Seit Monaten versucht Kulturstaatsminister Weimer, zwischen Musikern und Streamingdiensten zu vermitteln. Das Ziel: Gerechtere Vergütung. Vereinbart wurde nun, dass man weiter redet.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kommt mit seinen Vermittlungsversuchen für eine gerechtere Vergütung von Musikern durch Streamingdienste nur in kleinen Schritten voran. Ein sogenannter Popmusik-Gipfel im Kanzleramt brachte lediglich die Ankündigung einer «Zukunftsagenda» und einer neuen «Task Force».
«Die Beteiligten nehmen sich vor, unter Moderation von BKM gemeinsam brancheneigene Antworten auf aktuelle Herausforderungen des Musikstreamings zu entwickeln und setzen mit dieser Zukunftsagenda den Startpunkt hierfür», heißt es in der Erklärung. BKM steht für den Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, also Weimers Behörde.
Weimer: Kreatives Schaffen muss sich lohnen
Der Kulturstaatsminister hatte seit Dezember 2025 bereits Künstler, Labels und Streamingdienste zu drei unterschiedlichen Gesprächsrunden eingeladen. Hintergrund ist die Klage vieler Musikerinnen und Musiker über sehr geringe Vergütungen auf Plattformen wie Spotify, YouTube, Amazon und anderen.
«Kreatives Schaffen muss sich auch im digitalen Zeitalter lohnen», bekräftigte Weimer. «Die heute vereinbarte Zukunftsagenda eröffnet einen strukturierten Dialog über die Zukunft des Musikstreamings, insbesondere im Hinblick auf Fragen der Vergütung und Transparenz.» Sie sei der Auftakt für einen gemeinsamen Prozess.
Was bei einer Umfrage herauskam
In einer Umfrage unter 3.000 Musikern hatten sich nach Angaben von BKM drei von vier Befragten unzufrieden mit ihren Einnahmen aus Musikstreaming geäußert. 2023 entfielen den Angaben zufolge 75 Prozent der Umsätze auf 0,1 Prozent der Künstlerinnen und Künstler. 68 Prozent der Musikschaffenden erzielten weniger als 1 Euro Umsatz. Mehrere Musikverbände hatten im vergangenen Sommer eine Abgabe für Musikstreamingdienste gefordert.
Pressemeldung des BVMI:
BVMI begrüßt "Zukunftsagenda Musikstreaming"
Bei der Vorstellung der „Zukunftsagenda Musikstreaming – All together now“ heute Vormittag im Bundeskanzleramt hat der Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI), Dr. Florian Drücke, den von Kulturstaatsminister Weimer initiierten strukturierten Dialog und die Einbeziehung der verschiedenen Blickwinkel noch einmal ausdrücklich begrüßt und festgestellt, es gebe mehr Gemeinsames als Trennendes. Zugleich unterstrich er die zentrale Bedeutung von unternehmerischem Risiko und Investitionen der Mitgliedsunternehmen in professionelle Musikkarrieren.
„Es wird auch in Zukunft auf die Nachfrage der Fans und auf die Bezahlung ankommen“, so Florian Drücke. „Ganz aktuell ist der Umgang mit KI-generierter Musik zentral, hier braucht es auf Transparenz beruhende innovative, individuelle Lizenz-Partnerschaften unter Einbeziehung der Künstlerinnen und Künstler, die auf dem Urheberrecht fußen. Darüber hinaus gilt es, Streaming-Fraud weiter konsequent zurückzudrängen. In der heute angestoßenen Dialogphase wird es nun darum gehen, in den Arbeitsgruppen endlich konkret an den Themen zu arbeiten, um dann auf dieser Basis in neuer Klarheit den Wettbewerb um die Gunst der Fans, innovative Formen des Musikkonsums und Wachstum im Markt angehen zu können, mit vollem Fokus auf die Zukunft.“
Mit der „Zukunftsagenda Musikstreaming“ soll der von Kulturstaatsminister Weimer im Dezember 2025 begonnene moderierte Dialog zum Thema Musikstreaming in die Arbeitsphase geführt werden, in der „unter Moderation von BKM gemeinsam brancheneigene Antworten auf aktuelle Herausforderungen des Musikstreamings“ entwickelt werden sollen. Unterzeichnet haben die „Zukunftsagenda Musikstreaming“ neben BKM und BMJV stellvertretend für die Kreativen, Labels und Musikstreamingdienste die Verbände BVMI, BITKOM, DMV, PRO MUSIK und VUT sowie die Akademie für Populäre Musik, die Initiative Fair Share und die GEMA. Im Dezember 2026 sollen der Fortschritt bewertet und die nächsten Schritte vereinbart werden.