Lars Klingbeil spricht vor deutschen Filmschaffenden eigentlich über finanzielle Förderung. Aber dann wird der SPD-Politiker politisch.
Vizekanzler Lars Klingbeil lobt die Proteste von Künstlerinnen und Künstlern in den USA gegen die Politik von Präsident Donald Trump. „Ich bin sehr froh darüber, dass jetzt zum Beispiel in den USA gerade immer mehr Künstlerinnen und Künstler auch sagen, wir nehmen unsere Verantwortung wahr und wir stehen gegen eine Einwanderungsbehörde ICE auf, wir suchen jetzt den Protest auch gegen Donald Trump und die Politik, die da gemacht wird“, sagte der SPD-Politiker beim Produzententag der Filmbranche in Berlin. „Ich glaube, genau das tut einer Gesellschaft auch gut, dass Kreative aufstehen und ihre Meinung sagen.“
Zuletzt hatten sich in den USA mehrere Stars kritisch zu Trumps Einwanderungspolitik geäußert, darunter der Schauspieler Mark Ruffalo, Natalie Portman und Superstar Billie Eilish.
Klingbeil begründete auch die erhöhte Filmförderung mit der Bedeutung des Genres für die Demokratie. „Das ist meine feste Überzeugung: Kultur ist nichts, was man sich nebenbei als Gesellschaft leistet, sondern Kultur ist etwas, das zum Funktionieren einer Gesellschaft, einer Demokratie unabdingbar ist.“
Darüber hinaus sei es ein „wahnsinnig wichtiger Wirtschaftsfaktor“, sagte der Finanzminister. Auch deshalb habe er schon in den Koalitionsverhandlungen darauf gedrungen, den Filmstandort Deutschland zu stärken.
Die schwarz-rote Koalition hatte sich vergangene Woche unter anderem auf eine Investitionsverpflichtung der großen US-Streamingdienste wie Netflix, Amazon oder Disney+ und der großen Fernsehsender geeinigt.
Geplant ist eine gesetzliche Mindestinvestitionsquote. Der Bund verdoppelt zudem seine reguläre Filmförderung auf 250 Millionen Euro.
Zusammen mit der jury-basierten Förderung wird nach Angaben von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) eine Summe von 310 Millionen Euro erreicht – so viel wie nie zuvor.