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Alle Artikel kategorisiert unter »Politik«

Genozidales Potenzial?

29.06.21 (Rainer Nonnenmann) -
Alles Neue übt Kritik an Bestehendem. Auch in neuer Musik manifestiert sich kritischer Geist, jedoch meist nicht eindeutig und direkt greifbar, sondern auf unterschiedliche Weise, auf verschiedenen Ebenen, in mehrere Richtungen, thematisch unbestimmt, strukturell variabel, vielgestaltig, assoziativ, auratisch, schillernd, vage, traum- und rätselhaft. Der Innovationsdrang der westlichen Moderne führt folglich – könnte man denken – zu wachsender Ausdifferenzierung, Pluralität und Uneindeutigkeit. Die Kunsthistoriker Christian Saehrendt und Steen T. Kittl schreiben daher in ihrem Buch „Ist das Kunst oder kann das weg?“ (2016) der Kunst insgesamt die Fähigkeit zu, eben das auszubilden, „was die Psychologen ,Ambiguitätstoleranz“ nennen – die Fähigkeit, Mehrdeutigkeiten, unlösbare Widersprüche und Ungewissheiten auszuhalten, nicht nur bei anderen, sondern auch bei sich selbst.“ Das klingt vielversprechend. Doch stimmt es auch? Wird die helfende Kraft von Kunst, „eine differenziertere Gefühlskultur zu entwickeln“, womöglich idealisiert?

Von Vatermord im Politkampf

11.03.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Schön, wenn ein Kenner schreibt und Eckart Kröplin hat einen Großteil seines Lebens in der DDR-Oper und -Wissenschaft verbracht, studierend, beratend, lehrend, leitend. Nach zahlreichen Einzelpublikationen legt er jetzt eine analytische Geschichte der Kulturpolitik und des Opernlebens der Jahre 1945 bis 1990 vor.

Schlager – dialektisch

17.01.20 (Martin Hufner) -
Die „Junge Union“ hat in Berlin zu einer Weihnachtsfeier eingeladen, die unter dem Motto „Schlager gegen Links“ steht. Angeblich ist der Zuspruch so groß, dass man die geplante „Location“ wechseln muss. Wie man aus gut unterrichteten Kreisen gehört hat, soll es sich bei den zahllosen Interessentinnen vor allem um Musikwissenschaftlerinnen handeln, die sich auf dieser Veranstaltung fortbilden möchten. Welche Werke der Musik haben die Heldinnen der „Jungen Union“ denn da im Blick? Wo sind all die Schlager, die explizit „gegen Links“ wären. Außer eher den Schlägerinnen von rechts eben.

Kurz-Schluss – Wie mir einmal der Anfang einer Science-Fiction-Story gewissermaßen zur persönlichen Endzeitvision geriet

27.11.19 (Theo Geißler) -
Sorry, es folgt eine zugegeben umfangreiche aber eventuell doch notwendige Exposition: Eigentlich schien sich doch im Rahmen der Digitalwende so viel zum Besseren zu entwickeln: von künstlicher Intelligenz gesteuerte Killer-Drohnen und Robot-Krieger. Umfassend klug formierte Bits und Bytes entschieden darüber, welcher IS-Grande (natürlich samt Familie), welcher üble Whistleblower, welcher irre Perspektivmörder technisch sauber eliminiert wird. Präsidenten und Generäle sitzen vor Bildschirmen in ihren Kaminzimmern, beobachten glücklich, wie die Welt aus ihrer Sicht und deshalb objektiv ein wenig besser wird. Waschen sich wechselseitig die Hände in Unschuld. Denn was kann schon der Ingenieur dafür, wenn sich die Technik mehr oder weniger selbständig macht? [Vorab aus Politik & Kultur]

Startenor Beczala traurig über Politik in Polen

15.08.18 (dpa) -
Bayreuth – Den Opernsänger Piotr Beczala betrübt die politische Situation in seinem Heimatland Polen. „Als Kosmopolit finde ich, dass die Leute die Entwicklung unterschätzen“, sagte der Sänger des Lohengrin bei den diesjährigen Bayreuther Festspielen dem Nordbayerischen Kurier (Dienstag). Die Neubesetzung des Obersten Gerichts sei eine gefährliche Sache. „Im Moment wiederholt sich, was in Polen schon einmal der Fall war“, so der 51-jährige Startenor. Die Jungen kapierten das nicht und die Älteren seien frustriert. „Diese Situation macht mich sehr traurig.“

Musik muss zunächst einmal überhaupt nichts

18.04.18 (Juan Martin Koch) -
Er zählt zu den profiliertesten Künstlern seiner Generation: Mit seinen Konzertprogrammen und Aufnahmen fordert Igor Levit sein Publikum zur intensiven Auseinandersetzung mit Musik heraus und bekennt mit klaren Äußerungen unter anderem auf seinem Twitter-Account politisch Farbe. Juan Martin Koch hat den Pianisten zum Gespräch getroffen.

Nur nicht den Kopf in den Sand stecken – Gegen die Kälte angehen und kulturelle Berührungspunkte schaffen · Von Martin Hufner

27.09.17 (Martin Hufner) -
Für viele war das Ergebnis der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag ein Schock. Der Souverän hat entschieden in recht umfangreichem Maße seine Souveränität abzugeben. Eine Partei, deren „vornehmstes“ Ziel es ist, Angst und Hetze zu produzieren – auch innerhalb der Partei selbst –, ist erstmalig in den Bundestag eingezogen. Dass das nicht weit führt, ist schon am ersten Tag nach der Wahl offensichtlich. Mandatsträger steigen aus, es wird gemobbt, wo es sich einrichten lässt. Zukunftsbewältigung sieht anders aus. [Vorabdruck aus der nmz 2017/10]

Kanzlerinnen und Künste – Vom Rembrandt-Sammler zur Bayreuth-Pilgerin

05.09.17 (Christoph Driessen, dpa) -
Acht Kanzler und ihr Verhältnis zur Kunst – das ist ein Kapitel mit vielen Überraschungen. Einer wollte Dichter werden, ein anderer sagte der Mona Lisa ein „dämliches Grinsen“ nach. Und der, von dem man es vielleicht am wenigsten erwarten würde, mochte Heino.

Leipziger Buchmesse 2017 – Buchvorstellung: “Theos Kurzschluss”

Theo Geißler, Autor und Mitherausgeber der Zeitschrift "Politik und Kultur", stellt sein Buch "Theos Kurzschluss" vor. Seit 15 Jahren ist seine gleichnamige Kolumne fester Bestandteil der "puk" und nun als Textsammlung bei ConBrio erschienen. Er liest das Kapitel "Beim Terrorismusbekämpfungs-Ergänzungsgesetz-Training" aus dem Jahr 2007 – eine von "85 kleinen Streitschriften zu Poiltik und Kultur", so der Untertitel des Buches.

Tröt, Schepper, Rumms

02.04.17 (Sven Ferchow) -
Was erlauben sich unsere Politiker eigentlich beim Zapfenstreich? Selbstdia­gnostizierte Menschlichkeit? Verordnete Volksnähe? Stehen da wie Vorschulkinder. Hand in Hand. Und wischen Kullertränen aus den Augen. Würde ich auch. Beim Gedanken an die Pensions-Öcken. Aber wer denkt bitte an die anderen alten verwirrten Menschen? Die durch ihren Grauen Star nur Helme, Fackeln und marschierende Soldaten sehen. Und dann bei ARD und ZDF nachfragen, seit wann die Wochenschau wieder im Programm wäre.
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