossen, am Alten hingen und – sei es in der bildenden Kunst oder der Musik – sich schöpferisch so verhielten, als sei die jeweils neue Zeitepoche noch nicht angebrochen. In der Oper ist dafür Giles Swayne eines der eklatantesten Beispiele: der britische Komponist brachte im späten 20. Jahrhundert seine Überzeugung, über Mozart ginge es nicht hinaus, damit zum Ausdruck, dass er in dessen Stil komponierte und auch gleich noch die Fortsetzung des Figaro-Stoffes („La Nozze di Cherubino“).
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