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Titelseite der nmz 09/2026

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Heiße Luft

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Editorial zur nmz 09/2026 von Martin Hufner
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Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt ist seit über einem Jahr im Amt. Mit Wolfram Weimer ist ein selbstverliebter Blender ins Amt gemerzt worden, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, Kunst, Kultur und Medien vor den Extremist:innen zu schützen. Das Mittel seiner Wahl: Einschüchterung und Disziplinierung des Kulturbetriebs.

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Das zeigt sich in Handlungen wie dem Genderverbot in seiner Behörde, Verfassungsschutzabfragen von Preisträgern der von Weimers Behörde vergebenen Preise, beispielsweise, indem er demokratische Wahlprozesse durch die von ihm vorgenommene Besetzung des Jury-Vorsitzes beim Verlagspreis des Bundes mit dem ihm wohlgesonnenen Journalisten Jörg Tadeusz, umgeht. Weimer sieht sich selbst in einem Kulturkampf gegen die AfD. Dies sei sein politisches Hauptziel. Doch die Mittel, die er dafür einsetzt, intern und politisch, widersprechen offensichtlich diesem Anspruch. „Demokratie sowieso“ sieht jedenfalls anders aus.

Einige Leerstellen: Der versprochene Ersatz für den Kulturpass für 18-Jährige? Fehlanzeige. Lippenbekenntnisse auch in der Frage der Digitalabgabe für BigTech. „Uns droht ein ‚Mediazid‘, wenn wir die Prozesse so laufen lassen, wie wir sie laufen lassen“, sagt er … und lässt sie laufen.

Einige Folgen: Unter Weimers Untätigkeit ist zum ersten Mal der Kultur­etat des Bundes gesunken. Darunter zu leiden haben insbesondere auch der Deutsche Musikrat, der Amateurmusikfonds und das Reeperbahn Musikfestival. Hingegen werden die Bayreuther Festspiele mit Aufwuchs bedacht. Womit es ihm – en passant – gelingt, die Ideologiereflexe in der Kulturlandschaft ausnutzend, Neid zu säen. Der Mann, der verbinden will, trennt Kulturträger in Konkurrenten um Finanztöpfe. Mieses Timing, Instinktlosigkeit und Erkenntnisverweigerung kennzeichnen auch Weimers Beendigung der Projektförderung der Green-Culture-Anlaufstelle in diesem August.

Der Kampf für eine vielfältige Kultur kann nicht im Herrschermodus mit derlei Blarifari auf dem roten Teppich geführt und gewonnen werden, dazu braucht es vielmehr eine Handwerkskunst des politischen Gestaltens – auch durch eigenes Vorbild.

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