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Stellungnahme der GEMA zum Offenen Brief deutschen Musikhochschulen in Sachen GEMA-Reform

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Vor einiger Zeit haben wir hier den 2. Offenen Brief der deutschen Musikhochschulen (RKM) an Vorstand und Aufsichtsrat der GEMA zur weiterhin geplanten GEMA-Reform im Wortlaut veröffentlicht. Heute hat uns eine Stellungnahme von Georg Oeller als Mitglied des Vorstands erreicht. Auch diese geben wir unkommentiert im Wortlaut an dieser Stelle wieder.

GEORG OELLER
Mitglied des Vorstands

Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen in der HRK
Hochschule für Musik Trossingen Schultheiß-Koch-Platz 3
78647 Trossingen
Datum: 11.03.2026

Ihr Schreiben vom 02. März 2026 Offener Brief der GEMA

Sehr geehrter Herr Professor Fischer, sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands der RKM,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 02. März 2026, in dem die Rektorenkonferenz der deut- schen Musikhochschulen (RKM) Kritik an den Plänen der GEMA zur Neuausrichtung der Kulturförderung für GEMA Mitglieder im Rahmen der Mitgliederversammlung 2026 äußert und uns auffordert, die besonderen Bedingungen für Komponistinnen und Komponisten aus dem Bereich der Ernsten Musik - insbesondere im Bereich der Förderung und Verteilung - auch in Zukunft weitgehend aufrecht zu erhalten.

Zunächst bedauern wir, dass Sie ein klares Bekenntnis zu musikalischer Vielfalt vermissen lassen und die Öffnung der Förderung für alle förderungswürdigen Genres nicht unterstützen. Aus unserer Sicht ist das nämlich genau der Fehlanreiz, den die bisherigen Regelungen der GEMA hier setzen mit ihrer Fixierung der Förderung auf eine einzige musikalische Richtung unter Ausschluss anderer Stilrichtungen und Genres.

Die Musikhochschulen selbst haben sich in ihren Studienprogrammen und -richtlinien längst verpflichtet, Musik in ihrer gesamten Vielfalt zu fördern, einschließlich Jazz, Popularmusik, Filmmusik, Volksmusik, Sound Art, etc. Gerade deshalb wäre es wichtig, den Eindruck zu vermeiden, dass sich Einrichtungen, die sich regelmäßig auf die künstlerische Freiheit berufen und zugleich über öffentliche Mittel finanziert werden, von einer spezifischen aber einflussreichen Interessengruppe vereinnahmen lassen. Die Frage, ob die staatlichen

Hochschulen ihrem gesetzlichen Bildungsauftrag gerecht werden, wenn sie auf diese Weise wesentliche Teile des professionellen Musikschaffens – und ihrer eigenen Studierendenschaft – in ihrer Argumentation vollständig ausklammern, werfen Sie damit selbst auf. Diese Frage betrifft gleichermaßen auch Ihr Verständnis von Solidarität und kulturellen Wertigkeiten.

In Ihrem Schreiben kritisieren Sie zudem die Förderung des musikalischen Nachwuchses im neuen Antrag als fast wirkungslos. Richtig ist, dass im derzeitigen System der Nachwuchs - im Bereich der zeitgenössischen Kunstmusik - praktisch keine Förderung erhält. Vielmehr gehen über 2/3 der Fördermittel im Bereich der Ernsten Musik an Personen über 60 Jahren bzw. Rechtsnachfolgende. Der neue Antrag sieht demgegenüber explizit eine zielgerichtete und sogar gegenüber dem Antrag aus der Mitgliederversammlung 2025 substanziellere Förderung des Nachwuchses vor, von der auch jüngere Komponistinnen und Komponisten im Bereich der zeitgenössischen Kunstmusik spürbar profitieren werden.

Wir möchten anregen, dass die Musikhochschulen ihre Position noch einmal überdenken und sich der Neuausrichtung der kulturellen Förderung der GEMA entlang auch ihrer eigenen Maßstäbe öffnen. Hierfür stehen wir Ihnen gerne als Gesprächspartner zur Verfügung.

Im Übrigen weisen wir auf unser vielfältiges Informationsangebot auf unserer Website unter https://www.gema.de/de/musikurheber/tantiemen/neue-gema-kulturfoerderung hin.

Mit freundlichen Grüßen
Georg Oeller

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