Beschäftigte der landeseigenen Theater sorgen sich um ihre Arbeitsbedingungen. Warum der Personalrat des Landes nun den Rechtsweg wählt.
Im Streit über Sparpläne des Berliner Senats für die vier landeseigenen Theater hat der Hauptpersonalrat des Landes Klage gegen Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson eingereicht. Das Verwaltungsgericht solle feststellen, dass gesetzlich garantierte Mitwirkungsrechte der Vertretung der Beschäftigten verletzt werden, sagte die Vorsitzende Daniela Ortmann dem RBB. Ihr Eindruck sei, dass die Senatorin das Personalvertretungsgesetz nicht ausreichend beachte. «Wenn nichts anderes hilft, dann muss man halt vor das Verwaltungsgericht ziehen. Das ist heute passiert.»
Betroffen von den Plänen zu einer Umstrukturierung sind das Maxim Gorki Theater, die Volksbühne, das Deutsche Theater und das Theater an der Parkaue. Viele Beschäftigte befürchten schlechtere Arbeitsbedingungen und Einschnitte in künstlerische Prozesse. Laut Ortmann gibt es unter anderem Überlegungen, einzelne Bereiche wie die Werkstätten zusammenzulegen, aber auch dazu, mehrere Häuser in eine Stiftung zu überführen. Auslöser waren die geplanten starken Kürzungen im Kulturetat des Landes.
Die Senatsverwaltung für Kultur sagte dem RBB auf Anfrage, die Senatorin habe sich mehrfach zu informellen Gesprächen mit Personalräten getroffen. Daniela Ortmann bestätigt das, betont aber, das seien keine offiziellen Beteiligungsgespräche gewesen. Die wesentlichen Informationen hätten die Personalvertretungen aus den Medien oder aus Anfragen im Kulturausschuss erfahren. Ein Vorschlag der Personalräte für ein gemeinsames Werkstatt- und Probebühnenzentrum sei von der Kultursenatorin ignoriert worden.
Verdi warnt vor Beschäftigungsabbau
Auch die Gewerkschaft Verdi äußerte sich kritisch. Durch die geplante Ausgliederung der Werkstätten drohe eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, hieß es in einer Pressemitteilung. Insbesondere eine mögliche Verlagerung von Leistungen in den sogenannten Bühnenservice berge erhebliche Risiken: Verlust tariflicher Standards und Beschäftigungsabbau, zusätzliche Kosten durch Umsatzsteuer und Mieten sowie Einschränkungen der künstlerischen Produktionsabläufe. «Eigene Erfahrungen und Erhebungen aus den Häusern zeigen, dass externe Lösungen nicht günstiger, sondern häufig teurer und weniger flexibel sind», erklärte Verdi.